Lohnunterschiede

31. Januar 2019 08:35; Akt: 31.01.2019 09:24 Print

Frauen verdienen 19,6% weniger als Männer

Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern halten sich hartnäckig. Je höher die Kaderfunktion, desto grösser ist die Lohndifferenz.

storybild

2016 verdienten Frauen 19,6% weniger als Männer. (Bild: Keystone/Peter Schneider)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Im privaten Sektor verdienten Frauen im Jahr 2016 gemäss den Ergebnissen des Bundesamtes für Statistik (BFS) durchschnittlich 19,6% weniger als ihre männlichen Kollegen (2014: 19,5%). Die Lohnunterschiede sind teilweise auf strukturelle Faktoren wie das Bildungsniveau, die Anzahl Dienstjahre oder die Ausübung einer Führungsfunktion zurückzuführen. Dennoch lässt sich feststellen, dass die Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern grösser ausfällt, je höher die Kaderfunktion ist.

Branchen

Die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern variieren auch nach Wirtschaftszweigen stark. Im Gastgewerbe betrugen sie beispielsweise 8,3%, im Detailhandel 17,8%, in der Maschinenindustrie 23,0% und im Kredit- und Versicherungsgewerbe 33,3%.

Im gesamten öffentlichen Sektor (Bund, Kantone, Gemeinden) lag der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern 2016 durchschnittlich bei 16,7% (2014: 16,6%).

Lohnklasse

2016 war die Mehrheit der Arbeitsstellen im privaten Sektor mit einem monatlichen Vollzeitbruttolohn von unter 4000 Franken von Frauen besetzt (62,7% gegenüber 64,1% im Jahr 2014). Die Stellen im oberen Segment der Lohnpyramide, das heisst mit einem Bruttolohn von mehr als 8000 Franken pro Monat, waren zu 71,8% von Männern und zu 28,2% von Frauen besetzt. Bei den Stellen mit einem Bruttolohn von über 16 000 Franken pro Monat belief sich der Frauenanteil lediglich auf 18,0% (2014: 15,2%) und der Männeranteil auf 82,0%.

Noch unerklärt

Die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern sind teilweise auf strukturelle Faktoren zurückzuführen, die gleichzeitig mit persönlichen Merkmalen (Alter, Ausbildung, Dienstjahre), mit den Merkmalen der im Unternehmen besetzten Stelle und mit dem ausgeübten Tätigkeitsbereich zusammenhängen. Der übrige Anteil der Lohnunterschiede bleibt unerklärt.

Im privaten Sektor wuchs der unerklärte Anteil der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern 2016 auf 42,9% an; 2012 waren es noch 40,9% und 2014 betrug er 39,1%.

Der unerklärte Anteil entsprach 2016 durchschnittlich 657 Franken pro Monat, gegenüber 585 Franken im Jahr 2014, und variiert je nach Wirtschaftszweig stark. Im Gastgewerbe entsprach der unerklärte Anteil beispielsweise im Durchschnitt 327 Franken pro Monat (80,3%). Im Detailhandel waren es monatlich 702 Franken (65,4%), in der Maschinenindustrie 964 Franken (52,5%) und im Kredit- und Versicherungsgewerbe 1297 Franken (30,6%).

Im gesamten öffentlichen Sektor (Bund, Kantone und Gemeinden) entsprach der unerklärte Anteil der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern 34,8% (522 Fr. pro Monat), gegenüber 41,7% im Jahr 2014 und 38,8% im Jahr 2012.

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) fordert derweil «griffige Massnahmen gegen die Diskriminierungen der Frauen im Erwerbsleben» und ruft für den 14. Juni zu einem Frauenstreik auf. «Dass Frauen, die die Männer bezüglich Bildung inzwischen überholt haben, immer noch rund ein Fünftel weniger verdienen als diese, ist skandalös», so der SGB.

(20 Minuten)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ein Mann am 31.01.2019 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    bin in diesem Fall

    dankbar, dass die heutigen Unternehmen so sozial denken und trotzdem noch Männer einstellen. Ich habe immer gedacht dass Unternehmen heute rein kapitalistisch gesteuert sind. Wer Lohnkosten einsparen will muss lediglich alle Männer durch Frauen ersetzen.

    einklappen einklappen
  • Heinz Maier am 31.01.2019 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    19% märchen

    Wenn das mit den 19% stimmen würde, wäre ja jede unternehmung dumm, wenn sie teurere männer anstellen würde

    einklappen einklappen
  • Siggijr am 31.01.2019 09:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klar doch

    Gääännn ist langsam durch , nicht?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Prof. Dr. Was auch immer am 31.01.2019 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Wir reden hier ja vom Kader. Frauen wollten ja Quoten in Kaderpoditionen. Jetzt ist es aber so das die höhe der Löhne nicht nach Quoten sondern nach Qualifikation berechnet wird.

  • Steffanie P. am 31.01.2019 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeiten

    Statt den ganzen Tag nichts zu machen und sich "Feministin" nennen könnten die Frauen einfach mal arbeiten gehen und dann hätten Sie automatisch mehr Lohn. Ich persönlich habe noch keine Erfahrung gemacht das der Chef den Lohn bezahlt wenn jemand dauernd abwesend ist und jammert er kriegt zu wenig. Mann kann auch in der Freizeit solchen Mist machen...Also nicjt jammern sondern mehr arbeiten, gut arbeiten dann gibt's auch mehr Lohn

  • Heidi Heidnisch am 31.01.2019 20:13 Report Diesen Beitrag melden

    Mag sein

    aber wir Frauen arbeiten auch 23% weniger als die Männer. Somit verdienen wir letztlich sogar mehr!

  • V. Denker am 31.01.2019 19:48 Report Diesen Beitrag melden

    Lohngleichheit / Rollenverteilung

    Bevor das Ehe- und Scheidungsrecht die Frauen nicht in die Pflicht nimmt, zu gleich hohen Arbeitspensen wie Männer Erwerbstätigkeiten nachzugehen bzw. paritätisch die Ernährerrolle zu übernehmen, machen Lohnvergleiche zwischen den beiden Geschlechtern keinen Sinn. Denn in unserer Gesellschaft ziehen viel zu viele niedrigprozentig arbeitende Mütter mit ihren Lohnausfällen ihre ganze Familie nach unten in die Armut. Die stetige Forderung der Feministinnen, die Familienväterlöhne nach unten zu nivellieren, bringt Familien erst recht in finanzielle Nöte und gefährdet den sozialen Frieden.

    • Realist am 31.01.2019 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @V. Denker

      Mal abgesehen davon, dass es unfair wäre, weil Männer dann weniger verdienen würden als Frauen, wenn man die Löhne, die jetzt auf gleicher Ebene sind, bei den Männern senken würde.

    einklappen einklappen
  • Sarkas Mus am 31.01.2019 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Habe es glaubs nicht richtig verstanden

    Ok gut, sie verdienen weniger. Aber warum bekommen sie gleich viel?