Tell erschiesst Israeli

30. Juni 2011 22:49; Akt: 01.07.2011 09:49 Print

Judenfeindlicher Flyer von Genfer Faschisten

Nach der Israel-Boykott-Kampagne der Aufruf zum Mord: Genfer Faschisten lassen Wilhelm Tell auf einem Flyer auf Juden schiessen. Schweizer Juden prüfen nun Klagen.

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Mit diesem Flyer wirbt die GNC für ein 1.-August-Grillfest.

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Ein Männchen mit Kippa und israelischer Flagge auf dem Bauch liegt auf dem Boden. In seiner Stirn steckt ein Armbrustpfeil, darüber prangt der Slogan: «Rette die Schweiz. Ziel genau!» Mit diesem Flyer für ein Grillfest am 1. August hetzt die Gruppierung Genève non conforme (GNC) gegen Juden und Israel – nur eine Woche nachdem bekannte Schweizer Politiker mit einem Boykott-Aufruf für israelische Produkte für einen Eklat gesorgt hatten.

Jüdische Organisationen sind über den Flyer empört: «Das ist ein Aufruf zum Mord an Juden», sagt Johanne Gurfinkiel von der Westschweizer Koordinationsstelle gegen Antisemitismus (Cicad). Für Sabine Simkhovitch-Dreyfus, Vizepräsidentin des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds, hat die Genfer Gruppierung mit dem «Aufruf von der übelsten Sorte» eine rote Linie überschritten. Die Organisationen prüfen nun, ob sie juristisch oder anderweitig gegen die GNC vorgehen können.

Damit konfrontiert, krebste die GNC gestern zurück und schwächte den Flyer ab. Laut einem Mitglied, das sich – in Anlehnung an den italienischen Faschisten-Führer Mussolini – Benito M. nennt, habe man nie zu Gewalt gegen Juden aufrufen wollen. Das Männchen auf dem Flyer sei nur die «Personifizierung des Staates Israel», dessen Zerstörung die GNC fordere. Für Sabine Simkhovitch-Dreyfus ist dies jedoch nur eine Ausrede: «Der Pfeil in der Stirn lässt leider keine Zweifel.»