«Campus Kappel»

10. Januar 2013 12:47; Akt: 10.01.2013 14:20 Print

Kirche wirbt mit Camp für Theologie-Studium

Immer weniger Junge interessieren sich für die Lehre des christlichen Glaubens. Mit einem kostenlosen Sommerlager in einem Zürcher Kloster sollen sie nun auf den Geschmack kommen.

storybild

40 Interessierte setzen sich im Sommer im Kloster Kappel fünf Tage lang mit Theologie auseinander. (Bild: Facebook/Campus Kappel)

Zum Thema
Fehler gesehen?

In einer Theologiewoche sollen Jugendliche aus der ganzen Schweiz für ein Studium auf diesem Fachgebiet motiviert werden. Das fünftägige Lager findet im Juli im Kloster Kappel im Zürcher Säuliamt statt. Interessierte müssen sich dafür bewerben.

Umfrage
Was halten Sie von der Idee eines Theologie-Camps?
45 %
14 %
41 %
Insgesamt 242 Teilnehmer

Der «Campus Kappel» richtet sich an Jugendliche ein oder zwei Jahre vor der Matura oder der Berufsmatur, schreiben die Veranstalter in einer Mitteilung vom Donnerstag. Organisiert wird das Lager von den reformierten Kirchen der Deutschschweiz und den Theologischen Fakultäten der Universitäten Zürich, Basel und Bern.

40 Interessierte sollen fünf Tage lang wissenschaftliche Theologie und soziales Engagement erleben, heisst es weiter. Der «Campus Kappel» sei eine Schweizer Premiere. Die Teilnahme ist für die Jugendlichen gratis. Das Kloster Kappel in Kappel am Albis ZH ist das Bildungshaus der reformierten Zürcher Landeskirche.

Wer bei der Theologiewoche dabei sein will, muss sich bis Ende März bewerben. Nötig dafür sind ein Motivationsschreiben sowie die Angabe einer Referenzperson. Die Veranstalter wählen schliesslich jene 40 Jugendlichen aus, bei denen sie «in theologischer Hinsicht, aber auch hinsichtlich der Eignung für den Pfarrberuf das grösste Potenzial sehen».

Immer weniger Theologie-Studenten

Die Kirche erhofft sich durch das Lager mehr Theologen. Gemäss einer Erhebung des Bundesamtes für Statistik nimmt die Zahl der Studienanfänger, die als Hauptfach Theologie wählen, seit Jahren ab. Waren es im Jahr 1984 noch 210 Studierende, entschieden sich 2011 gerade noch 39 Männer und Frauen für die Theologie.

Ziel des «Campus Kappel» ist es, dass mindestens 4 der 40 am Lager Teilnehmenden später Theologie studieren, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Die Nachwuchsförderung dränge. Zu den rückläufigen Studierendenzahlen käme hinzu, dass bis im Jahr 2025 grosse Pfarrerjahrgänge in Pension gehen würden.

In der Theologiewoche im Sommer wird jeder Tag unter einer anderen Leitfrage stehen. Die Jugendlichen sollen erfahren, was Theologie mit den Fragen zu tun hat, die sie beschäftigen. Unter den Gästen und Referenten befinden sich auch viele Nicht-Theologen.

So werden etwa Radio- und Fernsehmoderatorin Mona Vetsch oder auch Herzchirurg Thierry Carrel bei den Diskussionen zu Wort kommen. Der Campus zeige so auch, dass die Theologie viele Fragen nicht im Alleingang beantworten könne, schreiben die Veranstalter.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • norrin radd 73 am 10.01.2013 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Realität vs. Glaube

    Ich denke die Abnahme an Theologiestudenten hat damit zutun das die heutige Jugend eine realistische und objektive Weltanschauung besitzt.Sie sehen wie die Welt ist und nicht wie sie nach einem Buch sein sollte.Und das ist auch gut so.

    einklappen einklappen
  • Gottlieb am 10.01.2013 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder der wissen will, wer er ist...

    ...ist Christ. Pfarrer und andere Kirchenbeamten, die den rechten Glauben und die korrekte Auslegung der durch Übersetzungen durch wenig Verstehende verwässerte Bibel definieren wollen, sind wenig hilfreich, um die eigene Beziehung zu dem, der/die/das Leben gibt, zu vertiefen, meist wenig hilfreich, oft durch ihre Belehrung störend. Vielleicht sind ja die neuen Generationen inspirierter. Gut, dass die reformierte Theologie sich nicht mehr anmasst, "viele Fragen im Alleingang zu beantworten". Aus Sicht der Kirche sind diese Assessement-Lager eine gute Idee.

    einklappen einklappen
  • Bruder Motzi am 10.01.2013 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ein verändertes Umfeld

    ändert allerdings nichts am Inhalt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • hulahop am 10.01.2013 22:25 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht um Fragen, nicht um Gehirnwäsche

    Der Kurzcheck auf der Seite des Camps zeigt eigentlich deutlich, dass es hier nicht um Gehirnwäsche, sondern um eine spannende Auseinandersetzung mit relevanten Fragen des Lebens geht. Für Leute, die eine - hoffentlich - realistische, kritische Weltanschauung haben. Wenn ich jünger wäre, ich würde glatt teilnehmen.

  • M.B. am 10.01.2013 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Uni als Ausbildungsstätte?

    Mit dieser Methode habe ich kein Problem. Ich frage mich nur allgemein ob die Uni die richtige Intitution ist um Pfarrer auszubilden. Wie soll ein Pfarrer/eine Pfarrerin den Glauben vorleben und für andere ansteckend gestalten, wenn in fünf Studienjahre der wissenschaftliche Zugang gelehrt wird und der persönliche Glaube auf der Strecke bleibt. Was die Kirche braucht sind starke, (in Gott?!) gefestige Persönlichkeiten die andere inspirieren, nicht Menschen die nach ihrem Studium noch weniger mit Gott anfangen können als vorher.

  • norrin radd 73 am 10.01.2013 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Realität vs. Glaube

    Ich denke die Abnahme an Theologiestudenten hat damit zutun das die heutige Jugend eine realistische und objektive Weltanschauung besitzt.Sie sehen wie die Welt ist und nicht wie sie nach einem Buch sein sollte.Und das ist auch gut so.

    • M.B. am 10.01.2013 17:47 Report Diesen Beitrag melden

      die Jugend

      Woher hat die Jugend diese Weltanschauung? Ich denke die Abnahme an Theologiestudenten hat damit zu tun, dass die wenigsten der Jugendlichen von ihren Eltern und Vorbildern Religion und Glaube noch aktiv und attraktiv vorgelebt bekommen.

    einklappen einklappen
  • Luzerner am 10.01.2013 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Glaube gegen Wissen

    Mit dem Anspruch der Theologie als Wissenschaft ging der Glaube verloren. Wissenschaft schliesst den Glauben aus, sie ist rational, eben Wissen und nicht mehr Glauben. Damit haben sich die Katholiken so richtig in die Finger geschnitten. Die Theologen K. und H. haben der Kirche mehr geschadet als die Reformation!

  • Hans Gseh am 10.01.2013 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Man geht in eine Kirche um zu GLAUBEN und in eine Universität um zu WISSEN... wie kann man diese zwei Dinge nur so fürchterlich durcheinander bringen? Wer glauben will soll ruhig glauben und wer wissen will....