Delsberg JU

03. April 2010 13:29; Akt: 06.04.2010 12:15 Print

Jura-Uiguren auf Spaziergang

Die beiden im Kanton Jura aufgenommenen Uiguren haben sich erstmals fotografieren lassen.

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Der Zeitung «Quotidien Jurassien» haben die beiden Uiguren einen Fototermin gewährt. Das Bild auf der Frontseite der Samstagsausgabe zeigt die beiden Männer bei einem Spaziergang in Delsberg, wo sie auch wohnen. Dort finden sie nach Jahren der Gefangenschaft im US-Gefangenenlager Guantánamo in den Alltag zurück, wie die jurassische Flüchtlingsorganisation AJAM am Samstag mitteilte.

Sie betreut die Männer, seit sie vor bald zwei Wochen im Kanton Jura angekommen sind. Die beiden müssten wieder lernen, sich frei in der Stadt zu bewegen, einzukaufen, ihre Mahlzeiten zu kochen, schreibt die AJAM in einem Communiqué. Die Brüder seien sehr dankbar, dass die Schweiz und der Jura sie aus humanitären Gründen aufgenommen hätten.

Unabhängiges Leben als Ziel

Sie haben schon damit begonnen, ihre neue Heimat zu erkunden und bereits mehrere Städte und Dörfer in der Region besucht. Daneben belegen die beiden Uiguren einen Sprachkurs. Bald schon sollen sie auch mit einer Ausbildung beginnen, damit sie unabhängig leben können. Dies sei ihr grösster Wunsch, schreibt die AJAM.

Vorerst möchten die Flüchtlinge aber ein zurückgezogenes Leben führen und beantworten darum auch keine Medienanfragen. Die AJAM bittet die Journalisten um «grösstmögliche Zurückhaltung». Für ihre Unterhaltskosten kommt vorerst die Eidgenossenschaft auf. Insgesamt hat die Schweiz drei ehemalige Guantánamo-Gefangene aufgenommen. Ein Usbeke lebt seit Anfang Jahr in Genf.

(sda)