Eidgenössische Jugendbefragung

23. September 2019 11:22; Akt: 23.09.2019 11:22 Print

Junge Schweizer wollen in ihrer Sprachregion bleiben

Junge Schweizer wollen den Wohnort nicht wechseln und schon gar nicht in eine andere Sprachregion der Schweiz umziehen. Und falls doch, dann lieber wegen der Liebe als aufgrund des Jobs.

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Die Mehrheit der jungen Schweizer Erwachsenen schätzt es gemäss jüngster Auswertungen der Eidgenössischen Jugendbefragung «ch-x» als unwahrscheinlich ein, künftig den Wohnort zu wechseln. Kommt es jedoch dazu, ziehen es Junge eher vor, im Ausland zu leben als in einer anderen Sprachregion der Schweiz.

Umfrage
Würdest du in eine andere Sprachregion der Schweiz ziehen?

Vor allem englischsprachige Länder und die Nachbarländer sind attraktiver als andere Sprachregionen der Schweiz. Das gilt insbesondere für französisch- und deutschsprachige junge Erwachsene. Dagegen plant fast die Hälfte der italienischsprachigen Befragten, in einer anderen Sprachregion zu leben.

Es stelle sich die Frage, inwiefern deswegen der Zusammenhalt und Austausch zwischen den Sprachgemeinschaften der Schweiz gefährdet sei, so die Autoren. Junge Erwachsene sind eher bereit wegen einer Beziehung umzuziehen als aus beruflichen Gründen.

Studenten sind mobiler als Lehrlinge

Hoch im Kurs bei den Jungen sind jedoch mehrwöchige Aufenthalte wie ein Bildungsaustausch, Rucksackreisen oder Sprachaufenthalte. Mehr als die Hälfte der Befragten waren der Ansicht, dass das Beherrschen von Fremdsprachen und Mobilitätserfahrung die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Fast drei Viertel befürworten, dass im Rahmen der Ausbildung entsprechende Möglichkeiten geschaffen werden.

Jedoch wird auch bei Kurzaufenthalten das Ausland gegenüber den anderen Sprachregionen der Schweiz vorgezogen. Das erklären sich die Autoren mit der zentralen Rolle des Englischen in vielen Lebensbereichen, der kulturellen und medialen Bedeutung dieser Länder und dem Wunsch, ein weiter entferntes Reiseziel zu entdecken.

Ob Junge mobil sind oder nicht, hängt stark von der Bildung, dem sozialen Umfeld und den finanziellen Möglichkeiten ab. So sind etwa Studenten mobiler als Lehrlinge. Junge Frauen sind häufiger mobil als junge Männer.

Reproduktion sozialer Ungleichheit

Da die Mobilität zu einem Vorteil auf dem Arbeitsmarkt führe, verstärkten diese Faktoren die Tendenz zur Reproduktion sozialer Ungleichheiten, schreiben die Autoren. Aus Sicht der sozialen Gerechtigkeit sei es deshalb interessant, den Zugang zur Mobilität politisch zu fördern.

Für die jüngsten Eidgenössischen Jugendbefragungen «ch-x» wurden in den Jahren 2016/2017 insgesamt 40'000 junge Männer anlässlich der Aushebung und 2000 zufällig ausgewählte Frauen im gleichen Alter befragt.

Du hast einen Kurzaufenthalten im Ausland oder in einer anderen Sprachregion der Schweiz verbracht oder bist gar ausgewandert oder umgezogen? Erzähl uns davon im Kommentarfeld.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tam am 23.09.2019 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Da ist wieder die Geschlechterteilung

    Wie merkwürdig eine Studie über die Jungen durchzuführen und dann befragen sie 40'000 Männer und nur 2000 Frauen, obwohl oben im Artikel steht, dass junge Frauen häufiger mobiler sind als Männer. Das heisst doch, dass die Studie überhaupt nicht aussagekräftig ist, da unausgewogen?!

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  • würde bleiben jedoch am 23.09.2019 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu teuer

    genau man will den wohnort nicht wechseln wird aber gezwungen weil man sich die wucherpreise nicht mehr leisten kann... in meiner region 4.5 zi wohnung 3990.- miete im monat.. wer bezahlt sowas???!!!.... mittelstand ja wohl kaum....

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  • asdf am 23.09.2019 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    was ist los?

    "Zugang zur Mobilität politisch zu fördern" Grad die Politik will uns angesichts der Klimahysterie doch die individuelle Mobilität massiv einschränken. Schluss mit Englisch-Sprachaufenthalt in Amerika, Grossbritannien ist näher und da kann man mit dem Zug hin, nicht mit dem pösen pösen Flugi.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Yannic/Meier am 24.09.2019 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso auch?

    Sehe auch keinen Grund in eine andere Region zu ziehen wenn man keine neue Sprache lernen will und man sich in der eigenen Region wohl fühlt.

  • Schweizerin am 24.09.2019 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Studien, Studien, Studien

    Aha, es wurden also 20 Mal weniger Frauen befragt und die Studie gibt an, representativ zu sein? Welche statistische Methode wenden die Studienbeauftragten den bitteschön an?

  • LM AA am 24.09.2019 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Verständlich

    Ich werde auch immer wie fauler.

  • Thomy am 24.09.2019 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann nicht

    Ich wohne seit 50 Jahren in der selben Gemeinde. Seit Geburt. Da ich Autist bin ist mir diese Beständigkeit wichtig. Ich habe bereits Probleme, wenn neue Häuser gebaut werden und sich das Strassenbild verändert. Wer die Möglichkeit hat, Erfahrungen im Ausland zu machen, sollte es tun. Ich hoffe aber, dass man das heutzutage im Einklang mit dem Klimaschutz macht und eine Sprachregion wählt, welche mit dem Zug erreichbar ist.

  • malin am 24.09.2019 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ich war in der Franz. Schweiz

    um die Sprache zu lernen. Ging zum arbeiten. Meine Eltern können sich keine teueren Sprachschulen für mich leisten. Englisch lerne ich z.Z. am PC. Irgendwann will ich Reisen wenn genug Geld da ist. Auf Pump mache ich nämlich nichts. Das Auto hatte jetzt mal Vorrang