Deutschschweiz

18. September 2015 23:51; Akt: 18.09.2015 23:51 Print

Junge sind Migranten gegenüber skeptischer

Konkurrenz auf dem Arbeits- und Wohnmarkt: Unter 36-Jährige begegnen Migranten heute nicht mehr so offen wie noch vor wenigen Jahren.

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Der Einwanderung gegenüber skeptischer als noch vor wenigen Jahren: Jugendliche am Genfersee (Archivbild). (Bild: Keystone/Anthony Anex)

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Die Meinung, dass die Jugend bezüglich der Einwanderung grundsätzlich offener eingestellt ist als die ältere Generation, ist nach einer am Donnerstag vorgestellten Studie des Politologen Michael Hermann überholt. Diese zeigt ausserdem, dass die 1956 bis 1970 Geborenen, die nach 1968 politisch sozialisiert wurden, ihre ursprünglich sehr migrationsfreundliche Grundhaltung verloren haben.

Galt einst «offene Jugend, skeptisches Alter», kann heute «defensive Jugend, offene Mitte, skeptisches Alter» gesagt werden – fasst Hermann, Leiter der universitären Forschungsstelle Sotomo, die Erkenntnisse der im Auftrag der Integrationsförderung durchgeführte Analyse zusammen. Der Unterschied zwischen den Altersklassen ist nicht mehr so deutlich.

Die «NZZ» zitiert aus den Vox-Nachbefragungen Hermanns, wonach die jüngere Generation zwischen 1994 und 2005 Migranten gegenüber viel offener war als die älteren Menschen. Seit zehn Jahren haben sich die Haltungen der Altersgruppen angenähert. Besonders bei den unter 36-Jährigen habe sich in dieser Zeit auch der Wunsch nach einer Bevorzugung der Schweizer gegenüber der ausländischen Bevölkerung verstärkt. Von 1990 bis 2005 war das Gegenteil der Fall.

Konkurrenzkampf auf Arbeits- und Wohnungsmarkt

Obwohl die Grossstädter Migranten noch am offensten begegnen, sind die jungen Berner, Basler und Zürcher in den letzten Jahren restriktiver geworden. Hermann begründet dies damit, dass sich die unter 36-Jährigen noch nicht im Arbeits- und Wohnungsmarkt durchgesetzt haben und Zuwanderer dort als Konkurrenz sehen. Gelebt wird die offene Gesinnung so vor allem von den 36- bis 65-jährigen Grossstädtern.

Während in der Asylpolitik die Haltung der Jungen in den letzten 25 Jahren immer weniger offen wurde, hat sich die skeptische Einstellung der älteren Generation etwas abgeschwächt. Dies wohl auch, vermutet Hermann, weil in den Neunzigerjahren eher ideell über Einwanderungsfragen diskutiert wurde, während das Thema heutzutage mit konkreten Erfahrungen im Alltag in Verbindung gebracht wird – wovon Junge weit mehr betroffen sind als über 65-Jährige.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ich am 19.09.2015 00:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Skeptisch gegenübet migranten

    Das ist sehr gut nachvollziehbar, verständlich und auch begründet. Die migranten müssen nur mit den fingern schnippsen und hilfe und unterstützung ist da - ganz anders ist es da beim volk im eigenen land.

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  • tamara am 19.09.2015 00:11 Report Diesen Beitrag melden

    bleibt skeptisch

    Gut so, das stimmt. Überangebot an Arbeitskräften durch Zuwanderung. Jede neue nimmt ein Platz weg, wer sagt das dies nichts mit Zuwanderung zu tun hat, der lügt.

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  • Chuck M. am 18.09.2015 23:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unser Lanf

    Ich (23) habe wegen den Migranten zum Glück, im Beruf keine sorgen. Klar habe ich auch Mitleid mit den Menschen wenn ich diese Situation betrachte, jedoch habe ich Angst vor den Folgen falls die schwarzen Schafe es doch in unsere Land schaffen, deshalb lieber keinen als Alle.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sayadina am 19.09.2015 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist es verwunderlich?

    Obwohl ich Studien und Statistiken gegenüber immer skeptisch bin, decken sich diese Ergebnisse mit meinen Erfahrungen. Gerade in den letzten 10 hat sich der Arbeitsmarkt sehr unvorteilhaft für junge Berufseinsteiger entwickelt. Ist es also verwunderlich, dass sie Zuzügern gegenüber skeptisch sind? Diese sind Konkurrenten auf dem Wohn- und Arbeitsmarkt.

  • Beat Ottiger am 19.09.2015 21:19 Report Diesen Beitrag melden

    I want better live tooooo

    Sehr erstaunt mich auch dass diese Flüchtlinge trotz Flucht und scheinbar schlechten perspektiven grosszügig Kinder in die Welt setzen..... Die anderen werden schon sorgen......

  • sabsam am 19.09.2015 20:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Europa wird in Chaos versinken

    Die Zuwanderung ist alles geplant. Es gibt Leuten die das bereits hervorgesagt haben.Und zwar wird Europa mit Moslem überflutet um Chaos zu bringen. Alles das war schon geplant,darunter werden etliche und dutzende Kriminellen hier befinden.Das ist das Ziel. Das ist erst der Anfang !!!

  • Jugendlicher am 19.09.2015 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorgen

    Auch mich beunruhigt die Einwanderung. Bereits jetzt hat mehr als jeder vierte Schweizer einen Migrationshintergrund und es werden Jahr für Jahr mehr. Ich stelle mir fragen wie "Werden unseren zukünftigen Kinder in der Schweiz zu einer Minderheit gehören oder wann ist auch das letzte Stück Land in der Schweiz verbaut".

  • Hans Nötig am 19.09.2015 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Migration

    Nein nein das kann nicht sein. Frau Somaruga erzählt doch etwas anderes. Wir freuen uns doch sie die Migranten.