Elterntaxi

16. September 2019 09:38; Akt: 16.09.2019 11:26 Print

Reiche Eltern fahren ihre Kinder mehr zur Schule

Der Bund sieht kein Problem darin, dass gewisse Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Der Lehrerverband und der Verkehrs-Club der Schweiz sehen das anders.

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Kinder und Jugendliche nutzen den öffentlichen Verkehr häufiger als noch vor zwanzig Jahren. Insbesondere im Alter zwischen 16 und 20 Jahren werden im Vergleich zu früher markant längere Distanzen zurückgelegt, weshalb häufiger auf den Zug, Tram oder Bus zurückgegriffen wird. Andererseits haben auch die sogenannten «Elterntaxis» zugenommen, bei welchen Eltern ihre Kinder mit dem Auto in die Schule kutschieren. Dies geht aus einer Analyse der Bundesämter für Gesundheit hervor.

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Der grösste Teil der Kinder in der Deutschschweiz geht nach wie vor zu Fuss zur Schule. Rund zehn Prozent aller Kinder werden allerdings von den Eltern gefahren. In der Westschweiz und im Tessin sind es sogar noch mehr. Ein Unterschied ist ebenfalls je nach Einkommen festzustellen. Bei einkommensstarken Familien werden sogar bis zu einem Drittel aller Kinder im Alter von 6 und 7 Jahren zur Schule gefahren.

Schulweg lehrt Selbstständigkeit

Ein Grund für die häufigere Nutzung des Autos oder des öffentlichen Verkehrs für den Schulweg sind die immer grösser werdenden Distanzen. Der Bund sieht in den steigenden Zahlen der «Elterntaxis» kein Problem. Der Anteil an Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren, sei weniger hoch als angenommen und die Problematik werde überschätzt. Ausserdem passe sich der Fahrplan des öffentlichen Verkehrs immer besser an die Schulzeiten an.

Der Lehrerverband sieht dies allerdings anders. Wie Franziska Peterhans gegenüber dem «St. Galler Tagblatt» sagt, werde das Problem keineswegs überschätzt. Für Kinder sei der Schulweg wichtig, um Selbstständigkeit zu lernen, soziale Kontakte zu knüpfen und Entdeckungen zu machen. Natürlich gebe es Fälle, in denen es sinnvoll sei, die Schüler zu fahren. Das Auto dürfe aber nicht einfach aus Bequemlichkeit eingesetzt werden.

Ähnlich sieht dies auch der Verkehrs-Club der Schweiz. Eltern würden ihre Kinder so nämlich um die Möglichkeit bringen, zu lernen, wie sie sicher im Verkehr navigieren könnten. Dies erhöhe das Unfallrisiko.

(doz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vater am 16.09.2019 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Das Gefährlichste am Schulweg sind

    Die parkierenden Autos der Eltern-Taxis vor der Schule.

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  • Dorfkind am 16.09.2019 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jäääänuuu

    Ich verstehe ja alle, die einen langen Schulweg haben.... dennoch klappte es früher auch mit dem Velo... heutzutage wird einfach alles viel zu ernst genommen... Und was ich auch mal ergänzen möchte: Viele Eltern schicken ihre Kinder nicht mehr zu Fuss zur Schule, weil der Verkehr zu gefährlich ist.... jedoch entsteht durch das bringen von allen Kindern mit dem Auto doch genau auch dieser Verkehr... :)

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  • Baby Boom am 16.09.2019 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Viel mehr

    Sicher? Bei uns wird jedes 10.Kind NICHT zur Schule gefahren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sina am 17.09.2019 22:08 Report Diesen Beitrag melden

    Schulweg

    Wenn ein Kind auf dem Schulweg zu Tode kommt fragt kein Lehrer oder Schulpflege mehr danach. Man muss in das Schulsystem der Schule passen wenn nicht dann gibt es Aerger!!!!

    • Frage ich am 17.09.2019 22:31 Report Diesen Beitrag melden

      Totalität

      In diesem Forum gibt es Menschen, die einen totalitären Staat wollen - Befehle und Verbote. Die Realität sieht so aus: Die Schulkinder schieben sich auf die Straße und werfen sich gegenseitig Steine zu, anstatt Freundschaft und Unterhaltung zu pflegen. Wie beantworten Eltern ihre verletzten Kinder?

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  • Mona Lisa am 17.09.2019 19:05 Report Diesen Beitrag melden

    neue Gefahren

    Die neuen Gefahren sind die rücksichtslos rasende Velorowdys auf den Trottoirs und den Strassen, aber auch die verschiedenen Boards die da überall herumkurven

  • Beobachter am 17.09.2019 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nun!

    Kinder mit dem Auto zur Schule zu fahren nennt sich Kindesmisshandlung...

  • Einer mit viel Erfahrung am 17.09.2019 15:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach!

    Wenn die Eltern wüssten, wieviel Schaden sie ihren Kindern dadurch zufügen, dass sie ihnen diese wichtigen Erfahrungen in erster Selbständigkeit verunmöglichen, würden sie es sofort unterlassen!

  • Anna am 17.09.2019 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Mutter

    Meine Kinder bringe ich stets mit dem Auto zur Schule! Der Schulweg ist zu gefährlich und über 2km für die kleinen zu viel! Ich habe Angst das Ihne was passieren könnte! Es hat bei uns zu viele Kreuzungen. Aber mir machen Fahrgemeinschaften. Da nehme ich die Kinder der Nachbarn mit und wechseln uns ab. Ich wurde früher auf dem Schulweg von Aliens entführt die haben Experimente mit mir gemacht und mir eine Sonde ins Rektum geführt! Ich will nicht das sowas wieder passiert! Bin nur vorsichtig!