Für Nicht-Gläubige

14. Oktober 2009 23:06; Akt: 14.10.2009 23:27 Print

Junge CVP fordert Atheistensteuer

Wer aus der Kirche austritt, soll dafür einer gemeinnützigen Organisation Geld spenden müssen, fordert die JCVP. Bei den anderen Parteien stösst die Idee auf Ablehnung.

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«Es kann nicht sein, dass jemand aus der Kirche austritt, nur um Steuern zu sparen», ärgert sich JCVP-Präsident Simon Oberbeck. Deshalb will seine Partei einen Vorstoss einreichen, der vorsieht, dass alle, die aus der Kirche austreten, eine Atheistensteuer zahlen sollen. Konkret: Bezahlt jemand keine Kirchensteuer, soll er aus einer Liste eine gemeinnützige Organisation oder eine Glaubensgemeinschaft auswählen, der er einen Beitrag in gleicher ­Höhe wie die Kirchensteuer zukommen lässt. «So engagieren sich alle für die Gesellschaft», meint Oberbeck. Rückendeckung erhält er von CVP-Präsident Christophe Darbellay: «Der Vorstoss respektiert die Glaubensfreiheit und schafft gleichzeitig Gleich­berechtigung zwischen den Steuerzahlern.»

Mit wenig Unterstützung scheint die JCVP dafür im Parlament rechnen zu können. So enerviert sich etwa FDP-Nationalrätin Doris ­Fiala: «Es kann nicht sein, dass auf die Religionsfreiheit noch Steuern erhoben werden.» Ähnlich tönt es bei der SVP: «Jeder Einzelne soll selbstständig wählen können, wo er zahlen möchte», so Ulrich Giezendanner. Juso-Präsident Cédric Wermuth ergänzt: «Die Kirchensteuer wird nicht einzig für soziales Engagement verwendet – viel geht auch an den Unterhalt der Kirche.»

(dra/gsc/20 Minuten)