Salomé Balthus

05. Dezember 2019 14:51; Akt: 05.12.2019 17:59 Print

Edel-Prostituierte kritisiert «Weltwoche» nach Date

von B. Zanni - Ein «Weltwoche»-Autor berichtet über sein Rendezvous mit der Edel-Prostituierten Salomé Balthus. Diese wirft ihm einen Verstoss vor.

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Zum Hauptgang wählte die deutsche Edelprostituierte Fisch, nicht Rindfleisch. Bei rotem Fleisch fühle sie sich immer «so fett», soll sie verraten haben. Der Geschlechtsverkehr gehöre zu ihrem Beruf meist einfach dazu, «wie Essen». Das müsse ja auch sein und könne völlig abwechslungsreich sein. Beim Akt selber empfinde sie vor allem die Schönheit, die ihr durch die Kunden vermittelt werde, soll Salomé Balthus weiter gesagt haben.

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Zum Sex kam es aber nicht. Balthus sei nach einem Toilettenbesuch kurz vor Mitternacht zum Ausgang gehetzt, schreibt der Autor. Draussen habe er gerade noch gesehen, wie ihr Taxi in die Nacht fahre.

Date nach Interview-Absagen

Mit diesen und weiteren Details aus ihrem Leben beschreibt «Weltwoche»-Redaktor Roman Zeller in der aktuellen «Weltwoche»-Ausgabe sein knapp vierstündiges Date mit der Edelprostituierten.

Zu einem Date liess sich Zeller angeblich nach wiederholten Interview-Absagen hinreissen. «‹Als Kunde sind Sie jederzeit willkommen›, hiess es immerhin. Also packte ich genügend Kleingeld ein», beschreibt Zeller die Vorgeschichte seiner Buchung. Die Anweisung für den «heiklen Moment» habe gelautet: «Überreichen Sie der Hetäre das vereinbarte Honorar diskret in einem offenen Briefumschlag.»

«Rein privat gebucht»

Während Balthus ihrem Kunden noch mit «Sie sind mir sehr sympathisch» geschmeichelt haben soll, änderte sich dies nach der Publikation des Artikels am Donnerstag schlagartig. «Sehr geehrte Weltwoche, Ihr Autor Roman Zeller hat über mich und ein ‹Rendezvous› mit mir geschrieben. Er hatte mich rein privat als Escort gebucht. Für eine Zusammenarbeit mit Ihrer Zeitung stand ich nicht zur Verfügung», schrieb sie auf Twitter.

Es sei kein Sex-Date gewesen, fügte sie in einem zweiten Post an. Zeller habe sie «rein privat» kennenlernen wollen, nachdem sie monatelang Interviews abgelehnt habe. «Ich liess mich darauf ein, weil er mir ein bisschen leid tat … die Bedingung war, dass das Gespräch nicht journalistisch verwendet wird.» Zudem sei für die Illustration ein Foto benutzt worden, ohne dass die Bild- oder Nutzungsrechte eingeräumt worden seien.

Unterstützung von Usern

Zahlreiche User fühlen mit der Edel-Prostituierten mit. Von «ekelhaftem» und «widerlichem» Verhalten ist die Rede. Einige User sehen den Artikel als Fall für den Presserat und wünschen dem Journalisten, dass dieser ihn teuer zu stehen kommt. «WTF? Weltwoche, geht’s noch bei euch? Schon mal was von journalistischer Ethik gehört? Ihr könnt froh sein, wenn ihr nicht wegen Verletzung von Persönlichkeitsrechten verklagt werdet!», schreibt eine Userin. Ein anderer User sieht «Anwälte die Stifte zücken».

Manche Reaktionen stellen aber auch das Verhalten von Balthus infrage. «Überraschung … wer hätte gedacht, dass es in der Zeitung kommt, nachdem man monatelang Interviews abgelehnt hat?!», schreibt jemand.

«Geradezu euphorischer Artikel»

«Weltwoche»-Chefredaktor Roger Köppel schreibt auf Anfrage von 20 Minuten: «Roman Zeller hat sich korrekt als Weltwoche-Journalist zu erkennen gegeben und einen geradezu euphorischen Artikel über eine sehr intelligente Frau geschrieben.» Von Salomé Balthus hat die Redaktion bis am frühen Donnerstagnachmittag noch keine Antwort erhalten.

In die Schlagzeilen geriet Balthus erstmals nach der Sendung «Schawinski» im April 2019. Der Moderator Roger Schawinski hatte sie vor laufender Kamera gefragt, ob sie als Kind sexuell missbraucht worden sei. Zuvor hatte er einen Clip abgespielt, in dem die deutsche Feministin Alice Schwarzer behauptet, dass eine überwältigende Mehrheit von den Frauen, die freiwillig in der Prostitution seien, in der Kindheit sexuellen Missbrauch erfahren hätten.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marko0912 am 05.12.2019 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    !!!!

    sich als Reporter zu erkennen geben, oder sie um Erlaubnis zu Fragen ist ein mega unterschied. so was darf nicht passieren das ist das gleiche wie mit dem weiter verkaufen von Daten, man stimmt zu das die Daten an dritter weiter zu geben aber die dürfen die Daten nicht nutzen um mich mit Telefon Terror zu nerven!

  • Belly am 05.12.2019 15:02 Report Diesen Beitrag melden

    Beweggründe

    "Ich liess mich darauf ein, weil er mir ein bisschen leid tat" Solche Beweggründe haben noch nie positives hervorgebracht. Und klingen im Nachhinein selten glaubhaft.

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  • Remo Röibär am 05.12.2019 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    Moneten

    Ehrlicher wäre wohl: "Ich liess mich darauf ein weil es leicht verdientes Geld war".

Die neusten Leser-Kommentare

  • Papa Bär am 05.12.2019 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prostitution...

    ...ist das älteste Gewerbe der Menscheit und hat seine absolute Berechtigung. Ein notorischer Dazwischenredner, Worteunterbrecher wie dieser Moderator hat da rein gar keinen Einfluss auf die heutige Denkweise und klammert sich an jeden Strohhalm um Beachtung zu bekommen. Bekommt und bekam er von mir aber noch nie, weil bei ihm ein "Miteinander" unmöglich ist. So gehe er dann seinen eigenen Weg in Einsamkeit weiter!

  • Salomon am 05.12.2019 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefühl

    Irgendwie habe ich das Gefühl beide Seiten waren sich der Konsequenzen im klaren und beiden Seiten nützt die mediale Aufmersamkeit.

  • Tom am 05.12.2019 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Verwundert

    Mich würde wundernehmen wieviel die 4 Stunden gekostet haben Was ich nicht verstehe wenn ich ne Prostituierte buche dann will Mann doch Sex

  • Das Fundament am 05.12.2019 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    meine meinung

    Sex rein des geldes, oder nur der eigenen befriedigung wegen, ist unverantwortlich und ehrenlos. Doch leider gehören one night stands, sexuelle untreue und prostitution mittlerweile zum alltag dazu und wird sogar regelrecht glorifiziert. In diesem fall sind für mich beides moralisch abwertende menschen. Amen...

    • marko 34 am 20.12.2019 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Das Fundament

      Wirklich

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  • Roman Meier am 05.12.2019 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ethisch nicht korrekt,

    was Roman Zeller macht. Dafür sollte er hart bestraft werden.