Demos in 13 Städten

02. Februar 2019 13:42; Akt: 02.02.2019 18:09 Print

«Wir machen weiter, bis das Klima gerettet ist»

Schweizweit rufen Jugendliche am Samstagnachmittag zu Klima-Demonstrationen auf. Ihr Anliegen ist immer dasselbe: Die Politik soll endlich konkret etwas gegen den Klimawandel tun.

Auf dem Zürcher Helvetiaplatz trafen sich Tausende Demonstarnten um für ein Umdenken in der Klimapolitik zu kämpfen. (Video: 20M/Tamedia)
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«Wir müssen an den Wandel glauben. Nur dann können wir ihn erleben», ruft Orlando (16) ins Mikrofon. Die Menschenmenge auf dem Zürcher Helvetiaplatz applaudiert zustimmend. Der Schüler hat mitgeholfen, die Klimademonstration in Zürich diesen Samstag zu organisieren. Für das «Recht auf eine Zukunft» und gegen die «Klimakrise» gehen schweizweit wieder Tausende Schüler, Studentinnen und Auszubildende auf die Strasse.

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Die Demonstranten fordern ein radikales Umdenken in der Klimapolitik und verlangen einen konsequenten Verzicht auf Öl und Gas bis 2030. Die Schweiz solle den Klimawandel als sogenannten «Klimanotstand» und damit als Krise, die es politisch und gesellschaftlich zu bekämpfen gelte, anerkennen. «Es ist die Aufgabe von uns allen, lässt uns Junge nicht im Stich», ruft Orlando weiter in die Menge. Solidarität sei nun gefragt, mit den Mitmenschen, den Tieren, den Pflanzen. Die Menge jubelt erneut.

Regierung soll Klimanotstand ausrufen

Ein Ziel der heutigen Demonstration sei es unter anderem, die kantonale Regierung in Zürich dazuzubringen, den besagten «Klimanotstand» auszurufen, sagt Orlando zu 20 Minuten. Die Demonstrationen in den 13 Städten heute seien nicht nur für Schüler gedacht, sondern für alle offen. Damit wolle man der Politik zeigen, dass das Klima keinesfalls nur ein Anliegen der Jungen sei. Tatsächlich: Auf dem Zürcher Helvetiaplatz haben sich Jung und Alt versammelt. Vereint rufen sie: «Wir sind da, weil man uns die Zukunft klaut» und verschiedene weitere Parolen. Das Organisationskomitee spricht von über 10'000 Demonstranten alleine in Zürich.

«Das Klima geht uns alle an. Solange wir nichts dagegen tun, haben nicht nur wir, sondern vor allem auch alle Generationen nach uns ein riesiges Problem», sagt Student Felix. Valentina aus Zürich pflichtet ihm bei: «Wir müssen handeln, weil die Politik zu wenig fürs Klima tut.» Wo man nur hinschaut, halten die Demonstranten jedes Alters Transparente in die Luft. Da steht etwa: «Es ist 5 vor 12» oder: «Hopp Schwiiz! Beim Klima sind wir nicht neutral.»


Über 10'000 Menschen gingen in Zürich auf die Strasse (Video: Tamedia)

Bereits letzte Woche waren schweizweit rund 22'000 Schüler auf die Strasse gegangen, um für das klimapolitische Umdenken zu demonstrieren. Diesen Samstag wurde diese Zahl bei weitem übertroffen. Mitorganisator Orlando sagt schliesslich: «Solange der Klimawandel nicht besiegt ist, werden wir nicht aufhören, zu demonstrieren.»

Auch in 12 weiteren Städten demonstrierten Jung und Alt gegen die gegenwärtige Umweltpolitik. Schätzungsweise 1500 bis 2000 Personen haben am Samstag in Bern an einer von Schülern organisierten Klima-Kundgebung teilgenommen. Die Teilnehmer brachten im wahrsten Sinn des Wortes den Waisenhausplatz zum Erzittern.


10'000 Personen demonstrierten in Lausanne, wie ein Polizeisprecher sagte. In St. Gallen zogen rund 800 Demonstranten aller Altersgruppen durch die Innenstadt. Zuvorderst hielten Schülerinnen und Schüler Spruchbänder mit «Macht mal was!» oder «Make the earth great again». Auch hier beteiligten sich an dem Demonstrationszug vom Klosterbezirk durch die Einkaufsgassen zum Bahnhof viele Erwachsene, Familien mit kleinen Kindern und Klima-Senioren.


Die vorhergehenden Klima-Streiks fanden jeweils am Freitag statt. Als Grund für die Durchführung der Klimademo an einem Samstag sagte Miriam Rizvi, Sprecherin des Kollektivs Klimastreik Ostschweiz: «Wir wollten, dass auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und auch Lehrerinnen und Lehrer teilnehmen können.»


Auch das Tessin wurde erstmals von der Klimastreikwelle erfasst. Über 1000 Schüler, Studenten und Familien demonstrierten in der Bellinzoneser Innenstadt.



(jk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alles wird gut am 02.02.2019 14:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja aber

    Gut so! Aber bitte konsequent liebe Jugendliche. Auch ihr müsst dann verzichten, z.B. Party bis am Morgen früh und dann McDo und alles liegen lassen (betrifft nicht alle aber viele) und hoppla ich fliege kurz für eine Woche an die Wärme usw. usw. Ja Umwelt- bzw. Klimaschutz hört dort auf wo es einem persönlich trifft.

    einklappen einklappen
  • P. Lustig am 02.02.2019 16:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Elektroschrott etc.

    Super, dann gebt mal bitte schön alle Euer Handy und Eure Spielkonsole ab, verzichtet auf Kleider aus dem Import, auf Ferien im Süden, auf den Energiedrink aus der Aludose und das stille Wasser aus Frankreich. ;-)

  • Heinz am 02.02.2019 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Müll?

    Wie wäre es, gegen die Vermüllung der Schweiz zu demonstrieren?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bleiker am 03.02.2019 20:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    klima wandel stopen

    ich verstehe nicht weshalb so viele menschen glauben wir könnten den klimawandel stopen! das klima hat sich schon immer gewandelt und wird sich auch immer wandeln!

  • Cilitan am 03.02.2019 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lernen und etwas erfinden

    wenn sie dies solange machen bis das klima gerettet ist dann demonstrieren sie in 90 jahren noch. vielleicht sollten sie ihr wissen trainieren und erfinden dann eventuell das ding zur rettung. aber nur plakate schwingen bringt nichts. ich hoffe die plakate haben sie auch mit nach hause genommen und nicht liegen lassen

  • Röby am 03.02.2019 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realität oder Traum

    Es ist nicht möglich etwas zu ändern solange die Wirtschaftgelder gesteigert werden. Auch wenn die Jugend nicht bereit ist auf den Wohlstand zu verzichten. Ohne massiven Einschrenkungen nicht möglich ! Verzicht auf Länderreisen, Freizeitgestaltungen jeder Art. Auf Wissenschaften und Technik. Vor Ort Leben und bleiben. Medizin Einschränken, Wassersport und schifffahrten Einschrenken. Transporte in und Exporte stoppen. Naja alles klar? geht wohl kaum oder doch !?

  • KKTVCAM am 03.02.2019 18:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man anderen Tatenlosigkeit vorwirft und selbe

    Wenn ihr schon ständig "demonstriert" dann macht doch eine Vorschlag und brüllt nicht nur rum "wir müssen das Klima retten". Es gibt noch kein Endlager und im Kanton Bern haben wir 30% Atomstrom, durch das Abschalten von Mühlenberg, Ende dieses Jahres, wird es dazu kommen, dass wir Strom aus dem Ausland importieren müssen. Es wäre möglich das wir Kohlenstrom importieren müssen. Ein geordneter Ausstieg wäre sinnvoller gewesen, denn AKW's sind wenigstens CO2 neutral.

  • sagamol am 03.02.2019 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denn sie wissen nicht was sie tun

    Forderungen von einer Generation, welche ausser dem Konsum und schwelgen im Luxus noch gar nichts geleistet hat. Verzicht oder unten durch? Für die ein Fremdwort. Ein wahrhaftes Wohlstandsproblem, welches sich aber schon bald in Luft auflösen wird und das ist gut so.