Carte Bleue

03. April 2018 09:45; Akt: 03.04.2018 11:06 Print

Kitag erhöht Kino-Preise für die treuesten Kunden

von Stefan Ehrbar - Die Swisscom-Tochter Kitag eröffnet diese Woche neue Kinosäle. Für Vielseher macht die Kinokette gleichzeitig den Eintritt teurer.

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Mit einem Bowling-Wettbewerb, einer Virtual-Reality-Gamezone und Ticket-Aktionen eröffnet die Kinobetreiberin Kitag am Donnerstag ihr neuestes Multiplex-Kino in Muri bei Bern. Für Kinogänger ist der Tag aber nicht nur ein Grund zum Feiern. Für die treuesten Kunden erhöht die Kitag dann in der ganzen Schweiz die Preise.

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Inhaber der Carte Bleue, die vergünstigten Eintritt erlaubt und im ersten Jahr 30 Franken und danach 20 Franken jährlich kostet, müssen ab dem 5. April 14 statt 13 Franken pro Eintritt bezahlen – eine Preissteigerung von knapp acht Prozent.

Guter Sound kostet extra

In einem Mail an die betroffenen Kunden schreibt die Kino-Betreiberin, die Preise würden «minimal erhöht». Es sei die erste Preiserhöhung seit rund zwanzig Jahren. Ein Grund für die gestiegenen Preise wird nicht genannt. Bereits letztes Jahr hatte die Kitag die Preise ihres Kiosksortiments für diverse Produkte um 50 Rappen, 1 Franken oder mehr erhöht (20 Minuten berichtete).

Im neuen Multiplex in Muri bei Bern verrechnet Kitag zudem neu 19.50 Franken pro regulären Eintritt ohne Carte Bleue. In den meisten Kitag-Kinos betrug dieser Preis bisher 19 Franken. Die Konkurrentin Pathé verlangt ebenfalls 19.50 Franken. Für Filme, die die neue Klang-Technologie Dolby Atmos nutzen, wird im neuen Kitag-Multiplex zudem ein Zuschlag von einem Franken fällig. Andere Schweizer Kinos, die mit Dolby Atmos ausgerüstet sind, verrechnen dafür keinen Zuschlag.

Schweizweit sinken die Preise

Während die Kitag die Preise erhöht, sinken sie anderswo. Wie die Kinostatistik des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigt, kostete ein durchschnittliches Kinobillett im letzten Jahr 15.16 Franken – etwa 2,5 Prozent weniger als noch zwei Jahre zuvor.

Die grossen Kinobetreiber versuchen, ihre Gewinne mit Effizienzsteigerungen zu retten. So sind Multiplex-Kinos am Stadtrand mit vielen Sälen, die im Vergleich zu kleinen Kinos in den Innenstädten mit relativ wenig Personal und vergleichsweise tiefen Mieten betrieben werden können, weiter auf dem Vormarsch. Im letzten Jahr war die Rekordzahl von 26,5 Prozent aller Kinoplätze in einem Multiplex-Kino zu finden, wie die BFS-Zahlen zeigen.

Multiplexe auf dem Vormarsch

So machte die Kitag Innenstadt-Kinos in Bern, Basel und Zürich dicht und eröffnete dafür neue Multiplex-Anlagen in Biel und nun in Muri bei Bern. Die Kinobetreiberin Arena Cinemas, die das nach Sälen grösste Kino der Schweiz im Zürcher Einkaufszentrum Sihlcity betreibt, will in diesem Jahr und bis 2020 zwei neue Multiplex-Kinos in Netstal GL und Basel eröffnen. Der französische Kinoriese Pathé wiederum hat eben in der Mall of Switzerland in Ebikon LU ein Multiplex-Kino eröffnet und plant in Spreitenbach AG und Riddes VS neue Kinotempel.

Ob die Branche damit den Abwärtstrend bei den verkauften Eintritten stoppen kann, bleibt offen. Im letzten Jahr zählten die Kinos 13,5 Millionen Eintritte – etwas mehr als im Jahr zuvor. Damals fand allerdings die Fussball-EM statt, die im Sommer für weniger Eintritte sorgte. Im Langzeitvergleich kennt die Zahl der Eintritte seit langem nur eine Richtung: nach unten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • manfred kackred am 03.04.2018 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    sauteuer!

    aha! swisscom tocher! das erklärt einiges!

  • Peter am 03.04.2018 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Preise USA

    Wenn man die Eintrittspreise in den USA vergleicht ($6-8), dann ist das einfach eine Frechheit.

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  • E.T. am 03.04.2018 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke

    Reine Abzocke. Deshalb gehe ich schon lange nicht mehr ins Kino. Es ist sowieso fast alles von Beginn an oder früher im Netz erhältlich.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rüschl am 04.04.2018 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade!

    Ich gehe wöchentlich ins Kino und liebe einfach die "Magie", die Atmosphäre. Man kann vom Alltag abschalten und in andere Welten abtauchen. Alle beschweren sich über die Preise, fragt euch mal was die Ursache ist, wenn jeder die Filme nur noch Stream und (ill)legal downloaded ist es kein Wunder wenn die Eintritspreise steigen. Die Branche ist einfach nicht mehr Gewinnbringend, logischerweise muss man dann die Preise erhöhen.

  • Kino Ädu am 04.04.2018 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Kitag ist Geschichte

    Dass die Kitag die Stadt Bern einfach wie eine heisse Kartoffel fallen lässt, kann ich ihr nicht verzeihen. Diese Firma ist für mich Geschichte. Die aktuelle Preiserhöhung ist da nur noch der Tropfen, der alles zum Überlaufen bringt. Ich hoffe die Quinnie übernimmt zumindest die Kinos Gotthard und Jura, um vermehrt die Blockbuster Filme anbieten zu können.

  • Alex Betschart am 04.04.2018 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Swisscom

    Schon klar das alles teurer wird, Swisscom ist schliesslich auch am teuersten von allen Anbietern.

  • Stiefi am 04.04.2018 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    halblang

    nun mal halblang... Ins Kino zu gehen sollte ja ein besonderer Anlasse sein/bleiben. Genau so wie am Wochenende feiern zu gehen. Aber wenn in den Clubs ein Cubalibre dann 20 Franken kostet interessiert es niemanden.

    • Barmaid am 04.04.2018 09:05 Report Diesen Beitrag melden

      Nenenenene

      Also Entschuldigung aber bei uns an der Bar kostet ein Cubalibre CHF 10.-- und nicht einmal das sind die jungen bereit zu zahlen. Dann nehmen sie lieber ein gratis Hahnenwasser. Und wer geht in Clubs wo ein Cuba Libre CHF 20.-- kostet??

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  • stuart matthews am 04.04.2018 05:33 Report Diesen Beitrag melden

    kinogermany

    kino deutschland dienstags 4.50 ! mit karte noch günstiger (kommt auf film drauf an) vorher noch kurz zu penny popcorn holen für ein paar cents und ne grosse cola , kosten gesammt ca 6 euro ! gute nacht schweiz

    • Tom Tom am 04.04.2018 09:36 Report Diesen Beitrag melden

      Toll!

      Jo, feine Sache, Schweizer Lohn beziehen aber die Kohle in Germany verpulvern. Hammer. Und so klug.

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