Mekka der Diebe

04. Mai 2012 12:55; Akt: 05.05.2012 12:23 Print

Jedes fünfte Auto wird in Genf gestohlen

Genf ist der Schrecken aller Autofahrer: In keinem anderen Kanton werden so viele Wagen gestohlen. Dabei sind VWs, Peugeots und Fiats beliebter als Luxus-Karossen.

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Rund 10 Fälle von Carjacking gibt es jedes Jahr im Kanton Genf. Meist geht es um Luxuswagen mit ausgefeilten Sicherheitssystemen, für die die Diebe den Schlüssel brauchen. (Bild: Colourbox)

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Rund 500 Autos werden jedes Jahr in Genf gestohlen. Genau 484 waren es 2011, schreibt die «Tribune de Genève» Das sind zwar nur 0.2 Prozent der 218 000 Autos, die im Kanton zugelassen sind. Dennoch ist nirgends in der Schweiz der Autodiebstahl ein so grosses Problem wie in Genf. Zum Vergleich: In den Kantonen Waadt, Bern und Zürich wurden im gleichen Zeitraum 293, 272 und 263 Personenwagen gestohlen. In der ganzen Schweiz belief sich die Zahl im Jahr 2011 auf 2454 Autos. Der Löwenanteil von 20 Prozent entfällt damit auf Genf, das schon seit Jahren diese Statistik anführt.

VW ist die Nummer 1

«Die Hälfte der Verbrechen entfallen auf Autos, die auf der Strasse parkiert sind», sagt Philippe Brandt, Sprecher der Genfer Polizei. Aber auch Sammelgaragen und Parkplätze gewähren nicht viel mehr Schutz: Dort werden immer noch 25 Prozent der Diebstähle verübt. Nur 6 Prozent hingegen entfallen auf Wohngebiete und private Wege.

Besonders fürchten muss sich in Genf, wer einen neuen Golf, Clio, Panda oder Focus besitzt: Diese Modelle stehlen die Diebe öfter als teure Porsches oder Ferraris. So steht in den «Top 10» der bei den Dieben begehrtesten Marken der Volkswagen (9,3%) auf dem 1. Platz, gefolgt von Renault (8,3%), Peugeot (7,4%), Fiat (6,1%) und Ford (5,9%). Erst an sechster, siebter und achter Stelle kommen teurere Marken wie Audi (5,7%), Mercedes (5,4%) und BMW (5,2%). Porsche steht gar auf dem 13. Rang.

Carjacking

Das Schicksal der gestohlenen Fahrzeuge variiert je nach Typ. Schnelle Flitzer mit viel PS werden besonders gern für Drogentransporte verwendet. Mit beliebten Marken wie Golf oder Clio wiederum wird der Ersatzteile-Schwarzmarkt versorgt. Für Luxusautos gibt es in der Regel eine vorgängige Bestellung. Sie werden gezielt gestohlen und umgehend nach Osteuropa oder an den Golf verschifft. «Weil diese Autos oft mit ausgefeilten elektronischen Sicherheitssystemen ausgestattet sind und die Diebe darum auch die Schlüssel brauchen, werden sie ihren Besitzer manchmal auch per Carjacking oder Home-Jacking entwendet», sagt Moreno Volpi, der Sprecher des Touring Club Schweiz (TCS). In den letzten vier Jahren wurden 6 bis 11 Autos jährlich per Carjacking geraubt. Allein 2011 waren es 9 Carjacking-Fälle.

Für die Ersatzteile werden in der Regel neuere Autos gestohlen, denn elektronische Teile neuster Technologien sind besonders begehrt. «Airbags, GPS-Geräte oder Xenon-Scheinwerfer werden zum Beispiel in die baltischen Staaten verschoben», sagt Polizeisprecher Philippe Brandt. «Im Jahr 2009 haben wir eine Diebesbande gefasst, die darauf spezialisiert war.» Kommen ältere Modelle weg - beliebt sind hier besonders Wagen mit Allradantrieb - sind sie meist für den Export nach Afrika bestimmt.

(ann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Mayer am 04.05.2012 18:46 Report Diesen Beitrag melden

    Super weiter so

    das ist erst der Anfang, Europas Grenzen werden noch mehr geöffnet. Unsere Politiker fahren ja mit dem GA, ein Zug wurde bis jetzt noch nicht gestohlen darum keine Reaktionen von der politischen Seite !!!!

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  • tim furrer am 04.05.2012 14:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Titel

    Eigentlich sollte der Titel so lauten : Jedes Fünfte Auto, das geklaut wird, ist von Genf. Ich war zuerst sehr verwirrt als ich las, dass es nur 0.2% seien...

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  • Chris von Swiss am 07.05.2012 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Erstaunt? Nein, sicher nicht!!

    Im grenznahen Frankreich sind ja jetzt die Sozis am Ruder, da können wir wieder ruhig schlafen, denn alles wird gut!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tony Ruepp am 07.05.2012 22:22 Report Diesen Beitrag melden

    Jedes fünfte Auto...

    Der Titel suggeriert, dass jedes fünfte Auto (das nach Genf fährt) gestohlen wird.

  • E.REv am 07.05.2012 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    glückliche lamborghini fahrer

    zum glück ist Lamborghini nicht auf der liste... sonst müsste ich um meinen angst haben ^^

  • Chris von Swiss am 07.05.2012 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Erstaunt? Nein, sicher nicht!!

    Im grenznahen Frankreich sind ja jetzt die Sozis am Ruder, da können wir wieder ruhig schlafen, denn alles wird gut!!!

  • Peter Mayer am 04.05.2012 18:46 Report Diesen Beitrag melden

    Super weiter so

    das ist erst der Anfang, Europas Grenzen werden noch mehr geöffnet. Unsere Politiker fahren ja mit dem GA, ein Zug wurde bis jetzt noch nicht gestohlen darum keine Reaktionen von der politischen Seite !!!!

    • Mani2 am 06.05.2012 11:39 Report Diesen Beitrag melden

      Das Mittelalter lässt grüssen!

      "Was noch ist, kann nicht werden! (Oder umgekehrt!) Wenn es weiter nach "unseren" Politikern gehen sollte, marschieren wir schnurstracks in die Zeiten der Postkutschenüberfälle zurück!

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  • Der Geheimdienst am 04.05.2012 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    Diebstahlsicher alias James Bond

    Bei dieser Diebstahlsicherung gibt es immer weniger Diebe. Sobald die Scheibe eingeschlagen wird, explodiert das Auto - hart und ungesund für Diebe. Die Versicherung muss ja sowieso für den Verlust aufkommen.

    • Andrea S. am 04.05.2012 18:45 Report Diesen Beitrag melden

      Unsichtbare, klebrige Substanz

      @Geheimdienst: das ist aber keine gute Idee. Denn dann explodieren die Autos bei jedem Unfall zusätzlich noch! Besser wäre eine extrem klebrige Substanz, an der ein Dieb dann kleben bleibt. Das wäre was!

    • Johnny B. am 04.05.2012 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Auch eine Variante

      Oder an jedem Rad einen Pit-Bull anketten.

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