22. April 2005 10:20; Akt: 22.04.2005 10:50 Print

Kanton Zürich sieht rot

Die Zürcher Staatsrechnung 2004 schliesst mit einem hohen Defizit von 413 Millionen Franken ab - 271 Millionen schlechter gegenüber dem Voranschlag.

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Die Verschlechterung ist in erster Linie auf den erneuten Einbruch bei den Steuererträgen zurückzuführen, wie die am Freitag veröffentlichte Zürcher Staatsrechnung zeigt. Allein die Nachträge von Staatssteuern fielen um 460 Millionen Franken geringer aus.

Gemäss dem Regierungsrat konnte immerhin die Aufwandsteigerung gestoppt werden. Der Gesamtaufwand liegt bei 10,3 Milliarden Franken. Bei einem Gesamtertrag von 9,9 Milliarden resultiert in der Laufenden Rechnung ein Aufwandüberschuss von 413 Millionen.

Einmalige Sonderfaktoren

Im Vergleich zum Vorjahresergebnis mit einem Rekorddefizit von 619 Millionen Franken schliesst die Staatsrechnung 2004 um 206 Millionen besser ab. Der Hauptgrund ist, dass sich der Ertrag trotz niedrigerer Steuereinnahmen um 167 Millionen verbesserte.

Dahinter stehen aber einmalige Sonderfaktoren, zum Beispiel der Einzug von knapp 60 Millionen Franken im Rahmen eines internationalen Strafverfahrens oder eine geänderte Verbuchung beim Personalaufwand. Zudem wurde der Aufwand um 39 Millionen gesenkt.

Weniger Eigenkapital, höhere Verschuldung

Die Nettoinvestitionen betrugen im letzten Jahr 654 Millionen Franken. Zusammengerechnet mit dem Aufwandüberschuss in der Laufenden Rechnung resultierte ein Finanzierungsfehlbetrag von 386 Millionen. Der Selbstfinanzierungsgrad lag bei 41 Prozent.

In seiner Beurteilung weist der Regierungsrat darauf hin, dass das Eigenkapital als Folge des Defizits in der Laufenden Rechnung von 1,1 auf 0,7 Milliarden Franken abnahm. Er warnt davor, dass das Eigenkapital Ende 2005 aufgezehrt sein könnte. Ausserdem sei ein Anstieg der Verschuldung um 0,3 auf 5,55 Milliarden zu verzeichnen.


(sda)