Heftiger Heuschnupfen

13. Mai 2015 08:31; Akt: 13.05.2015 18:32 Print

Jetzt kommen die Graspollen – in Massen

Wer an Heuschnupfen leidet, hat jetzt schlechte Karten. Dank dem Regen und den hohen Temperaturen herrscht für Graspollen ideales Flugwetter.

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Eines der Lebensmittel, die Heuschnupfen-Betroffenen helfen können, ist Broccoli. Das Powerfood ist reich an Vitamin C und dämpft Allergiesymptome. Broccoli enthält zudem reichlich Kalzium und hilft dadurch, die Produktion von Juckreiz steigerndem Histamin zu hemmen. Der Mineralstoff steckt auch in ... ... Nüssen. Und Mandeln sind gute Kalzium-Lieferanten. Zudem enthalten Nüsse einen weiteren wirkungsvollen Inhaltsstoff, der die Histaminproduktion hemmt: Zink. Das Spurenelement beugt dem plagenden Juckreiz in der Pollenflugzeit vor. Sesam ist ebenfalls reich an Zink und enthält jede Menge Mangan. Dieses Spurenelement hilft dem Körper, Allergene zu bewältigen, und stärkt das Immunsystem, um Rötungen und Juckreiz vorzubeugen. Mangan steckt auch in ... ... Hirse. Das gesunde Getreide enthält neben den Histaminsenkern Magnesium und Mangan auch Eisen für starke Abwehrkräfte. Der Inhaltsstoff Gamma-Linolensäure wirkt entzündungshemmend. So kann das Öl Hautkrankheiten vorbeugen. Die Supersamen enthalten Eisen, Kalzium und Omega-3-Fettsäuren, was Heuschnupfen lindern kann. Auch in ... ... Speiseleinöl stecken jede Menge Omega-3-Fettsäuren. Geben Sie in der Heuschnupfen-Saison das Öl zum Salatdressing, um die Pollenallergie zu lindern. Die probiotischen Lacto- und Bifido-Bakterien in Jogurt sowie Interferon, das beim Verzehr produziert wird, helfen gegen lästige Pollen. Denn die Stoffe stärken das Immunsystem und die Schleimhäute und mindern so den Juckreiz, tränende Augen und Niesen. Schlagen Sie den Auslöser mit den eigenen Waffen: Der hohe Histamingehalt von Brennnesseln hilft dem Organismus, sich an das Allergen zu gewöhnen. Es lohnt sich daher, am besten vor dem ersten Pollenflug regelmässig Brennnesseltee zu trinken. Die feine Frucht ist ebenso wie die Sanddornbeere und Acerolakirsche eine Vitamin-C-Bombe. Das Vitamin kann Histamin binden und dessen Abbau beschleunigen und so Allergiebeschwerden mindern.

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Die Augen schwellen an und tränen, die Nase läuft und kitzelt, man niest im Minutentakt und möchte sich am liebsten den ganzen Tag kratzen. Die Pollen sind da – die Hauptsaison ist offiziell eröffnet. Und zwar richtig.

Nach dem langen und intensiven Regen sind die Temperaturen in den letzten Tagen in die Höhe geschossen, es ist trocken und warm. Ideale Bedingungen für Graspollen: «Dank dem vielen Wasser konnten die Gräser schneller wachsen und die Pollen sind jetzt in hoher Konzentration unterwegs», sagt Biometeorologe Bernard Clot. Da ein Grossteil der Schweizer und die Mehrheit der Allergiker auf diese Art von Pollen reagierten, litten jetzt besonders viele Leute.

«Jetzt geht es richtig los»

Dies spürt auch Roman Schmid, Inhaber der Bellevue-Apotheke in Zürich. «Die letzten Wochen war es ruhig, jetzt aber fängt es Knall auf Fall an», sagt er. Die Leute stürzten sich auf Antiallergika und Naturheilmittel. «Obwohl die Alternativmedizin derzeit boomt, greifen die Leute, die wirklich leiden, eher zur Chemie. Viele sagen: ‹Ich will jetzt einfach Ruhe.›»

Die Graspollen-Saison habe begonnen, bestätigt auch Sereina Maibach, Beraterin bei Aha! Allergiezentrum Schweiz. «Jetzt geht es richtig los.» Normalerweise verteilten sich die Pollenmengen eher über mehrere Wochen, aufgrund des Regens und des heissen Wetters habe die Saison dieses Jahr aber heftiger begonnen als sonst, so Clot. Wer allergisch auf Graspollen ist, deckt sich besser gleich mit genug Mitteln ein: «Die Heuschnupfen-Zeit dauert noch bis Juli, August.»

Über 40 Impfungen innert drei Jahren

Wem diese Medikamente nicht reichen, der hatte bisher nur eine Möglichkeit: die Hyposensibilisierung. Dabei wird der Patient solange mit den Allergie auslösenden Stoffen in Kontakt gebracht, bis sie keine oder nur noch eine leichte Reaktion auslösen.

Die häufigste und effektivste Methode sind Impfungen: Dem Patienten werden die Pollen, auf die er allergisch reagiert, in Form einer Lösung mehrfach unter die Haut gespritzt. Die Dosis wird über mehrere Jahre hinweg erhöht. «Wer beispielsweise an zwei verschiedenen Arten von Pollenallergien leidet, muss sich innert drei Jahren über 40 Spritzen injizieren lassen», sagt Kathrin Scherer, Oberärztin Allergologie am Unispital Basel.

«Neue Methode ist vielversprechend»

Bald könnte sich dies jedoch ändern: Eine relativ neue Form der Allergietherapie untersucht derzeit eine Arbeitsgruppe um den Dermatologen Thomas Kündig. Dabei wird dem Patienten die Lösung direkt in die Lymphknoten in der Leiste injiziert. Scherer: «Die ersten Studien sind vielversprechend, sie zeigen, dass mit weniger Impfstoff ein ähnlicher Effekt erzielt werden kann wie bei der herkömmlichen Desensibilisierung.» Diese Therapie sei jedoch noch nicht in der Routine angekommen, dafür sei die Patientenzahl noch nicht gross genug, so Scherer.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zyn Iker am 13.05.2015 09:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum nur?

    Es treibt mir die Tränen in die Augen, nicht nur wegen dem Heuschnupfen. Warum sind in der Bildstrecke so "mühsam zu essende" Nahrungsmittel abgebildet? Da fehlen doch noch Schinkengipfeli, Wurstweggen, und Chäschüechli. Davon bekomme ich auch keinen Heuschnupfen (solange ich nicht im Freien esse).

  • Alizeé am 13.05.2015 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pollen im Übermass

    Das kann ja heiter werden...ich hab jetzt schon Mühe mit den Pollen.Zudem bin ich noch Asthmatikerin.Aber wie sagt man so schön...think positive ;)

  • Mr. Sea am 13.05.2015 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Meer vs Heuschnupfen

    Ans Meer reisen, wo keine Gräser wachsen hilft gegen Heuschnupfen. Wird halt auf Dauer ziemlich teuer :-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dolce am 15.05.2015 00:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heuschnupfen

    Ich würde allen empfehlen 2-3 monate vorher schwarzkümmelöl kapseln einzunehmen. Hochdosiert calcium 1000-2000mg und noch eine darmsanierung zu machen mit activomin & symbiolact und l glutamin (;

  • LoKi am 14.05.2015 04:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überall Pollen

    Und genau die Pollen sind der Grund weshalb ich jetzt um 4 Uhr wieder wach bin und nicht gut schlafen kann...

  • sunnely am 13.05.2015 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alle jahre wieder

    ich nehme schon seit märz oder sogar februar telfastin... wirkt super. bin ein superkunde in meiner lokalen apothek... bis im august.

  • Macab am 13.05.2015 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Achtung bei Nüssen

    Das mit den gut gemeinten Ratschlägen bez. Nahrungsmittel mag für manche Pollenallergiker stimmen. Aber haben Sie schon was von Kreuzallergie mit Nüssen gehört? Ich empfehle Hasel- und Baumnüsse zu meiden.

  • Manuel am 13.05.2015 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Artikel mit Falschaussage!

    "Wem diese Medikamente nicht reichen, der hatte bisher nur eine Möglichkeit: die Hyposensibilisierung. " Bitte erst prüfen was ihr da schreibt, dann diese Aussage stimmt völlig nicht! War sehr starker Allergiker (Gräser) und habe die Allergie mit Ohrakupunktur bestens in den Griff bekommen! Lohnt sich auf jeden Fall zu testen!