Nach dicken Posts

14. August 2013 17:09; Akt: 14.08.2013 18:41 Print

Jetzt gehen SVPler in die Social-Media-Schule

Schon wieder sind SVP-Politiker in die Social-Media-Falle getappt. Ab Oktober will die Partei ihre Mitglieder in internen Kursen den Umgang mit Facebook & Co. lehren.

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Zeitmangel gaben mehrere SVP-Politiker als Begründung für saloppes Social-Media-Management an. Hier im Bild: SVP-Nationalrat Hans Fehr. (Bild: Keystone)

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Die Nationalräte Pirmin Schwander, Hans Fehr, Walter Wobmann, Hans Kaufmann, Felix Müri, Nadja Pieren, Yvette Estermann und Alfred Heer waren auf Facebook mit der anti-islamischen Seite Defend Switzerland «befreundet». Diese zeigte ein Bild mit Kot, der in einer WC-Schüssel schwimmt und dabei das arabische Wort für Allah bildet (20 Minuten berichtete). Es ist nicht das erste Mal, dass SVP-Exponenten sich einen virtuellen Fauxpas leisten: Nach dem Kristallnacht-Tweet, dem Plastiksack-Kommentar auf Facebook, «Kameltreiber»- und «Schlitzaugen»-Vergleichen stellt sich die «Befreundung» mit einer islamfeindlichen Seite in eine Reihe vergleichbarer Begebenheiten.

«Solche in der digitalen Kommunikation hastig eingegangenen Verbindungen können für Politiker schwerwiegende Folgen haben», sagt Peter Stücheli-Herlach, Professor für Organisationskommunikation vom Institut für Angewandte Medienwissenschaft IAM in Zürich. «Ein Versehen kann zu einem Fehler führen, ein Fehler zu einem Fall werden.»

Politiker brauchen Kommunikationswissen

«Freundschaft» sei auf Facebook primär eine Funktion und nicht mit politischer oder gar persönlicher Freundschaft zu verwechseln, so Stücheli-Herlach. Weil sie schneller geschlossen werde und darum verfänglicher sei, bräuchten Politiker heute Medien- und Kommunikationswissen, um die richtigen Unterscheidungen machen zu können.

Der PR-Professor rät Politikern, sich für die Nutzung von Social Media eine Strategie zurechtzulegen: «Mit wem will ich mich worüber austauschen und mit welchem Ziel? Darauf sollte jeder eine prägnante Antwort haben.» Wer es nicht so ernst nehme, solle in seinem eigenen Interesse davon absehen, «auf die Knöpfe zu drücken».

«SVP-Mitglieder wollen wissen, wie man damit umgeht»

Bereits reagiert hat die Partei: Ab Oktober bietet die SVP ihren Mitgliedern Kurse im Umgang mit Facebook, Twitter & Co. an. «Neben der Handhabung von Kommentaren und Posts wird auch die Problematik der Freundschaftsanfragen behandelt», sagt Aliki Panayides, die die Kurse als Geschäftsführerin der SVP Bern organisiert. Obwohl die Darstellung im Netz für eine Polit-Karriere noch nicht matchentscheidend sei, sei sie doch zu einem wichtigen Mosaiksteinchen geworden, sagt Panayides.

Ihre Parteifreunde sollten sich bei der Erstellung eines privaten Facebook-Profils genügend Zeit nehmen, um Freundschaftsanfragen genau zu prüfen. «Alternativ macht es sonst eher Sinn, ein politisches Profil zu erstellen, das Anhänger ‹liken› können.» Die Kurse, die von einer Gruppe parteiinterner Social-Media-Spezialisten angeboten werden, finden in Bern statt und erfreuen sich bereits reger Nachfrage. «Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob man Social Media nutzt. Jetzt wollen unsere Mitglieder wissen, wie man richtig damit umgeht.»

(sth)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hakan am 14.08.2013 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Erschreckende Entwicklung

    Die islamische Entwicklung hierzulande ist schockierend. Die Kollegen von den Rechten werden weiterhin Zulauf bekommen und sich den einen oder anderen Gläubigen zur Brust nehmen! Dank unserer Zuwanderungspolitik werden wir die Gesellschaft in CH weiter und tiefer spalten. Solange, bis es richtig kracht!

  • Eidgenossin am 14.08.2013 14:43 Report Diesen Beitrag melden

    Recep Tayyip Erdoan

    Was sagte der Ministerpräsident 1998? Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten. Und wurde deshalb zu zehn Monaten Gefängnis und lebenslangem Politikverbot verurteilt. Genau das macht dem Westen Kopfzerbrechen!

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  • Rita am 14.08.2013 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Diktat vom Ausland

    Die meisten islamischen Organisationen sind vom Ausland dirigiert. Und die interpretieren den Koran auf eine konservative, archaische Weise. Sie verbreiten nicht die schönen Seiten, die Liebe, die Aufrichtigkeit, das Vorbildsein, die Freude, den Fortschritt. Die Toleranz der Schweizer gilt dem Buddhismus und Hinduismus. Kaum aber dem Islam: Jeder Zweite denkt, dieser passe nicht zu uns. Das ist eines der Ergebnisse des Religionsmonitors, den die Bertelsmann-Stiftung erstellt hat.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • hans am 15.08.2013 00:47 Report Diesen Beitrag melden

    so ein quatsch

    die leute fragen immer mehr bei mir nach, wie man von facebook los kommt und die svp will sich erst einmal auf das niveau Social-Media bringen. Wie weit sind den die hinten drin? Die SVP sollte lernen, wie man ohne Social-Media mit den Leuten in Kontakt bleiben kann...

  • P. Buchegger am 14.08.2013 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Die SVP ist nicht mehr bürgerlich

    Früher, als die SVP noch eine geachtete, bürgerliche Partei war, hatte sie nie solche Probleme. Seit aber die Zürcher SVP-Hardliner und -Ideologen Ch. Blocher und Ch. Mörgeli diese Partei an den rechtern Rand des schweiz. Parteienspektrums gefahren haben, gibt es diese Art von Problemen immer wieder. Das heutige Gedankengut der SVP (Kernthema: Die Fremden) ist schon weit weg von dem des Bürgertums. Heute ist die SVP vergleichbar mit anderen rechts-populistischen Parteien/Bewegungen am rechten Rand im Ausland.

  • P. Buchegger am 14.08.2013 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    SVP säte Wind und erntet Sturm

    Die SVP wird nun die Geister, die sie über Jahre rief, nun nicht mehr los. Oder noch passender: Wer Wind sät, wir Sturm ernten.

  • Reto Ganter am 14.08.2013 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Ausreden

    Tut mir leid, aber mir fällt es doch schwer, Ausreden wie "ich habe nicht genau hingeschaut" zu akzeptieren. Dass sich im Internet solche Hassgruppen tummeln, ist überhaupt nicht neu und spätestens seit dem Kristallnacht-Gstürm auf Twitter sollten Politiker dafür sensibilisiert sein. Dass sie das nicht sind, bedeutet entweder, dass sie schlichtweg unfähig sind, damit umzugehen, oder es jetzt einfach als Ausrede benutzen. Gilt übrigens für Politiker jeglicher Couleur, nicht nur der SVP (auch wenn sich das Problem dort zu häufen scheint).

  • Dali am 14.08.2013 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Beispiel Ägypten

    Zeitgleich räumt in Kairo das Militär die Protestcamps der Muslimbrüder. Damit könnte jetzt die Stunde der Radikalen gekommen sein. Wer garantiert uns, dass es in einigen Jahren nicht auch so bei uns sein könnte?