Häusliche Gewalt

27. Dezember 2019 11:56; Akt: 27.12.2019 11:56 Print

Keller-Sutter fordert Tracker für Gewaltopfer

Ein Frühwarnsystem soll Opfer auf sich nähernde Peiniger hinweisen, damit sie fliehen können. Karin Keller-Sutter möchte damit Tötungsdelikten vorbeugen.

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Bei Tötungsdelikten im Rahmen häuslicher Gewalt sind überproportional viele Frauen unter den Opfern. So kam es im Jahr 2018 zu 24 Femiziden in der Schweiz. Daneben kam es zu drei männlichen Todesopfern von häuslicher Gewalt. (Symbolbild) Deshalb möchte Bundesrätin Karin Keller-Sutter (FDP) vermehrt gegen sogenannte Femizide vorgehen, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Als Mittel dazu sieht sie einerseits die elektronische Überwachung der Täter, aber auch elektronische Hilfsmittel für Opfer von häuslicher Gewalt. (Symbolbild) Wenn ein Täter nach der Verfügung eines Kontaktverbots mit einer elektronischen Fussfessel ausgestattet wird, sollte Keller-Sutter zufolge das Opfer einen Tracker erhalten, der einen Alarm auslöst, wenn sich der Gefährder nähert. (Symbolbild) «Das Opfer könnte sich dann entfernen und die Polizei verständigen», so Keller-Sutter gegenüber der Zeitung. Dies sei ihres Erachtens eine Alternative zur ressourcenintensiven Echtzeitüberwachung zum Schutz der Opfer. (Symbolbild) Ebenfalls sinnvoll fände Keller-Sutter, wenn Opfer künftig eine Opferbegleitung bei Vergewaltigungsverfahren erhielten. Dies würde ihnen eine Ansprechperson garantieren, die sie während des ganzen Strafverfahrens begleitet. (Symbolbild) Zudem würde der Prozess damit stärker am Opfer ausgerichtet. Zurzeit würden solche noch zu stark auf den Täter fokussieren, so Keller-Sutter. (Symbolbild) Ab 2022 wird es dadurch auch möglich werden, potenziell gewalttätige Personen mit einer elektronischen Fussfessel oder einem Armband auszustatten. Damit kann elektronisch überwacht werden, ob sie gegen ein gegen sie ausgesprochenes Rayon- oder Kontaktverbot verstossen. (Symbolbild)

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Todesopfer von häuslicher Gewalt sind vor allem Frauen. 24 Frauen und 3 Männer wurden im Jahr 2018 in der Schweiz infolge häuslicher Gewalt getötet. Daneben kam es zu 52 versuchten Tötungen. Deshalb möchte Bundesrätin Karin Keller-Sutter (FDP) vermehrt gegen sogenannte Femizide vorgehen, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Als Mittel dazu sieht sie einerseits die elektronische Überwachung der Täter, aber auch elektronische Hilfsmittel für Opfer von häuslicher Gewalt.

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Wenn ein Täter nach der Verfügung eines Kontaktverbots mit einer elektronischen Fussfessel ausgestattet wird, sollte Keller-Sutter zufolge das Opfer einen Tracker erhalten, der einen Alarm auslöst, wenn sich der Gefährder nähert. «Das Opfer könnte sich dann entfernen und die Polizei verständigen», sagte Keller-Sutter zur Zeitung. Dies sei ihres Erachtens eine Alternative zur ressourcenintensiven Echtzeitüberwachung zum Schutz der Opfer.

Gesetzgebung

Ebenfalls sinnvoll fände Keller-Sutter, wenn Opfer künftig eine Opferbegleitung bei Vergewaltigungsverfahren erhielten. Dies würde ihnen eine Ansprechperson garantieren, die sie während des ganzen Strafverfahrens begleitet. Zudem würde der Prozess damit stärker am Opfer ausgerichtet. Zurzeit würden solche noch zu stark auf den Täter fokussieren, so Keller-Sutter.

Am 1. Juli 2020 tritt das Bundesgesetz über die Verbesserung des Schutzes gewaltbetroffener Personen in Kraft. Dieses soll den Schutz von Opfern von häuslicher Gewalt und Stalking stärken. Ab 2022 wird es dadurch auch möglich werden, potenziell gewalttätige Personen mit einer elektronischen Fussfessel oder einem Armband auszustatten. Damit kann elektronisch überwacht werden, ob sie gegen ein gegen sie ausgesprochenes Rayon- oder Kontaktverbot verstossen.

Weitere Vorschläge

Zudem hat sich der Bundesrat Ende November für die Annahme eines Postulats der Grünen-Nationalrätin Sibel Arslan ausgesprochen. In diesem wird die Regierung zu prüfen beauftragt, wie der Opferschutz bei sogenannten Hochrisikofällen von häuslicher Gewalt optimiert werden könnte. Dabei sollen unter anderem Echtzeitüberwachungen auf ihre Vor- und Nachteile sowie die Einführung von Notfallknöpfen beurteilt werden. Mit solchen könnten Opfer direkt polizeilichen Schutz anfordern.

Eine weitergehende Verschärfung des Sexualstrafrechts halte der Bundesrat aber nicht für angezeigt. So ist er beispielsweise nicht dafür, dass sexuelle Handlungen ohne ausdrückliche Einwilligung als Vergewaltigung bestraft werden sollten.

(ihr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zola am 27.12.2019 15:49 Report Diesen Beitrag melden

    wird nicht funktionieren

    Die geschlagenen und bedrohten Frauen, habe mit ihnen zu tun, machen Anzeige und ziehen diese in 98% aller Fälle wieder zurück weil der Mann doch ein "Lieber" ist. Oft kommt mir dabei die Galle hoch und deshalb finde ich diese Art von Lösung nicht so toll. Man sollte den betroffenen klar machen, dass sie sich von diesen Männern trennen sollten. Geht meist nicht, da diese aus rein kulturellen Gründen noch weitere und grössere Probleme bekämen.

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  • Tb am 27.12.2019 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    Bringt nicht viel

    Viele warten bis das Kontakt und Rayonverbot vorbei ist. Dann geht das Stalking von vorne los. Eine sofortige Landesverweisung und Einreiseverbot, wenn die Täter Ausländer sind wäre besser.

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  • Regula am 27.12.2019 20:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wendet einfach die Gesetze an

    Werte Frau KKS, wen die Politiker und Richter endlich aufhören würden Täter zu Opfer zu stilisieren, dann wären alle Massnahmen überflüssig. Heute wird der arme Täter leider nicht weggesperrt. Dem Opfer hilft niemand denn die Polizei muss Bussen verteilen. Eine echte Glanzleistung der Politik der letzten drei Dekaden. Können Politiker denken und ggf. Umdenken? Ein Vorsatz für 2020, Frau KKS

Die neusten Leser-Kommentare

  • Moni am 28.12.2019 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Gehts noch kränker??

    Anstatt diese Männer und Frauen zur Verantwortung zu ziehen, chipt man jetzt lieber die ganze Bevölkerung! Wie krank ist das denn?! Mit mir macht ihr das sicher nicht!!

  • unbe/kannt am 28.12.2019 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Häusliche gewalt erlebt

    Ich selbst bin Opfer von Häuslicher gewalt gewesen. Aber denke nicht dass so was helfen werde. Uns Opfern muss es erst bewusst sein , wie böse diese persohn ist und sich niemals bessern wird, trotz der reue die danach gezeigt wird, bis alles wieder seinen kreislauf nimt. ich bin eine von 7% die alles durchgezogen hat. auch nur durch hilfe und druck von ner freunin und eine die mich anfangs täglich 3x angerufen hat und mich immer bestärkt hat. allein, hätte ich es nie geschaft. da braucht es unterstützung. die abhängigkeit ist so gross und die hoffnung dass sich alles ändert ebenso.. und die versprechungen solcher menschen noch grösser... setzt da an.

  • heno am 28.12.2019 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Ansatz

    Dem Täter einer Tracker mit einer Sirene montieren. Wenn er sich dem Opfer nähert ertönt die Sirene mit 85 dB und jeder Passant wird sichtbar auf den Täter aufmerksam gemacht.

  • Ante Lova am 28.12.2019 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Absolut!

    Ich möchte hier mal darauf hinweisen, dass es nicht nur Frauen gibt die in solchen Beziehungen feststecken. Über solche Männer macht man sich lustig obwohl sie genau so seelisch und körperlich kaputt gehen wie ihre Leidensgenossinnen. Frauen können sehr grausam sein, mal so btw...

  • komet am 28.12.2019 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Das sind wieder falsche

    Bilder die ihr hier einfügt. Dies gibts nur in gewissen Religionen, nicht bei denen auf den Bilder!

    • Sandro am 28.12.2019 18:34 Report Diesen Beitrag melden

      endlich begreifen!

      Frauenhäuser gibt es seit vielen Jahrzehnten. Gewalt an Frauen gibt es auf der ganzen Welt und in allen Religionen. Wäre sehr hilfreich, wenn Sie das begreifen würden!

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