Personalmangel im Zivilschutz

06. Juli 2018 09:56; Akt: 06.07.2018 09:56 Print

Kantone wollen den Zivildienst abschaffen

Die Attraktivität des Zivildiensts bringe den Zivilschutz in Personalnot, kritisieren die Kantone und schlagen deshalb eine radikale Massnahme vor.

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Letztes Jahr entschieden sich 6785 junge Männer für den Zivil- statt für den Militärdienst. 2011 waren es noch 4670 Personen gewesen. Aufgrund dieser Entwicklung will der Bundesrat die Hürde für die Zulassung erhöhen, weil er die Armeebestände in Gefahr sieht. Nun folgt laut den «Schaffhauser Nachrichten» ein weiterer Angriff auf den Zivildienst.

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Soll der Zivildienst abgeschafft werden?

Die Kantone intervenieren diese Woche beim Bundesrat und fordern einen Systemwechsel bei Zivildienst und Zivilschutz. Der Hintergrund: «Auch die Bestände des Zivilschutzes werden durch die steigenden Zulassungen zum Zivildienst bedroht», sagt Alexander Krethlow, der Generalsekretär der Regierungskonferenz für Militär, Zivilschutz und Feuerwehr.

Die Armee brauche jedes Jahr 18'000 ausexerzierte Rekruten. «Doch vor allem wegen der Abgänge in den Zivildienst ist dies zur jährlichen Zitterpartie geworden.»

Zivildienst und Zivilschutz sollen fusionieren

Der von den Kantonen vorgeschlagene Systemwechsel sieht vor, Zivildienst und Zivilschutz in der sogenannten Sicherheitsdienstpflicht zu verschmelzen. «Zivildienst und Zivilschutz würden aufgelöst und daraus würde neu ein ‹Katastrophenschutz› geschaffen», sagt Krethlow.

Taugliche würden also entweder der Armee oder dem Katastrophenschutz zugeteilt. Dies käme faktisch der Abschaffung des Zivildiensts gleich. Krethlow ist überzeugt: «So könnte auch die Alimentierungsfrage gelöst werden. Weder die Armee noch der Zivilschutz hätten ein Problem damit, genügend Leute zu finden.»

Beim Schweizerischen Zivildienstverband Civiva stösst das Vorhaben auf harsche Kritik. Samuel Steiner, Co-Präsident von Civiva, sagte zu den «Schaffhauser Nachrichten»: «Davon halte ich gar nichts. Das wäre komplett absurd, schliesslich zeigt sich, dass der Zivildienst viel erfolgreicher ist als der Zivilschutz.»

«Wenn schon, müsste der Zivildienst den Zivilschutz übernehmen»

Die Zivilschützer hätten immer weniger Aufgaben, weil sie etwa weniger Bunker zu betreiben hätten, so Steiner. «Nun also, da sie um ihre eigene Existenz fürchten, wollen sie dem erfolgreichen Zivildienst an den Kragen.»

Der Zivi-Vertreter findet: «Wenn schon ein neuer Katastrophenschutz, dann müsste der Zivildienst die Aufgaben des Zivilschutzes übernehmen.»

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mario am 06.07.2018 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    ZS

    Ja genau, viiiiel zu wenig Personal im Zivilschutz. Es wäre super, wenn noch mehr Leute zwei Tage im Jahr mit uns rumstehen würden.

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  • Mani Motz am 06.07.2018 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Von wegen Personalmangel

    Vielleicht müsste, auch im Sinne der Gleichberechtigung, wieder einmal über ein Obligatorium für Frauen nachgedacht werden.

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  • Robert am 06.07.2018 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zivilschützer

    Ich bin im Zvilschutz und bin seit Jahren als Reserve eingeteilt, von wegen zu wenig Personal.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Picard am 08.07.2018 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Abschaffung des Zivildienstes

    Dir Schweiz wir immet totalitärer.Stichwort Abschaffumg:1Abschaffung des Naturschtuzes zweckd Ueberbaung.2.Abschaffumh det dozialen Errungenschaften 3.Abschaffunng von Schaltetn(Petsonal)bei Banken,Post,ect.4.Abschaffung der Freiheit im Internet,Ueberwachung total 5.Abschaffunh sich in der RKK:Abschaffung des Latrin und ehrwürdigen greg.Choral.6.Abschaffung det Patiernterechte Krankenkasse.7.Es folgt Abschaffung des Bargeldes,usw.Aber das Schweizevolk ist abgestumpt inf doof.Es stimmz an der Urne immet für die eigenen Abschaffer!

  • Schlauer Fuchs am 07.07.2018 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Komische Logik

    Zivildienst abschaffen. Was ist das für eine komische Logik? Zivildienst macht Sinn. Militärdienst macht keinen Sinn, da wir nicht bedroht sind. Milliarden fliessen ins Militär und könnten so sinnvoll genutzt werden für andere Zwecke.

  • chregi f am 07.07.2018 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Sture Chefs von ZSler

    Wenn Zivilschützler bei einem Katastrophenereignis ausrücken müssen, dann wollen die Arbeitgeber erzwingen, dass sie sofort wieder arbeiten kommen. Sonst drohen sie mit fristloser Kündigung. Manchen Menschen in der Schweiz geht es offensichtlich zu gut. Sind aber die ersten, die nach Unterstützen und Geld schreien.

  • Martin am 07.07.2018 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Personalmangel?

    Personalmangel? Der Zivilschutz bietet nur Personen ab 30 Jahren auf, weill diese keine Wehrpflichtersatz mehr zahlen müssen! Alle jüngere würden zwar gerne um Jährlich weniger zu zahlen, aber sind in der Reserve bis 30. Schlau gemacht!

  • Lila Regenbogen am 07.07.2018 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wozu Militär?

    Wieso nicht die Armee abschaffen, und das Personal dem Zivildienst zuteilen? Wäre generell die günstigere und wohl auch sinnvollere Variante.