Schon 58'000 Downloads

26. Februar 2015 09:11; Akt: 26.02.2015 09:11 Print

Jeder will die Organspende-App

Schweizer Spitäler leiden seit Jahren unter einem Mangel an Organspendern. Doch die im Herbst lancierte Ausweis-App weckt Hoffnungen.

storybild

Die vom Unispital Lausanne und Swisstransplant entwickelte Organspende-App boomt bei den Schweizern. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Im letzten Jahr meldeten sich 117 Organspender. Das sind zu wenige. Pro Woche stirbt deshalb im Schnitt mindestens ein Mensch, weil er vergeblich auf ein Ersatzorgan gewartet hat. Die tiefe Spenderate beschäftigt die Schweizer Politik bereits seit Jahren. Im Herbst haben das Unispital Lausanne und Swiss­transplant deshalb eine App lanciert, die als Organspendeausweis funktioniert.

Umfrage
Würden Sie Organe spenden?
74 %
11 %
13 %
2 %
Insgesamt 3972 Teilnehmer

Und die digitale Spenderkarte lässt hoffen: Bereits 58'000 Downloads wurden registriert, schreibt die Zeitung «Obersee Nachrichten». Dieser Senkrechtstart sei für Swisstransplant völlig unerwartet.

Ideale Methode

Generaldirektor Franz Immer hat jedoch eine Vermutung, weshalb die Echo 112-App so beliebt ist: «Sie ist leicht herunterzuladen und personifiziert mit Bild und Kontaktangaben.» Er ist überzeugt, dass die 58'000 Downloads ernst gemeint sind und die Entscheidungen bewusst gefällt wurden. Es sei eine ideale Methode, die Bereitschaft fürs Organspenden mitzuteilen.

Wird ein Patient in ein Spital mit Bluetooth-Tag eingeliefert, erscheint auf dem Smartphone automatisch sein Spenderausweis. Andere persönliche Daten würden nicht angezeigt. «Das Privatleben des Patienten ist vollkommen geschützt», sagt Immer zur Zeitung.

Hälfte der Ausweislosen würde spenden

Gemäss Umfragen kann die tiefe Anzahl an Organspendern nicht mit der fehlenden Bereitschaft begründet werden. Das Problem liegt vielmehr darin, dass nur die wenigsten einen Spenderausweis haben.

Eine Umfrage von 20 Minuten Ende 2013 zeigte, dass fast die Hälfte der Befragten, die keinen Ausweis besassen, damit einverstanden wären, wenn ihnen nach dem Tod die Organe entnommen würden. Die App, die zudem den Rettungsdienst alarmieren kann und Informationen über Allergien, Medikamente und Notfallkontakte speichert, soll ihnen jetzt den Zugang zum Ausweis erleichtern.

(vro)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Denise am 26.02.2015 09:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Name?

    Und wie heisst diese App genau? Finde sie nicht.

    einklappen einklappen
  • Gast am 26.02.2015 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    App-Name?

    Und wie genau heisst das App?

    einklappen einklappen
  • Rafael am 26.02.2015 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wozu?

    Den Organspendeausweis kann man seit Jahren online ausfüllen; drucken, zusammenkleben. Ich habe nicht länger als 5 Minuten gebraucht um meinen Ausweis auszufüllen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • R.H. am 27.02.2015 22:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bezahlen

    Ich will nicht spenden man kann mir aber meine Organe jetzt Bezahlen und abkaufen dann habe ich wenigstens was davon und nicht irgend welche Korrupten Ärzte!

  • C.G. am 27.02.2015 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja so ist denn die App...?

    Das ist ja schoen und gut. Ich laufe seit Jahren mit einem Spenderausweis rum. Die App wuerde ich mir ja ebenfalls gerne runterladen. Aber egal mit welchem Begriff ich suche, da kommt einfach nichts schlaues. Also wie waers mit einem Link? Dann wuerden die download Zahlen wohl rasant steigen

  • Mr. C am 27.02.2015 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Spende?

    Wie kann etwas "gespendet" werden und zu diesem Zeitpunkt der "Spendentranplantation" kassieren Ärzte, Versicherungen etc... ab. Das spenden ist doch kostenlos. Der einzige der nichts verdient ist der Spender. Alle anderen profitieren.

    • Mel am 27.02.2015 16:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      wer provitiert?

      Ja, das Spenderorgan kostet nichts. Die Versicherung des Organempfängers bezahlt den Eingiff und die Nachsorge beim Lebendspender (Niere oder Teil der Leber). Auch die Transplantation und Nachsorge des Organempfängers übernimmt die Versicherung. In diesen Kosten sind natürlich auch die Lohnkosten der Spitalangestellten anteilsmässig gedeckt. Schlussendlich provitiert der Organempfänger durch verbesserte Lebensqualität und die Allgemeinheit, da eine Nierentransplantation kostengünstiger ist im Vergleich zu der Dialysebehandlung. Das Ärzte, Pflegpersonal etc. Ende Monat ihren Lohn erhalten ist selbstverstäntlich. Auch wir erwarten für unsere Arbeit einen Lohn - oder arbeiten Sie gratis?

    einklappen einklappen
  • A.H. am 27.02.2015 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Betrug

    Solange ich weiss das mit Organen gehandelt wird 'Illegal' wird nicht gespendet.

  • Hans-Ueli K. am 27.02.2015 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NEIN, Nein und nochmals NEIIN!

    Es ist schrecklich, dass bald jeder, der sich auf der Strasse oder sonstwo befindet - als ein wandelndes und potenzielles Ersatzteillager gelten soll! Man soll doch nicht so gierig auf Spender-Organe pochen!! 1. Jeder stirbt irgendwann, bei einigen steht die Lebensuhr früher still, bei andern später! 2. Sollte jeder Mensch sich auch einmal mit dem EIGENEN sterbenmüssen auseinandersetzen, anstatt im Krankheitsfall auf einen "andern" Menschen zu hoffen, der hoffentlich bald stirbt (aber nur hirntot ist) um dessen Organe auszuweiden! Zudem sind Transplantationen enorm teuer! Immer höhere Prämien

    • nessa am 27.02.2015 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Verurteilen

      Ich hoffe für sie nicht,dass sie irgendmal in diese Situation geraten auf einer Warteliste sein zu müssen. Denn ich denke wenn es um ihr Leben gehen würde oder um das ihren Angehörigen fänden sie es gut das es Transplantationen gibt. Man muss Menschen nicht verurteilen weil sie anderen helfen möchten.

    einklappen einklappen