Neue Kampagne

03. September 2014 11:41; Akt: 03.09.2014 17:03 Print

Junge sollen statt Energy-Drinks Wasser trinken

Red Bull zum Frühstück, Cola zum Mittagessen: Von solchen Gewohnheiten will eine neue Kampagne Jugendliche abbringen. Sie sollen Wasser trinken – weil es gesund und gratis ist.

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«Trink Wasser»: Dazu fordert die neue Gorilla-Kampagne der Schtifti-Foundation die Jugendlichen auf – auf Plakaten und in Radiospots, aber auch mit Guerilla-Kleberaktionen an Getränkeautomaten.

Schtifti-Gründer Roger Grolimund sagt, man reagiere mit der Kampagne auch auf Beobachtungen von Lehrern: «Sie sind darüber besorgt, dass viele Schüler bereits zum Frühstück Red Bull oder andere Energy-Drinks zu sich nehmen.» Dabei würden Experten den unter 16-Jährigen vom Konsum von Energy-Drinks generell abraten. «Abgesehen davon, dass der übermässige Konsum von Koffein schadet, nehmen sie so auch unbewusst sehr viel Zucker zu sich.»

Auf die negativen Folgen weise die Süssgetränkeindustrie zu wenig hin. Anfragen der Schtifti-Foundation, ob sie die Aufklärungsarbeit finanziell unterstützen wollen, haben die Soft- und Energy-Drink-Hersteller abschlägig beantwortet.

Aber nicht nur mit gesundheitlichen Argumenten wolle man die Jungen überzeugen, sondern auch mit finanziellen, sagt Grolimund: «Wer Wasser trinkt, spart viel Geld, das ihm dann für etwas anderes übrig bleibt – beispielsweise für ein Skateboard.» Deshalb wird auf den Plakaten auch auf den Preis von Hahnenwasser hingewiesen: 0 Franken.

Übergewicht und Zahnerosion

Dass Süssgetränke einen Einfluss auf Übergewicht bei Jugendlichen haben, zeigt auch eine Studie der Gesundheitsförderung Schweiz, die letztes Jahr durchgeführt wurde: Süssgetränke führen demnach zu einer übermässigen Gesamtkalorienaufnahme und bewirken damit eine Gewichtszunahme. Hinzu kommen Karies und Zahnerosion.

Kathrine Balsiger, Vertreterin Hauswirtschaft beim Schweizer Lehrerverband, bestätigt, dass Energy-Drinks bei Schülern im Trend seien – häufig schon als erstes Getränk am Morgen. Oft würden die Jugendlichen gar keine Alternative kennen. «Die neue Kampagne für das Wassertrinken unterstützt uns Lehrpersonen bei der Arbeit.» Diese bestehe darin, die Schüler immer wieder auf die Folgen ihres Konsums hinzuweisen – und manchmal müsse man auch Regeln aufstellen und durchziehen.

Nicht nur bei der Getränkewahl sieht die Schtifti-Foundation bei der Schweizer Jugend Verbesserungspotenzial: Erst im Frühling dieses Jahres hat sie eine Kampagne lanciert, die Junge bewegen soll, weniger Fast Food zu essen.

(lüs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Maulwurf am 03.09.2014 13:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts ist Gratis

    Hahnenwasser ist gratis? Somit werde ich in Zukunft keine Wasser/Abwasserrechnung mehr bezahlen :-)

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  • Küsche am 03.09.2014 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig unnötig

    Wieviel diese Getränkehersteller verdienen, zeigt uns am besten Red Bull im Formule 1 und anderen Sportarten die für sie und ihre Getränke die beste Reklame ist,Dass diese Getränke völlig unnötig sind und nicht das bringen was sie versprechen sollte jedem klar sein!!Keines der Zutaten in diesen Getränken ist auf die Dauer gesund!!

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  • E.D. am 03.09.2014 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Gratis?

    Wasser ist NICHT gratis. Denkt doch mal nach.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kimosabi am 04.09.2014 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wasser

    Die Aktion find ich super. Ich kann die 15 Jährigen, die um 7 Uhr morgens Energy Drink trinken, einfach nicht verstehen. Hab vor einigen Monaten aufgehört Cola zu trinken (obwohl es nur max. ein Glas pro Tag war) und bin irgendwie froh, auch wenn ich keine grossen Unterschiede merke.

  • Erwachsener am 03.09.2014 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bäh

    Frag mich bei all den Post's grade wie ich die Schule und Lehre geschafft habe wo es doch noch keine Kunstplörre gab. Grübeln..ach ja: ich hab Wasser von zuhause einfach mitgenommen! Ebenso Frühstück, oder Snacks ins Freibad oder oder oder. Aber stimmt schon, mal eben einen Schluck Erbärmlich riechender Pseudoprickelbrühe am Morgen kann dem nicht das "Wasser"reichen...

  • Hans Wellewüsse am 03.09.2014 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Frage an Alle

    Solange an jedem Kiosk und avec und was sonst noch für läden an bahnhöfen oder Tankstellen platziert sind, die Energydrinks und auch andere flüssigkeiten, billiger als wasser verkauft werden(was ich weder wirtschaftlich noch emotional nachvollziehen kann), könnt ihr noch so viele kleber und plakate erstellen, man wird sich praktisch immer für den 1.- teuren E-Drink kaufen wenn das billigste wasser auf 1.95.- dotiert ist. Ich frage jetzt euch warum in einem land wie der schweiz, wo wasserüberschuss herrscht eine aufwändig hergestellte E-Drinks teurer sein kann als Wasser in Flasche?

    • Mogli am 03.09.2014 20:57 Report Diesen Beitrag melden

      Nestle

      Schau dir eine Doku über Nestle an, dann wird dir einiges klar.

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  • Damian am 03.09.2014 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    So gut wie Gratis

    Ist das jetzt das einzige, das ihr dagegen bringen könnt? Wasser ist nicht gratis? Das mag stimmen. Fakt ist jedoch, dass sauberes Wasser aus dem Hahnen einen Bruchteil von einer Redbulldose kostet. Und da wir sowieso Gebühren fürs Wasser bezahlen, ist es GRATIS.

  • Tom Traum am 03.09.2014 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    Wasserflaschen

    Dann sollte man den Kids (und auch den Erwachsenen) auch gleich noch beibringen, dass man keine Wasserflaschen kaufen sollte. Eine riesen Umweltverschmutzung nur für irgendein Evian Wässerchen ist das! Auch in Restaurants sieht man das massenhaft! Es muss doch kein San Pelegrino sein beim Italiener, wenn es auch unser super Leitungswasser tut!