Verunreinigte Bäche

22. Februar 2011 22:41; Akt: 23.02.2011 10:31 Print

Jetzt kommt die «Konfetti-Polizei»

Fasnächtler streuten letztes Jahr viel umweltschädliches Billig-Konfetti aus Kunststoff. Jetzt ziehen Städte und Gemeinden gegen die bunten Schnipsel ins Feld.

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Billig-Konfetti, das sich nicht abbaut, bereitet einigen Gemeinden Kopfzerbrechen. (keystone)

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Mehrfarbiges, aus Industrieabfällen hergestelltes Konfetti ist in der Deutschschweiz in Mode gekommen. Es ist wesentlich billiger als das herkömmliche, einfarbige Konfetti. Weil es Kunststoff enthält, wird es aber nicht abgebaut – und hat letztes Jahr in einigen Gemeinden für Ärger gesorgt. So musste in Andelfingen ZH zweimal das Bachbett abgesaugt und mussten Abwasserleitungen gespült werden. Wegen der «teuren Scherereien» hat die Gemeinde die Billig-Schnipsel nun verboten. Zum Einsatz kommt laut NZZ im März auch eine «Konfetti-Polizei»: «Zwei Kontrolleure werden mit Fotokameras jene überführen, die mehrfarbiges Konfetti streuen», so Daniel Geissler vom Fasnachtskomitee. Konfetti-Sündern würden die Reinigungskosten in Rechnung gestellt.

Während kleinere Gemeinden wie Flaach ZH das Plastik-Konfetti ebenfalls verbannen, sind in Basel traditionell nur einfarbige «Räppli» erlaubt, wie Corina Christen vom Fasnachtskomitee sagt. In Luzern gibt es weiterhin kein Verbot. Winterthur und Zürich legen den Veranstaltern nahe, Papierkonfetti zu verwenden.
Beim grossen Konfettihändler Fortura ist rund jeder zehnte verkaufte Sack Billig-Konfetti. Geschäftsführer Stefano Papini verspricht für dieses Jahr Besserung: «Es können Schnipsel mit Kunststoffschicht darunter sein. Bei der aktuellen Lieferung konnte ich aber keine erkennen.»

(daw)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • der hamburger am 24.02.2011 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    wo bleibt das verursacherprinzip ?

    warum handelt man hier nicht nach dem verursacherprinzip ? statt den bürger zu drangsalieren, wäre es da nicht einfacher, die produktion und den verkauf von platik konfetti zu verbieten ?

  • hans nötig am 23.02.2011 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    genau so...

    schon lustig, kaufen kann man die billig fötzel sicher noch überall. nehm doch die, die das produkt verkauften an die leine... immer der kleine bekommt eins drauf.

    einklappen einklappen
  • Dännel am 23.02.2011 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Abfall

    Man sollte sich mal wieder in Erinnerung rufen, dass der Mensch das einzige Lebewesen ist, welches Abfall produziert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • FS am 24.02.2011 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Möge die Macht mit Euch sein

    Und zu erwarten dass die sogenannte "Wirtschaft" umdenkt ist so was von naiv! Wo Geld zu verdienen ist, wird es auch gemacht, Skrupel verdrängt man mit Geld! Nur einer hat es in der Macht: der Konsument! In der selben Rubrik wie bescheuertes Plastik-Konfetti gehören beispielsweise die ach so geliebte Lametta an Weihnachten... PS: Lametta besteht aus 50% Aluminium und 50% Blei...! Kopfschütteln!

  • FS am 24.02.2011 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Staat Staat Staat... wo bleibt das eigene Gehirn?

    Der Konsument von Heute: Der Staat soll mir bitte alle Produkte getestet und mit Bio-Label fixfertig zubereitet auf den Schoss legen, denn schliesslich ist Denken extrem anstrengend und nicht zumutbar! Und wenn dann der geliebte Lutscher vom Staat verboten wird weil es irgendwie schädlich ist, redet man von Bevormundung...! Freiheit heisst auch: Gehirn beim Einkaufen einschalten!

  • der hamburger am 24.02.2011 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    wo bleibt das verursacherprinzip ?

    warum handelt man hier nicht nach dem verursacherprinzip ? statt den bürger zu drangsalieren, wäre es da nicht einfacher, die produktion und den verkauf von platik konfetti zu verbieten ?

  • Franz W. Seibold am 24.02.2011 04:09 Report Diesen Beitrag melden

    Die kleinen hängt man ...

    Es wundert einem immer wieder. Wie bei vielen anderen umweltschädlichen Produkten, sollte auch hier der Import und der Verkauf dieser verboten sein, dann gibt es diese Diskussion erst gar nicht.

  • angel am 23.02.2011 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Warum immer auf die Bürger?

    schon komisch warum man beim Thema Umweltschutz immer erst auf die Bürger losgeht! Warum fängt man nicht mal zuerst bei der Industrie und wirtschaft an??? die machen bestimmt 90% der Umweltverschmutzung aus! Aber nein immer den Bürgern ein schlechtes Gewissen machen! Irgendwann wird uns noch Co2-Steuern fürs atmen verrechnet!