Callmetoplay.ch

11. Juni 2019 15:40; Akt: 12.06.2019 14:10 Print

Justizministerium verteidigt Sexportal

Der Bund hat mit 350'000 Franken ein Sexportal mitfinanziert. Das passt nicht allen. Das Justizministerium versteht die Kritik, verteidigt aber das Vorgehen.

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Auf Callmetoplay.ch können Sexarbeitende ihre Dienste anbieten. Prostituierte laden ihre Inserate mit persönlichen Angaben und den angebotenen Diensten hoch. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Bundesamt für Polizei (Fedpo)l haben das Portal mitfinanziert – mit beinahe 350'000 Franken. Das stösst vielen sauer auf. So ärgert sich auch EVP-Präsidentin Marianne Streiff-Feller über das Sexportal: «Aus einer breiten Palette von Praktiken können Personen auswählen, welche Dienste sie den Freiern anbieten. So bieten sie zum Beispiel Praktiken an, bei denen Ejakulat, Speichel, Kot und Urin ungeschützt ausgetauscht werden.» In einer Antwort verteidigt die Justizministerium von Karin Keller-Sutter die Unterstützung des Sexportals. Callmetoplay.ch verfolge das Ziel, «die Sexarbeitenden für die Gefährdung durch Straftaten zu sensibilisieren und ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich untereinander austauschen zu können». Es gehe primär um die Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten bei Prostituierten. Doch verstehe man auch, dass man die finanziellen Beiträge des Bundes hinterfrage: «Der Bundesrat hat Verständnis für die kritische Haltung der Interpellantin.» Doch hält das Amt fest, dass das Fedpol und das BAG den Nutzen der Seite konstant überwachen. Ersteres verfolgt mit seiner Unterstützung das Ziel der Kriminalprävention. Letzteres will eine Eindämmung von Krankheitsübertragungen bezwecken. Auf Callmetoply.ch findet man auch Tipps, was zu tun ist, wenn zum Beispiel ein Kondom reisst.

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Callmetoplay.ch ist eine Website, auf der Prostituierte ihre Dienste anbieten können. Auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Bundesamt für Polizei (Fedpol) haben das Portal mitfinanziert. Insgesamt hat der Bund fast 350'000 Franken an die Organisation Aspasie bezahlt, die sich für die Rechte von Prostituierten in der Romandie einsetzt und die Website betreut.

Das stösst vielen sauer auf. Wie Nau.ch berichtet, ärgert sich auch EVP-Präsidentin Marianne Streiff-Feller über das Sexportal Callmetoplay: «Aus einer breiten Palette von Praktiken können Personen auswählen, welche Dienste sie den Freiern anbieten. So bieten sie zum Beispiel Praktiken an, bei denen Ejakulat, Speichel, Kot und Urin ungeschützt ausgetauscht werden.»

Prävention von HIV

In seiner Antwort verteidigt das Justizministerium um Karin Keller-Sutter die Unterstützung des Sexportals. Callmetoplay.ch verfolge das Ziel, «die Sexarbeitenden für die Gefährdung durch Straftaten zu sensibilisieren und ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich untereinander austauschen zu können». Es gehe primär um die Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten bei Prostituierten.

Doch verstehe man auch, dass man die finanziellen Beiträge des Bundes hinterfrage: «Der Bundesrat hat Verständnis für die kritische Haltung der Interpellantin.» Doch hält das Schreiben fest, dass das Fedpol und das BAG den Nutzen der Seite konstant überwachen. Ersteres verfolgt mit seiner Unterstützung das Ziel der Kriminalprävention, Letzteres will eine Eindämmung der Krankheitsübertragung bezwecken.

Beides scheint zurzeit gewährleitstet zu sein: «Der Bundesrat sieht keinen Anlass, die Prozesse und Zuständigkeiten zu ändern», schreibt das Ministerium von Keller-Sutter.

(mat)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dumby am 11.06.2019 15:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solche Prävention ist günstiger

    Wenn durch dieses Portal Folgeschäden wie Kriminalitäts- und Krankheitsfälle vermieden werden können, wird es sich vermutlich Kostenmässig lohnen! Es ist doch die Frage wie man die Rechnung macht...

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  • Erenel am 11.06.2019 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ahja...

    'Speichel ungeschützt übertragen'? Ahja stimmt, ich küsse auch immer mit Mund-Gummi

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  • TMeier am 11.06.2019 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besucher

    Immerhin wissen wir jetzt, wer das Portal regelmässig besucht: die Bundesverwaltung

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Detlef D. am 12.06.2019 22:39 Report Diesen Beitrag melden

    Lukrativ

    Wau. 350'000 für ein billiges Webportal. Da freut sich die Webagentur!

  • Ch.U.R. am 12.06.2019 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Gahts no?

    350'000 Franken Steuergelder für ein Sexportal plus Beamte die den "Erfolg" überwachen. Das ist genau die Politik wie ich sie liebe. Für uns zieht man die Steuerschraube immer weiter an, es heisst dann einfach: Für die AHV, für die Umwelt, oder neuerdings für das Klima.

  • Gruss aus Bern am 12.06.2019 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Und was ist mit der Gleichberechtigung,

    nachdem auf dem Portal offenbar nur Frauen ihre käuflichen Dienste anbieten ;-) [Sollte am Frauenstreiktag undbedingt mit auf die Liste der frauendiskriminuerden Missstände in der CH.]

  • Marco am 12.06.2019 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Sache nur ..

    .. leider ist die Seite absolut Schrott. Französisch und andere Sprachen aber kein Deutsch? Regionen-Filter? Die meisten Anzeigen aus der Romandie? Ich hab nichts dagegen, dass dieser Geschäftszweig unterstützt wird, aber 350k für DIESE Seite? Da hat euch mal wieder jemand über den Tisch gezogen...

    • Alicia Schwarz am 12.06.2019 13:12 Report Diesen Beitrag melden

      Fedpol?

      Das ist 'ne Spionage-Seite des NDB, nicht wirklich gelungen.

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  • Phil am 12.06.2019 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geldschleuder

    Gestern Lebensmittel-Ampeln, heute Sex-Portal. Dies gehört doch beides nicht zur Aufgabe einer Regierung. Es wird Zeit für eine Schlankheitskur beim Staatsapparat, aber plötzlich!