Gleichberechtigung

22. März 2017 10:16; Akt: 26.03.2017 16:28 Print

Jetzt gibts weibliche Haue für männliche Feministen

von B. Zanni - Auch Männer setzen sich an vorderster Front für die weiblichen Rechte ein. Doch dies passt nicht allen Frauen.

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Einmischen in fremde Angelegenheiten, Bevormundung oder schleichende Unterdrückung: Männer, die für die Rechte der Frauen protestieren, sind manchen Frauen auch ein Dorn im Auge. Am Weltfrauentag waren die Männer engagiert. Mit pinken Pussyhats auf dem Kopf gesellten sich Nationalräte wie Angelo Barrile (SP) und Tim Guldimann (SP) zu strickenden Frauen. Prominente haben sich schon zu Feministen erklärt: Frauen seien Männern in vielen Situationen weit überlegen, sagte Schauspieler Uwe Ochsenknecht und doppelte nach: «Ich bin ja Feminist!». Auch in Emma Watsons Kampagne «HeForShe» kämpfen Männer für weibliche Gleichberechtigung. Auch immer mehr junge Männer outen sich als Feministen. In den sozialen Medien demonstrieren junge Männer ihre Einstellung in Form von Memes. Benedict Cumberbatch, bekannt als Darsteller von Sherlock Holmes, trägt ein T-Shirt mit deutlichen Worten: «This is what a feminist looks like» (so sieht ein Feminist aus). Das kommt bei Frauen nicht nur gut an. So musste sich ein Demonstrant laut Aargauer Zeitung von einer Demonstrantin am Women's March sagen lassen: «Männer können nicht für uns Frauen sprechen. Das wäre patriarchalisch, gönnerhaft, von oben herab.» Auch Pascal Pajic, Feminist und Geschäftsleitungsmitglied der Juso Schweiz, fällt auf, dass einige Frauen das Engagement als überflüssig erachten. «Als ein Feminist kritisierte, dass sich Feministinnen mit nacktem Oberkörper ablichten, waren Frauen der Meinung, ein Mann habe nicht das Recht, vorzuschreiben, was sie für wichtig hielten.» Männer träten oft dominanter auf, stellten ihre Sicht häufig als Tatsachen in den Raum und setzten ihre Ansichten als Norm durch, sagt Mirjam Aggeler, Geschäftsführerin des Vereins Feministische Wissenschaft Schweiz. «Ist dies bei Männern der Fall, die sich als Feministen bezeichnen, haben Frauen das Gefühl, ihnen falle jemand aus den eigenen Reihen in den Rücken, was natürlich besonders bitter ist.» Auch Fabian Molina, Feminist und ehemaliger Präsident der Juso Schweiz, versteht die Kritik. «Es gibt viel Ungleichheit, die ich als Mann nicht erfahren habe.» Männer könnten nicht nachempfinden, wie es sei, im Dunkeln mit einem unguten Gefühl nach Hause zu laufen oder wegen einer Schwangerschaft den Job zu verlieren. Für Grünen-Nationalrat Jonas Fricker steht fest: «Feministinnen, die Gleichstellung fordern, ohne die Männer einzubeziehen, sind stehen geblieben.» Die Frauenrechte seien Menschenrechte und daher auch ein Anliegen der Männer. Markus Theunert, Generalsekretär des Dachverbands Männer.ch, ruft die Männer dazu auf, sich selber von überholten Rollenvorstellungen zu emanzipieren. «Macht eure eigenen Hausaufgaben, statt den Frauen bei ihrer Emanzipation helfen zu wollen.»

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Auffallend viele Männer kämpften am Women’s March in Zürich für die Gleichberechtigung der Frau. Auch am Weltfrauentag waren die Männer engagiert. Mit pinken Pussyhats auf dem Kopf gesellten sich Politiker zu strickenden Frauen. Prominente haben sich schon zu Feministen erklärt: Frauen seien Männern in vielen Situationen weit überlegen, sagte Schauspieler Uwe Ochsenknecht und doppelte nach: «Ich bin ja Feminist!» Auch in Emma Watsons Kampagne «HeForShe» kämpfen Männer für weibliche Gleichberechtigung.

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Das kommt bei gewissen Frauen nicht nur gut an. So musste sich ein Demonstrant laut «Aargauer Zeitung» von einer Demonstrantin anhören lassen: «Männer können nicht für uns Frauen sprechen. Das wäre patriarchalisch, gönnerhaft, von oben herab.» Andere Frauen posten in den sozialen Medien GIFS, in dem Frauen Feministen «die Fresse polieren».





«Männer fallen Frauen in Rücken»

Auch Pascal Pajic, Feminist und Geschäftsleitungsmitglied der Juso Schweiz, fällt auf, dass einige Frauen das Engagement als überflüssig erachten. «Als ein Feminist kritisierte, dass sich Feministinnen mit nacktem Oberkörper ablichten, waren Frauen der Meinung, ein Mann habe nicht das Recht, vorzuschreiben, was sie für wichtig hielten.» Andere bemängelten, Männer setzten sich nur ein, um «in» zu sein. «Sie finden, wir hätten uns nicht in weibliche Anliegen einzumischen», sagt Pajic. Er glaube jedoch, dass sich die Geschlechter gegenseitig repräsentieren könnten. Männer dürften Frauen aber nicht bevormunden.

Der Verein Feministische Wissenschaft Schweiz bestätigt, dass das Engagement der Männer am Ziel vorbeischiessen kann, denn Männer träten oft dominanter auf, stellten ihre Sicht häufig als Tatsachen in den Raum und setzten ihre Ansichten als Norm durch. «Ist dies bei Männern der Fall, die sich als Feministen bezeichnen, haben Frauen das Gefühl, ihnen falle jemand aus den eigenen Reihen in den Rücken, was natürlich besonders bitter ist», sagt Geschäftsführerin Mirjam Aggeler.

Männer können nicht alles nachempfinden

Grundsätzlich freuten sich Feministinnen laut Aggeler aber über jede männliche Solidarität. «Dazu gehört, dass sie Frauen unterstützen, ohne sie erneut zu unterdrücken, indem sie ihnen die Definitionsmacht absprechen.»

Auch Fabian Molina, Feminist und ehemaliger Präsident der Juso Schweiz, versteht die Kritik. «Es gibt viel Ungleichheit, die ich als Mann nicht erfahren habe.» Männer könnten nicht nachempfinden, wie es sei, im Dunkeln mit einem unguten Gefühl nach Hause zu laufen oder wegen einer Schwangerschaft den Job zu verlieren. «Darum ist es wichtig, dass sie sich für Gleichstellung einsetzen, aber sich nicht anmassen, für die Frauen zu sprechen.»

«Frauenrechte sind ein Anliegen der Männer»

Für Grünen-Nationalrat Jonas Fricker steht fest: «Feministinnen, die Gleichstellung fordern, ohne die Männer einzubeziehen, sind stehen geblieben.» Die Frauenrechte seien Menschenrechte und daher auch ein Anliegen der Männer. «Schliesslich haben wir Männer bei der sinngebenden Familienarbeit viel schlechtere Karten. Eltern entscheiden oft, dass der besserverdienende Partner mehr arbeitet. Da Frauen immer noch weniger verdienen, ergibt sich eine doppelte Diskriminierung.»

Markus Theunert, Generalsekretär des Dachverbands Männer.ch, ruft die Männer dazu auf, sich selber von überholten Rollenvorstellungen zu emanzipieren. «Macht eure eigenen Hausaufgaben, statt den Frauen bei ihrer Emanzipation‹helfen› zu wollen.» Dies würde nur den alten Chauvinismus zementieren.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin Brändle am 22.03.2017 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es reicht!

    Sorry, aber ich kann den ganzen Feministen-Quatsch nicht mehr hören! Ich bin zu 100% für Gleichberechtigung in ALLEN Belangen - aber das ist einfach nur noch lächerlich!

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  • Reto am 22.03.2017 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Männer Diskriminierung

    Ich bin kein Feminist. Weil es das in der Schweiz gar nicht braucht. Lohngleichheit, da bin ich absolut dafür. Ich bin aber auch für Gleiche Rechte betreffend Wehrpflicht, Wehrpflichtsersatz und Vaterschaftsurlaub. Denkt mal drüber nach...

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  • prog am 22.03.2017 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Brauche Nachhilfe

    Jetzt wird uns von Seiten der Gender-Lobby dauernd eingebläut, Frauen und Männer unterschieden sich in nichts. Warum dann dieses Gstürm?!?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Refe am 23.03.2017 19:05 Report Diesen Beitrag melden

    Lohnungleichheit

    Als Mann spaziert man auch nicht einfach durchs Leben. Wenn Mann mit dem Lohn unzufrieden ist, muss Mann sich dafür einsetzen und nicht anderen die Schuld dafür geben. Ich hatte bisher fast nur weibliche Vorgesetzte. Ich bin schlussendlich selbst dafür verantwortlich was ich verdiene und nicht die Frauen als Kollektiv. Ich denke, dass viele Frauen sich einfach nicht so viel zutrauen und daher bei Lohnverhandlungen zu unsicher auftreten, wie ich es auch war. Seid selbstbewusst und vertraut auf eure Stärken, egal ob Männlein oder Weiblein.

  • Trucker am 23.03.2017 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn schon, denn schon....

    Wenn immer von Gleichberechtigung geredet wird, könnte ja man mal getrost anfangen: 3 Monate Rekrutenschule, und anschliessende WK-Pflicht; auch für die Damen. Scheidungsurteile, die einem danach das Leben ruinieren und man als Sozialfall endet; bitte auch für die Damen. Arbeiten bis 64, auch für die Damen. Kein 4 wöchiger Urlaub nach der Geburt eines Kindes, sondern 1 Tag frei, bitte auch für die Damen. Genug gelesen? Ich könnte noch weiter aufzählen. Bevor dies nicht angepasst wird, will ich von Feminismus und Gleichberechtigung keinen Ton mehr hören!

  • Jacob am 23.03.2017 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Feminismus ist Monofrauenglutamat

    Nicht alle Feministen erzählen Unfug. Nicht alle Reichsbürger auch nicht. :-))))) Nehmt es mir nicht übel, aber es braucht schon eine neue Bewegung für Frauenrechte. Zum Feminismus habe ich keine Meinung mehr, sondern nur noch eine Diagnose.

    • RP am 23.03.2017 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jacob

      Frauenrechte gibt es mehr als genug. Jetzt sind die Männerrechte an der Reihe.

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  • Bertb am 23.03.2017 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ja für die Gleichberechtigung;

    Nein zu Feminismus! hab noch nichts gesehen was feministinen für Frauen getan haben im positiven. Was hat gleichstellung mit verkehrstafeln zu tun wo die feministinen verlangten die schilder anzupassen? Sinn keinen, nur kosten! Wo liegt der Sinn, dass man nicht mehr fräulein sagen darf bei einer jungen Frau. was hat dieser mist mit gleichstellung zu tun? die frauenqoute ist ein schuss in den rücken der frau, bravo feminismus gut gemacht:). usw....was hat der jetztige feminismus überhaupt mit den frauen zu tun? in meinen augen garnichts sie ist zu einer hetz-neidpropaganda verkommen mehr nicht!

  • Peter Hugo am 23.03.2017 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Mariarchat

    Ich verstehe das Getue echt nicht.... ich bin also fürs Matriarchat, das wäre wohl die beste Lösung und auf jeden Fall besser als was wir jetzt haben!