Politik

02. April 2016 19:10; Akt: 02.04.2016 19:16 Print

Jugendliche gründen ein eigenes Parlament

Nach einer Jugendsession soll es auch ein Schweizer Jugendparlament geben. Damit wird die politische Nachwuchsförderung gesichert.

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Engagement: Der Verband DSJ will eine stärkere nationale Plattform für jugendpolitische Anliegen. (Archiv) (Bild: Keystone)

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In den Schweizer Kantonen und Gemeinden sowie in Liechtenstein entstanden in den letzten zwanzig Jahren rund 65 Jugendparlamente und Jugendräte. Auf nationaler Ebene hingegen existiert noch keine solche Institution. Die grösste Schweizer Plattform für jugendpolitische Anliegen ist bisher die jährliche Jugendsession.

Der Dachverband der Schweizer Jugendparlamente (DSJ) will dies nun ändern. In Zukunft soll es auch auf nationaler Ebene eine politische Partizipationsmöglichkeit für Jugendliche im Alter zwischen 14 und 25 Jahren geben, wie es in einer Mitteilung vom Samstag heisst. 150 Jugendliche an der jährlichen Versammlung des DSJ haben nun so entschieden.

Der Luzerner FDP-Ständerat Damian Müller erklärte in seiner Eröffnungsrede, es sei wichtig, dass sich junge Menschen früh mit der Politik beschäftigten. «Nur so kann gewährleistet werden, dass das politische Milizsystem weitergeführt wird», wird Müller in der Mitteilung zitiert.

Andere Varianten verworfen

Für die genaue Ausgestaltung des Jugendparlaments soll eine Projektgruppe gegründet werden. Dieser sollen neben Jugendparlamentariern auch Mitglieder des Forums Jugendsession angehören. Damit könne gewährleistet werden, dass das neue Jugendparlament und die Jugendsession einander ergänzten.

Zur Diskussion standen neben einem Parlament auch zwei weitere Varianten. In einer Bedürfnisanalyse sah der DSJ auch mehr politische Kompetenzen für die bestehende jährliche Jugendsession als nationaler Jugendrat vor. Eine dritte Möglichkeit wäre die Schaffung einer ausserparlamentarischen Jugendkommission.

Die Schweiz sei in Sachen demokratische Mitsprache ein Vorbild, nicht aber was jene von Jugendlichen anbelange, heisst es in der Analyse. Bisher seien es vor allem die Erwachsenen, die sich im Namen der Jugend in die politischen Prozesse einbrächten.

Es gebe auf nationaler Ebene keine Organisation, die gut in den politischen Prozess eingebunden sei und vielen Jugendlichen die Chance zum mitmachen biete.

(fal/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Geissenpeter am 02.04.2016 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wir wollen keine Berufspolitiker!

    wir haben ein Milizparlament. Arbeiten und abstimmen. Solche Jugendliche müssen einen Beruf erlenen, dann arbeiten und erst später können sie an der Politik teilhaben. Aber Studenten oder Jugendliche in die Politik holen macht sie nur vom Staat abhänhig und lässt sie den Sinn für Realität verlieren. Wir haben jetzt schon zu viele korrupte Berufspolitiker die völlig realitätsfremd politisieren. Ich will nicht dass die Jugend auch so wird. Man sollte dringend den Lohn der Parlamentarier kürzen!

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  • MarX SuXX am 02.04.2016 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    nein danke

    noch mehr linksradikale Schnuderis die in die Politik drängen? Das braucht es nun wirklich nicht, von denen haben wir schon mehr als genug.

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  • Tomy am 02.04.2016 19:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und bezahlen? Mami und Papi?

    Die Jungen sollen sich statt mit labern wie die Alten, mal anpacken und es mit Ar rot versuchen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mike F. am 05.04.2016 20:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gats no? mit 14 Jahren ins Parlament?

    So schlimm ist es also schon? unsere Kinder machen mit 14 Jahren aktive Politik, anstatt miteinander draussen zu spielen, Lausbubenstreiche auszuhecken, Baumhütten o.ä. zu bauen, e.c.t. Da kann man solchen Eltern von solchen jungen Parlamentariern ja nur gratulieren! Ich hoffe doch sehr für die Kinder das neben der Schule und dem Parlament, der Geigen- und Pianounterricht sowie der Tennis- und Golfkurs nicht zu kurz kommen.

  • Sina am 03.04.2016 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Organisation?

    Es gäbe keine Organisation auf nationaler Ebene? Jugendliche können bei jeder Partei wie der JUSO oder der JSVP bei der richtigen Politik mitmachen und brauchen kein Spielzeug Jugendparlament.

  • ... am 03.04.2016 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erfahrung fehlt vielleicht

    Ich finde es wirklich gut, beschäftigt sich die Jugend mit der Politik. Jedoch sollte auch eine gewisse Grundlage an Wissen und Erfahrungen da sein, welche viele Jugendliche oft nicht haben. Grundsätzlich finde ich es aber einen wichtigen Schritt, welcher hier getan wird.

  • Frau am 03.04.2016 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Prinzip ja aber...

    Finde es prinzipiell begrüssenswert wenn Jugendliche sich mit Politik beschäftigen. Nur, Lebenserfahrung fehlt ihnen halt und unfertig sind sie eben auch noch. Ein 14jähriger wird seine Meinung noch mehrmals ändern wenn er erst in Beruf und Familie eigene Erfahrungen gesammelt hat. Studenten schweben sowieso auf Ebenen welche oft nicht realitätsfremder sein könnten. Mein Fazit: sich mit Politik beschäftigen, unbedingt JA, Politik machen, unbedingt NEIN.

    • Meew am 03.04.2016 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frau

      Es braucht nur 2 worte um Ihre argumentation ad absurdum zu führen: donald trump

    • Nicht vergleichen am 03.04.2016 14:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frau

      Kann Ihrem Gedanken nicht ganz folgen da ich nicht behauptet habe dass jeder Erwachsene automatisch gute Politik macht. Sollte Trump auf dem Niveau eines 14jährigen stehen geblieben sein, so hat das nichts mit meinem Kommentar zu tun. Aber ich verstehe schon was Sie sagen wollten.

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  • le tintin am 03.04.2016 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohalätz

    Ich staune extrem über die vielen kritischen Kommentaren zu Jugendlichen in der Politik. Dauernd wird genörgelt, dass die Jungen sich nicht für Politik interessieren & nicht wählen gehen. Jetzt tun's die Jugendlichen, und wieder wird genörgelt.

    • Christian Frei am 03.04.2016 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @le tintin

      Finde ich genau so ja!

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