Manager-Löhne

21. März 2011 10:58; Akt: 21.03.2011 13:59 Print

Juso reichen Volksinitiative «1:12» ein

Die Jungsozialisten machen im Kampf gegen hohe Löhne ernst und übergeben ihre Initiative «1:12» den Behörden. Von Minders Ideen halten sie nichts.

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Die JUSO feiert die 130 000 Unterschriften auf dem Bundesplatz. (Bild: Reuters)

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Die Jungsozialisten (Juso) haben am Montag ihre Volksinitiative «1:12» eingereicht. Es handelt sich um eine weitere Initiative gegen Lohn-Exzesse: Manager sollen nicht mehr als 12 Mal so viel verdienen wie ihre Angestellten mit dem tiefsten Einkommen.

Die Juso haben nach eigenen Angaben 130 000 Unterschriften gesammelt, innerhalb von 13 Monaten. Dies sei eine Rekordzeit für eine Jungpartei, schreiben sie. Besonders in den Städten sei das Interesse der Bevölkerung gross gewesen.

Bevor sie die Unterschriften bei der Bundeskanzlei einreichten, zerrten die Juso auf dem Bundesplatz symbolisch einen «Manager» aus einem goldenen Sessel. Die Initiative 1:12 sei die einzige Lösung gegen das Abzocker-Problem, sagte David Roth, der neue Juso- Präsident. Sie stoppe die Abzocker, damit auch alle anderen Arbeitnehmenden wieder mehr vom Kuchen kriegten.

Stetig steigende Manager-Löhne

Die Gehälter der Topmanager stiegen stetig an, kritisieren die Juso. Gleichzeitig verharrten die unteren und mittleren Löhne seit Jahren auf dem gleichen Niveau. Im Schnitt verdienten Manager heute 4 Millionen oder 73 Mal mehr als ihre Mitarbeiter mit dem tiefsten Lohn.

Geht es nach den Initianten, soll dies künftig nicht mehr zulässig sein: Niemand soll in einem Jahr weniger verdienen als der bestbezahlte Manager des gleichen Unternehmens in einem Monat. Es dürfe nicht nur Politik für Superreiche gemacht werden, schreiben die Juso.

«Minder-Initiative bringt nichts»

Die Abzocker-Initiative von Thomas Minder, die immer wieder für Schlagzeilen sorgt, ist in den Augen der Juso keine Alternative zur 1:12-Initiative: «Die Minder-Initiative stärkt die Rechte der Aktionäre, unsere die Rechte des Volkes», sagte Roth. Nur letzteres sei wirksam. Das Volk müsse die Spielregeln machen.

Die Minder-Initiative will keine Obergrenzen setzen, sondern die Aktionäre über die Gesamtsumme der Löhne für den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung abstimmen lassen.

Umstrittene Bonussteuer

Seit drei Jahren streitet das Parlament über mögliche Gegenvorschläge dazu. Jüngst hat sich der Nationalrat gegen einen indirekten Gegenvorschlag mit einer Bonussteuer ausgesprochen, wie ihn der Ständerat möchte.

Der Begriff «Bonussteuer» steht für eine spezielle Behandlung sehr hoher Boni, wie sie in der Initiative selbst nicht vorgesehen ist. Unternehmen sollen Vergütungen über drei Millionen Franken nicht länger von den Steuern abziehen können.

Kritik wegen Verzögerungen

Zur Debatte stehen auch ein indirekter Gegenvorschlag ohne Bonussteuer sowie ein direkter Gegenvorschlag auf Verfassungsebene. Diese sind der Abzocker-Initiative ähnlich, gewähren den Aktionären aber in einigen Punkten mehr Freiheiten.

Das Parlament könnte im Sommer die Frist für die Behandlung der Abzocker-Initiative nochmals verlängern. Schon die bisherigen Verzögerungen waren allerdings auf Kritik gestossen. Zur «1:12»-Initiative der Juso wird sich nun zunächst der Bundesrat äussern, bevor das Parlament Stellung nimmt.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christa Wermelinger Winterthur am 22.03.2011 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    funktioniert nicht

    Eine etwas einfach geratene Sache. Populistische Wahlpropaganda. Das Anliegen ist ja gar nicht umsetzbar. Geschweige denn konntrollierbar. Sollen jene die sich schulen und weiterbilden die Dummen sein?

  • Reto Schnaub am 21.03.2011 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Anrzeiz zum faul sein

    Kuul, dann lohnt sich eine Weiterbildung ja gar nicht mehr wenn ich eh keine Chance mehr habe wenig oder viel zu verdienen.

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  • Sepp Adelboden am 21.03.2011 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch Wurscht

    Na dann lass ich das mit dem Selbstständig werden mal besser wenn ich eh keine Chance habe damit viel Geld zu verdienen. Sollen doch andere Arbeitsplätze schaffen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin Winter am 20.01.2012 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Initiative zerstört CH-Wirtschaft

    1:12 Initiative Diese Initiative zerstört die schweizer Wirtschaft: Manager verdienen zu viel. Finden sie das ungerecht? 1 Frage: Wer sollte darüber urteilen? Sie? Der Staat? oder die Firmen? 2. Was würde das für die Schweiz bedeuten, speziell für die Firmen? Die ganze Lohnstrucktur müsste geändert werden, sowie sind hochqualifizierte mit Erfahrung nicht mehr bereit zu arbeiten. Folge Schwächung der Firmen und Verlust von Arbeitsplätzen. Ein sozialer Staat ja aber dies ist der falsche Weg.

  • Michael am 18.04.2011 22:20 Report Diesen Beitrag melden

    NEIN zur Initiative!!

    1. schlechter Qualifizierte Personen leiden darunter und w1erden es schwieriger haben einen Job zu finden. (Die Spitzenverdiener werden kaum ihre Löhne senken, im Gegenzug aber besser ausgebildete Leute einstellen die dann das Geld auch wert sind 2. Grosse Unternehmen könnten den Wirtschaftsstandort wechseln (wurde z.B. von Nestlé schon angedroht bei der Mindestlohninitiaive 3. Spitzen-Arbeitskräfte gehen vlt. ins Ausland 4. Schweiz = freie Marktwirtschaft also sollte man dort nicht eingreifen 5. Die Unternehmen bilden einfach Tochterunternehmen, Management, Putzfirma usw. so wird alles umgage

    • Wolf am 20.04.2011 14:28 Report Diesen Beitrag melden

      Sklaven

      Na dann weiter auf dem Pfad der Bücklinge, viel vergnügen. So weden Sklaven erschaffen!

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  • Wolf am 16.04.2011 01:44 Report Diesen Beitrag melden

    Neigt euer Haupt

    Alle die hier jammern, nein das darf doch nicht sein, wenn die Reichen beschnitten, dann gehts uns schlecht, wenigstens kriegen wir noch die Krumen vom grossen, angefressenen Kuchen, gefügig wollen wir sein und dankbar was uns zugute. Neigt euer Haupt vor dem Hute auf der Stange, diesmal Hausgemacht.

  • M.K. am 22.03.2011 21:29 Report Diesen Beitrag melden

    Auch Schindler geht ins Ausland

    Mephisto Vasella würde seine Novartis ins Ausland zügeln, und die Mitarbeiter drücken die Nase breit. Diese Initiative ist nicht durchdacht und ist kontraproduktiv.

    • Bolivar am 23.03.2011 10:48 Report Diesen Beitrag melden

      @M.K.

      Und wohin bitte ins Ausland? 1. Steuertechnisch ist die Schweiz für Firmen hoch attraktiv. 2. Qualifizierte Mitarbeiter findet man nicht so einfach 3. Politische und soziale Sicherheit ist nirgends so gross wie hier Das sind doch alles nur Drohungen,genau wie vor vielen Jahren,als der Samstag plötzlich kein Arbeitstag mehr war.Wenn man kein sachliches Argument mehr hat dann droht man,ist das gleiche wie Ozon Loch,dann Klima Erwärmung und nun Klima Veränderung....

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  • Manuela in rosa am 22.03.2011 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Super Sache!

    Ja, simpel und doch effektiv, zielstrebig, gradlinig! Genau das will ich! Das ewige Rum-ge-eiere derer, die eh schon genug haben, interessiert mich nicht! Es hat nichts mit Neid zu tun. Neid auf was denn? Ich bin nicht kapitalorientiert, mein Leben ist mit wenig Geld genauso glücklich! Aber es geht nicht, dass der Bund an allen Ecken und Enden sparen muss, während die Herren (und ganz wenige Damen) der Teppichetagen mit immer noch mehr Steuergeschenken (für was eigentlich?) und Abzockerlöhnen belohnt werden. Ich sage JA zu 12:1!