Steuer-Affäre

30. Januar 2014 13:55; Akt: 30.01.2014 14:39 Print

Juso fordert Rücktritt von Schneider-Ammann

Die frühere Firma von Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann soll Millionen in Steuerparadiesen gebunkert haben. Die Juso findet deshalb, der FDP-Bundesrat müsse abtreten.

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Die Juso hält Bundesrat Johann Schneider-Ammann für nicht mehr tragbar. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

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Die Ammann Gruppe, die der Familie von FDP-Bundesrat Johann Schneider-Ammann gehört, steht im Visier der Berner Steuerbehörden. Sie soll während Jahren Vermögen von über 250 Millionen Franken in den Steuerparadiesen Jersey und Luxemburg gelagert haben – möglicherweise, um Steuern zu sparen, berichtete die Sendung «Rundschau» von SRF gestern Abend.

Auf diese Meldung reagiert nun die Juso und wählt deutliche Worte. «Es ist ein Hohn, wenn der Bundesrat, welcher für die Bildung zuständig ist und auch privat mit seiner Firma von einem guten Bildungssystem profitierte, nichts dafür zahlen will», sagt Juso-Vizepräsidentin Ursula Näf. «Schneider-Ammann ist für die schweizerische Volkswirtschaft verantwortlich, aber ist sich nicht zu schade, faule Tricks anzuwenden, um dieser zu schaden», kritisiert Näf in der Mitteilung weiter.

«Nicht länger tragbar»

Die Jungsozialisten fordern vom Wirtschaftsminister sofortige Transparenz über sämtliche Vorgänge. Aktuell sei er in der Landesregierung nicht länger tragbar. Seiner Verantwortung als damaliger National- und heutiger Bundesrat werde er nicht gerecht.

Besonders verwerflich findet die Partei Schneider-Ammanns Handeln aus moralischer und politischer Sicht. «Wenn Schneider-Ammann, dessen Familie zu den 300 reichsten SchweizerInnen gehört, die Solidarität derart mit Füssen tritt, dann hat er nichts im Bundesrat verloren.»

(kko)