«Sie ist heiss»

11. Oktober 2019 13:05; Akt: 11.10.2019 16:46 Print

Juso-Präsidentin wirft SRF Sexismus vor

Sie sei die «Miss Juso» und «heiss»: So bezeichnete Comedian Michael Elsener die neue Juso-Präsidentin Ronja Jansen. Diese wehrt sich nun.

Ronja Jansen will gegen die SRF-Sendung Late Update Beschwerde einreichen.
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Comedian Michael Elsener lud in der letzten Sendung «Late Update» SP-Präsident Christian Levrat zum Gespräch. Elsener trat als «Starreporter» Frank-Walter Froschmeier auf und befragte Levrat auch zur neuen «Miss Juso» Ronja Jansen.

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Darauf entgegnete Levrat, Jansen sei nicht «Miss Juso», sondern Präsidentin der Jungsozialisten und eine sehr gute Politikerin. «Und auch sehr heiss», fand Elsener. Darauhin brach Levrat das Interview ab.

Nun meldet sich Jansen auf Twitter zu Wort. «Gehts noch?», empört sie sich. Von ihren Inhalten habe jede Spur gefehlt. Auf Anfrage von 20 Minuten sagt sie, dass sie bei der SRF-Ombudsstelle in den nächsten Tagen eine Beschwerde einreichen werde.

Frauen würden auf ihr Äusseres reduziert

Zudem brauche es aber eine Kontrollinstanz gegen Sexismus in den Medien. «Es kann nicht sein, dass die Verantwortung, sich zu wehren, auf die Betroffenen geschoben wird.» Wenn SRF das Geld habe für sexistische Berichte, müsse das Geld auch für Kontrollen reichen.

«Das Ganze ist sexistisch, weil es immer nur Frauen sind, die mit solchen Äusserungen konfrontiert und auf ihr Äusseres reduziert werden», so Jansen zu 20 Minuten. Sie habe in den Medien noch nie solche Äusserungen über einen männlichen Politiker gehört.

Die Interviewten herausfordern

SRF gibt auf Anfrage an, dass es sich bei der Sendung um Satire gehandelt habe. Die betreffenden Aussagen stammten von «Frank-Walter Froschmeier», einer Kunstfigur von «Late Update», in einem Interview mit SP-Präsident Christian Levrat.

«Die Satire nutzt Kunstfiguren, um Verhaltensweisen zu karikieren. Die Figur Frank-Walter Froschmeier ist ein deutscher Star-Reporter, der schlecht vorbereitet und mit miserablen Manieren seine Interviews führt», so Daniel Kaufmann, Senior Producer Comedy bei SRF. Die Figur sei so gestaltet, weil sie die Interviewten herausfordern soll, um von ihnen neue, unerwartete Reaktionen zu erhalten.

In diesem Satire-Clip habe Froschmeier unter anderem von SP-Präsident Christian Levrat wissen wollen, warum er nach 11 Jahren nicht einer jungen Frau im Präsidium Platz mache. «Die Absicht war, dass Froschmeier ihn mit einer politisch unkorrekten Aussage konfrontiert, um zu sehen, welche Stellung Levrat dazu bezieht. Sprich, es ging genau darum zu zeigen, wie Politiker mit sexistischen Äusserungen im Alltag umgehen», so Kaufmann.


(pam)