SOS im Waadtland

24. März 2020 21:51; Akt: 24.03.2020 21:51 Print

Junge Ärzte schlagen auf Instagram Alarm

Ärzte ergreifen auf Instagram das Wort, um die Leute für die Dringlichkeit der Situation zu sensibilisieren. Unter ihnen ist Laetitia Guarino, Chirurgin und ehemalige Miss Schweiz.

Das Problem sei nicht nur das Virus, sondern auch die Menschen, die sich frei bewegen, erklärt ein junger Arzt. (Video: 20minutes)
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«Ich bin sehr besorgt über die Situation und hoffe, dass der Bundesrat bald eine vollständige Ausgangssperre aussprechen wird», äussert Laetitia Guarino auf «20 Minutes» die Entscheidungen der Politik zum Thema Coronavirus. Für die Chirurgin in Neuenburg und ehemalige «Miss Schweiz» ist das Versammlungsverbot für mehr als fünf Menschen zu wenig. Und das äussert sich auch in den sozialen Medien. Genauer: Auf Instagram.

Der Account @parolesdedoc wurde erst letzten Sonntag erstellt. Von Ärzten, die via Video-Botschaften, die Menschen für die Dringlichkeit der aktuellen Situation sensibilisieren und ihre Bedenken mitteilen wollen. Guarino ist eine von ihnen. Ihre Anliegen aber sind vielfältig. Es geht um den Mangel an Schutzausrüstung und fehlende Betten in den Spitälern und Bedenken über die Wirksamkeit der behördlichen Massnahmen.

Ein Fenster ins Krankenhaus

@parolesdedoc erklärt sich in seinem ersten Post selber: «Es ist eine Gelegenheit für uns, während dieser Pandemie ein Fenster zum Krankenhaus zu öffnen. Ein Überblick über unsere täglichen Gedanken, Sorgen, Fragen und um Ihnen diese Nachricht zukommen zu lassen: Wir folgen derzeit der italienischen Kurve an Infektionen, mit allen Katastrophen. Lassen Sie uns diese Kurve gemeinsam abflachen: Bleiben Sie zu Hause!»

Mona ist Ärztin in einem kleinen Krankenhaus im Kanton Waadt. Sie stand am Anfang der Idee, die sie dann zusammen mit einem befreundeten Grafikdesigner umsetzte. Sie besteht darin, Menschen den Zugang zur Realität in den Spitälern zu geben, sie aufzuklären, von kranken Kollegen zu berichten und zu zeigen, was gerade los ist. «Ich arbeite elf Stunden am Tag, einige Kollegen machen zwölf», sagte Mona auf Heidi.news, «aber wenn wir erschöpft sind, können wir nicht mehr wie zuvor behandeln.»

Das Netzwerk einer Miss Schweiz

Jeanne - auch aus dem Kanton Waadt - appelliert an Unternehmen im Kanton: «Ich weiss, dass es grosse Unternehmen in der Gegend gibt, die Masken auf Lager haben. Wenn Sie diese Art von FFP2-Maske in ihrem Unternehmen haben, zögern Sie nicht, sie ins CHUV zu bringen.» Aber nicht nur das Universitätspital in Lausanne ist eine Anlaufstelle. Die Aufforderung Jeannes betrifft Firmen in der ganzen Schweiz und alle Krankenhäuser.

Rund 6000 Abonnenten folgten dem Account nach 24 Stunden. Die ehemalige Miss Schweiz hatte darauf einen beträchtlichen Einfluss. Denn die wohl schönste Chirurgin der Schweiz setzt eine Knie-Operation ausser Gefecht. Im Krankenhaus kann sie erst in einigen Wochen aushelfen. «Ich versuche, meine Kollegen über meine sozialen Netzwerke zu unterstützen, indem ich ihre Zeugnisse und Videos teile», erklärt sie. Kein schlechter Weg mit über 16 000 Follower auf Instagram.


(ete)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mr. Right (Official) am 24.03.2020 22:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fertig

    Ich möchte allen hier etwas vorschlagen: Deinstalliert diese App und löst euch von diesem Witz von einer Zeitung. Lest professionell geführte Medien, nicht sensations und geldgeile tratschblätter. Und noch wichtiger, weniger lesen und öfters die Ruhe geniessen.

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  • Chlaus am 24.03.2020 22:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso immer gleich Hausarrest?

    Wieso fordern viele Leute gleich Hausarrest, wenn es eigentlich darum geht, sich nicht in Gruppen zu treffen und Distanz zu weiteren Personen zu wahren. Es sollte doch trotzdem noch erlaubt sein, sich in der Natur sportlich zu betätigen oder die Sonne zu geniessen, ohne dass man sich mit Leuten ausserhalb des eigenen Haushaltes trifft. Verordneter Hausarrest wäre ein zu radikaler Eingriff in die persönliche Freiheit und eher kontraproduktiv.

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  • Biker60 am 24.03.2020 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Röschtigraben halt

    wenn sich die Romands nicht an die Vorgaben des Bundesrates halten, kann nicht der Rest der Schweiz dafür bestraft werden. Ich lebe mitten im Röstigraben BE/FR/NE/VD und muss zugeben, dass ein riesenunterschied in der Mentalität besteht - die Romands können gar nicht irgendwelche Vorgaben einhalten....tagtäglich sind die welschen Jogger und Velofahrer in Gruppen im Berner Seeland.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • mr wrong am 25.03.2020 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist der BR??

    Alles Quatsch! Der BR muss aufwachen. Er kann (Wahrscheinlich zu viel verlangt) vom Tessin viel lernen, aber hat nicht die Faehigkeiten dazu.

  • Rabea am 25.03.2020 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Verwirrend

    Mich irritiert es eher, wenn man dauernd so viele Stimmen hört. Ärzte sehen natürlich, wie es aktuell in den Spitäler ausschaut, aber die Meinungen zum Virus unterscheiden sich massiv. Daher wäre es mir lieber, mehrheitlich offizielle Stimmen und die von jenen, die auf Epidemien spezialisiert sind hören. Weniger ist im Moment wohl eher Mehr.

  • Stefan Meier am 25.03.2020 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Umzugs-Wochenende

    Der Bundesrat hat am Montag bestätigt, dass es keinen «Zügelstopp» gibt. Der Mieter kann sich zum heutigen Zeitpunkt also nicht auf einen Notfall berufen. Momoll, da bin ich gespannt, wie unsere Umzugsfirma Desinfektion, Mindestabstand, etc. durchführen wird...... Wir haben 6 Umzugsleute. Wenn dann jeder im Schnitt 3 ansteckt, dann diese wieder 3, usw...... Anstatt alle Umzüge zu verbieten und alle warten in ihren bisherigen Wohnungen ab. Was für eine "Regierung".....

  • Vogel Strauss am 25.03.2020 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Kt. Tessin 1211Fälle so: Industrie/Baustellen geschlossen und Zuhause bleiben ! Kt. Zürich 1363Fälle so: "wenn es euch gerade so genehm ist bleibt doch bitte Zuhause, aber nur wenn ihr mögt" und: "diä uf äm Bou sölläd gfelligscht go schaffä !"

  • Mozzarella am 25.03.2020 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Corona unter uns

    Solange die kranke junge erwachsenen nicht getestet werde obwohl sie sich melden, finde ich ausgangsperre ein witz!!