Ausbildung

10. Oktober 2019 16:43; Akt: 10.10.2019 16:43 Print

Bauernschulen ignorieren den Klimawandel

Weltweit streiken Menschen fürs Klima und eine nachhaltigere Landwirtschaft. Im Bildungsplan der Schweizer Bauern wird das Thema bislang ignoriert.

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Der Klimawandel ist kaum Thema an Bauernschulen. Weltweit streiken Menschen fürs Klima und eine nachhaltigere Landwirtschaft. Im Bildungsplan der Schweizer Bauern wird das Thema bislang ignoriert. Die Landwirte leiden unter den Folgen der Klimaerwärmung. Gleichzeitig könnten sie einen Beitrag leisten. (Im Bild: ein ausgetrockneter Kartoffelacker). Nachhaltigkeitsthemen wie Klimawandel, Artensterben durch Pestizideinsatz oder Food-Waste als Folge von Überschussproduktion werden im Bildungsplan der Schweizer Bauern kaum behandelt, wie die SRF-«Rundschau» aufzeigen konnte. David Zumkehr, Lehrer an der Landwirtschaftsschule Inforama Rütti in Zollikofen (BE), sagte in der Sendung, dass das Verstehen des Handwerks in der Grundausbildung im Zentrum stehe. Im Rahmen des Melkens eine politische Diskussion über den Klimawandel zu führen, halte er nicht für angebracht. Im Bild: Eine Landwirtschaftsklasse beim Unterricht. Zuständig für den Lehrplan der Bauern in der Schweiz ist der Bildungsverein für Landwirtschaft. Bislang hätten es ökologische Themen beim Verein schwergehabt, schreibt die «Rundschau». (Im Bild: Unterricht zu Käse an einer Landwirtschaftsschule) Das Bundesamt für Umwelt habe im Jahr 2016 mehr Nachhaltigkeit im Bildungsplan verlangt. Es sollten die Themen Food-Waste, Abfälle getrennt sammeln und der Klimawandel in die Lernziele aufgenommen werden. (Im Bild: ein Sonnenblumenfeld) Doch der Bildungsverein für Landwirtschaft habe die Empfehlungen des Bundesamts für Umwelt bislang ignoriert. (Im Bild: Grasende Kühe auf einer Alp) Petra Sieghart, Sekretärin beim Bildungsverein, sagt: «Wir stehen vor der Revision des Bildungsplans, die 2023 abgeschlossen sein wird. Sicherlich werden die Klimafragen da auftauchen.» Im Bild: Landwirtschaftsmaschinen auf einem Bauernhof.

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Die Landwirte leiden unter den Folgen der Klimaerwärmung. Gleichzeitig könnten sie einen Beitrag leisten. Trotzdem werden Nachhaltigkeitsthemen wie Klimawandel, Artensterben durch Pestizideinsatz oder Food-Waste als Folge von Überschussproduktion im Bildungsplan der Schweizer Bauern kaum behandelt, wie die SRF-«Rundschau» aufzeigen konnte.

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Sind Nachhaltigkeitsthemen für Bauern in Ausbildung relevant?

David Zumkehr, Lehrer an der Landwirtschaftsschule Inforama Rütti in Zollikofen BE, sagte in der Sendung, dass das Verstehen des Handwerks in der Grundausbildung im Zentrum stehe. Im Rahmen des Melkens eine politische Diskussion über den Klimawandel zu führen, halte er nicht für angebracht: «Dafür sehe ich keinen Auftrag.» Auch seine Schüler sagten, dass sie dies weder fordern noch erwarten würden.

Lehrplan und Umweltthemen

Ueli Bernhard, Umweltökonom, kritisiert den Zustand, der für ihn absolut nicht haltbar sei. «Der Wandel zu nachhaltiger Landwirtschaft ist noch immer nicht ganz vollzogen.» Zuständig für den Lehrplan der Bauern in der Schweiz ist der Bildungsverein für Landwirtschaft. Von seinen zehn Mitgliedsorganisationen vertritt nur Bio Suisse eine explizit ökologische Landwirtschaft. Entsprechend schwer hätten es bislang ökologische Themen beim Verein gehabt, schreibt die «Rundschau».

So habe das Bundesamt für Umwelt im Jahr 2016 mehr Nachhaltigkeit im Bildungsplan verlangt. Es sollten die Themen Food-Waste, Abfälle getrennt sammeln und Klimawandel in die Lernziele aufgenommen werden. Doch der Verein habe diese Empfehlungen ignoriert.

Revision des Bildungsplans bis 2023

Petra Sieghart, Sekretärin beim Bildungsverein, versichert, dass man offen sei für Inputs betreffend Umweltthemen. «Wir stehen vor der Revision des Bildungsplans, die 2023 abgeschlossen sein wird. Sicherlich werden die Klimafragen da auftauchen.»

(ihr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kusiii am 10.10.2019 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Ansatz

    Vieleicht sollte auch einfach an einem anderen Ort angefangen werden Umweltfreundlich zu handeln und nicht bei der seit eh und je vorhandenen Landwirtschaft! Die ganzen Grosskonzerne können tun und lassen was sie wollen...

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  • Pedro am 10.10.2019 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kaum zu auszuhalten

    Weil ein kleines Schwedenmädchen den Aufstand probt, kann man nicht von heute auf Morgen den Bildungsplan umbauen. Wie sieht es denn an den Grund-, Primär- und Oberstufenschulen aus? Hat man den Wechsel dort bereits vollzogen? Wohl kaum, aber immer zuerst auf dem Bauer rumhacken!

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  • Ueli der Knecht am 10.10.2019 17:19 Report Diesen Beitrag melden

    Food Waste dank EU

    früher konnten wir Essensreste den Sauen verfüttern, heute dank der EU nicht mehr, pervers

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Robert S am 12.10.2019 00:22 Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Ansatz...

    Solange Glyphosat vom Bund erlaubt ist und Palmöl nicht zusätzlich besteuert wird, damit Grosskonzerne nur wegen den kosten auf diese ausweichen und damit jeden Tag unzählige neue Flächen Regenwald abgeholzt werden, oder unser Essen mit giftigen Stoffen besprüht werden , wird sich nie was ändern... Also lieber mal solche Massnahmen ergreifen, als überall Tempo 30 einzuführen, aber eben, die Konsumenten haben leider keine Lobbyisten ..,und die Grünen leider keine Ideen, wie wir zukünftig besser mit unserer Umwelt zurecht kommen, ohne dass wir merklich Spuren an unserer Umwelt hinterlassen...

  • Akinom am 11.10.2019 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bestrafen

    Die Schuld liegt ganz alleine an der Politik. Ökologische Landwirtschaft sollte von der Politik anreize schaffen um diese zu befolgen .Bestrafen sollte man Bauern die Pestizide unnütz zerstäuben mit Subventionsstreichungen und die belohnen die Fürsorglich mit BIO es zu handhaben wissen.

  • Hugo Otto am 11.10.2019 23:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer mehr Subvention

    Kann mir einer sagen warum ich noch nie gehört habe das ein Landwirt Konkurs gegangen ist?

    • Leser. am 11.10.2019 23:23 Report Diesen Beitrag melden

      Immer weniger Bauern

      Kann ich. Sie lesen keine Zeitungen, schauen nicht Fern und mischen sich nicht unter die Leute oder hören denen nicht zu.

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  • Mua Tua am 11.10.2019 22:20 Report Diesen Beitrag melden

    ABC

    A) hört mal auf auf Kinder rumzuhacken B) Intelligenz kann unbequem sein - sie ganz abzuschaffen ist todtraurig C) Wenn angehende Landwirte nichts darüber lernen, was es bedeutet Teil der Umwelt zu sein, werden sie irgendwie betrogen

  • BigBen am 11.10.2019 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Informiert euch!

    Oekolandwirtschaft wandelt 1/3 weniger schädliches CO2 in Klimafreundlichen Sauerstoff um da die Erträge im Durchschnitt mehr als 30% tiefer sind. Mit der mechanischen Unkraut und Schädlingsbekämpfung stosse ich mindestens 100% mehr CO2 aus. Ihr sevt also, Oekolandwirtschaft ist ein Klimakiller!