Loredana in Pristina

10. Mai 2019 15:07; Akt: 10.05.2019 16:16 Print

«700'000 Franken sind nicht viel in der Schweiz»

Die Rapperin Loredana soll einem Walliser Ehepaar 700'000 Franken abgenommen haben. In einem Hotel in Pristina stellte sie sich der Öffentlichkeit.

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Loredana konnte in den letzten Tag stark an Follower auf Instagram zulegen. Loredana und ihr Mann erscheinen bei der Pressekonferenz in einem Hotel in Kosovo. Sie sei hier, weil sie einen Video-Clip drehe, sagt Loredana zu Beginn der Pressekonferenz. Die Rapperin weist alle Betrugsanschuldigungen von sich: «Ihr könnt hinter mir stehen oder auch nicht.» Der Raum ist gut gefüllt. Zwischenzeitlich steht Loredana auf und wirkt etwas wütend. Sie wirft der Presse vor, sie habe sie nicht genug für ihr Schaffen gewürdigt. Die Rapperin weist alle Betrugsanschuldigungen von sich: «Ihr könnt hinter mir stehen oder auch nicht.» Loredana geht davon aus, dass ihr Image keinen Schaden nehmen werde. Loredana gibt an, dass das Geld, das geflossen ist, weder mit Gewalt noch durch Betrug geflossen ist. Alles sei auf freiwilliger Basis gelaufen. Die Sache habe bereits 2016 angefangen. Da habe sie noch nicht gewusst, was läuft. Ein Teil ihrer Familie sei involviert gewesen. Ihr Mozzik sei nur gekommen, um zu schauen, was geschieht. Loredana: «Wenn es um meine Familie geht, kenne ich nichts. Weiter gibt sie an, dass es ihr wichtig sei, zu sagen, was für sie die Wahrheit ist. Laut Anwalt Gashi möchte Mozzik etwas sagen. Dieser begrüsst alle. Auch er sei beleidigt worden. «Es gab Lügen über uns.» Sie hätten aber alles mit ihrem Erfolg erreicht. Er sei und bleibe der Ehemann von Loredana und unterstütze sie. Loredana wurde nie verhaftet, sie wurde nur von der Polizei befragt. Die Situation sei nicht klar, so Anwalt Sadiku. Es sei nie die Absicht seiner Klientin gewesen, jemanden auszunehmen. Es sei ein ziviler Prozess. Loredana und ihr Mann Mozzik. Auch Mozziks Bekanntheitsgrad habe sicher dazu beigetragen, dass sich die Medien so auf diesen Fall gestürzt hätten. Immer wieder macht Gashi Loredana Komplimente. So auch Mozzik. Anwalt Gashi bestätigt, dass ein Bruder von Loredana zu Beginn involviert war. Loredana an ihrer Pressekonferenz in Kosovo. Loredana an ihrer Pressekonferenz in Kosovo. Loredana an ihrer Pressekonferenz in Kosovo. Loredana an ihrer Pressekonferenz in Kosovo. Loredana an ihrer Pressekonferenz in Kosovo. Loredana an ihrer Pressekonferenz in Kosovo. Loredana an ihrer Pressekonferenz in Kosovo.

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Mit einer grossen schwarzen Sonnenbrille und komplett in Weiss: So erschien Loredana Zefi am Freitag zu der Pressekonferenz im Hotel Emerald nahe der kosovarischen Hauptstadt Pristina. Begleitet wurde sie von ihrem Ehemann, dem kosovarischen Star-Anwalt Tomë Gashi und dem Luzerner Anwalt Artan Sadiku.

Sie stellte sich damit erstmals der Öffentlichkeit, nachdem bekannt geworden war, dass sie einem Walliser Ehepaar 700'000 Franken abgenommen haben soll. Gegen Loredana wird in der Schweiz wegen Betrugs ermittelt.

Wer eine organisierte PK oder eine reuige Loredana erwartete, wurde enttäuscht. Stattdessen kam die Rapperin immer wieder darauf zurück, dass sie für einen Videodreh in Kosovo sei, sprach von ihrem Talent und wie wichtig ihre Familie ihr sei.
Den ganzen Live-Ticker gibts hier zum nachlesen.

«Alles geschah auf freiwilliger Basis»

Ab und zu gab es auch Antworten zu dem Betrugsvorwurf im Fall von Petra Z.: Laut Loredana hat der Fall bereits 2016 begonnen. Damals habe sie nichts davon gewusst. Involviert seien verschiedene Familienmitglieder von ihr. Über diese wollte sie sich aber nicht weiter äussern.

Als sie 2018 davon erfahren habe, habe sie sowohl dem Opfer als auch ihren Familienangehörigen helfen wollen. Sie habe erst vor kurzem erfahren, dass das Opfer das Geld noch nicht zurückerhalten hat. Ausserdem betonte Loredana, dass das Geld auf freiwilliger Basis geflossen sei. Es sei kein Zwang und auch kein Betrug im Spiel gewesen.

«Schweizer Medien haben mich zu wenig gewürdigt»

Während sich die Rapperin und ihre Begleitpersonen zu Beginn als geschlossene Front präsentierten, wurde schnell klar, dass die Mauer bröckelt: Immer wieder waren sie und der kosovarische Anwalt Gashi nicht einer Meinung. Bei ihm kam schnell das Gefühl auf, dass er vor allem anwesend war, weil es sich bei der Beschuldigten um eine erfolgreiche Rapperin handelt.

Einmal meinte er zu Loredana: «Sag du jetzt nichts mehr.» Trotzdem hielt sich die Rapperin nicht daran: Als es um ihre Karriere ging, stand sie etwas wütend auf, fuchtelte mit der Hand herum und erklärte, dass die Schweizer Medien ihren Erfolg nicht genügend gewürdigt hätten. Eheman Mozzik bat sie immer wieder, sich zu setzen.

«700’000 Franken sind in der Schweiz eine Kleinigkeit»

Auch verhielt sich Gashi etwas unprofessionell: Er machte Loredana und Mozzik nicht nur immer wieder Komplimente, sondern beleidigte die anwesenden Journalisten. Zum Fall von Petra Z. meinte er: «700’000 tönen nach viel Geld, aber in der Schweiz, wo der Lebensstandard so hoch ist, ist diese Summe eine Kleinigkeit.»

Und: «Wenn Loredana für die Albaner in der Schweiz steht, ist das sehr positiv.»

Die PK nahm nach rund einer Stunde ein abruptes Ende: Loredana und ihre Begleiter verliessen den Saal, ohne sich wirklich von den Anwesenden zu verabschieden.

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