Katholische Kirche

31. Januar 2019 14:23; Akt: 31.01.2019 14:53 Print

Priester sollen Auszug aus Strafregister zeigen

Die Schweizer Bischöfe entscheiden Ende Februar, ob Bewerber künftig ihre Vergangenheit offenlegen müssen. Damit reagiert sie auf den «Fall Riehen».

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Nach diversen Missbrauchsfällen wollen die Schweizer Bischöfe mehr Kontrolle über ihre Priester. An ihrer nächsten Sitzung entscheiden die Bischöfe über einen Antrag, der von Bewerbern für den Kirchendienst einen Auszug aus dem Strafregister verlangt. Das berichtet Radio SRF am Donnerstag.

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Davon betroffen seien sowohl Kandidaten für den priesterlichen Dienst als auch Priester, die ihre Stelle wechseln wollten, sagt Toni Brühlmann, der Präsident des Fachgremiums sexuelle Übergriffe der Kirche, dem Sender. Viele Jahre sei der Kirche der Vorwurf gemacht worden, dass nicht genügend kontrolliert worden sei und Informationen nicht weitergegeben worden seien. Mit der Massnahme wolle man nun ein griffiges Instrument in die Hand bekommen, so Brühlmann.

Reaktion auf «Fall Riehen»?

Die Bischöfe entscheiden Ende Februar über den Antrag. Zuletzt hatte der «Fall Riehen» für Schlagzeilen gesorgt. Der Kandidat für ein Priesteramt in der Gemeinde im Kanton Basel-Stadt war 2012 wegen sexueller Handlung mit einem Jugendlichen verurteilt worden. Trotzdem unterstützte die Kirchenführung seine Kandidatur.

Auch der zuständige Bischof Felix Gmür hatte sich hinter den Priester gestellt – selbst als dieser seine Kandidatur zurückgezogen hatte. Gmür hatte dies an einer Medienkonferenz am 23. Januar mit seiner Sorgfaltspflicht gegenüber Mitarbeitenden begründet. Es habe kein Berufs- oder Rayonverbot gegeben.

(ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Atheist am 31.01.2019 18:05 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    In vielen Berufen ist ein Leumundszeugnis oder Strafauszug vorzulegen, sobald irgendwelche sensiblen Bereiche betroffen sind. Da ist es nur konsequent, wenn die Kirche da mitzieht

  • ?? am 31.01.2019 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sonderprivat Auszug

    Das ist heute bei jedem pädagogischen Beruf oder in der Betreuung üblich. Es stellt sich daher die Frage warum erst jetzt bei den Priester

    einklappen einklappen
  • Quasi Modo am 31.01.2019 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständnis

    Ich versteh nicht, wie das bei einem Personenkreis der abhängige Personen aka Gläubige betreuen darf nicht von Gesetzes wegen vorgeschrieben ist. Ich arbeite in einem Logistikzentrum, habe nur entfernt mit dem Lagerbetrieb zu tun, musste aber auch einen Strafregisterauszug bringen, was ich vollkommen OK finde. Verglichen mit der Verantwortung in der Seelsorge aber vollkommen überzogen. Also nicht lange diskutieren, machen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • EinMitleser am 31.01.2019 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Eine gute Sache

    Grundsätzlich eine sehr sinnvolle Massnahme. Aber eigentlich sollte das nicht nur "üblich sein", sondern sogar von staatlicher Seite zwingend vorgeschrieben sein (für alle diesbezügl. Berufe: Lehrer, Pfarrer (egal ob ref. oder kath. oder jüdisch, etc.), Heim-Mitarbeiter, etc.)

  • W. Eltenbummler am 31.01.2019 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    Weltliche Strafen für Geistliche

    Ich verstehe nicht, warums noch ein Kirchenrecht gibt. Geistliche müssen nach genau gleichen Ansätzen bestraft werden bei Vergehen. Pädos gehören weltlich eingesperrt

  • Chl am 31.01.2019 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dauert zu lange....

    Wird auch endlich Zeit dass etwas passiert!!!

  • Christian am 31.01.2019 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    Amen

    Selig sind die geistlich Armen (Matthäus 5,3). Da hilft dann wohl auch kein Theologie-Studium.

  • Budi am 31.01.2019 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    Priester mit Problemen.

    Schon komisch, Heiraten dürfen Sie nicht. Sind auch nur Menschen. Dafür die Vergangenheit zu vielen üblen Dingen sich hinreissen lassen. Wo steht der vielgepriesene Glaube?? Scheinheiligkeit ohne Ende! Urteile selbst!!