CS-Sorgenbarometer

05. Dezember 2019 00:01; Akt: 05.12.2019 09:25 Print

Klima macht vielen Angst wie nie zuvor

Fast jeder Dritte hält den Klimawandel für eines der wichtigsten Probleme. Besonders Unpolitische werden jetzt aktiv.

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Schweizer machen sich so grosse Sorgen um das Klima wie seit zehn Jahren nicht mehr. Das zeigt das neuste Sorgenbarometer der Credit Suisse. Mit 29 Prozent gab fast jeder dritte Befragte an, der Umweltschutz und der Klimawandel gehörten zu den wichtigsten fünf Problemen der Schweiz. Im Vergleich zur letzten Befragung vor einem Jahr nahm dieser Anteil um 6 Prozentpunkte zu.

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Es zeigen sich zwar deutliche Unterschiede je nach Parteizugehörigkeit, schreiben die Forscher um Politikwissenschaftler Lukas Golder. So halten Anhänger von linken Parteien und den Grünen den Klimawandel mit einem Anteil von 61 und 45 Prozent für eines der wichtigsten Probleme. Auf Platz drei folgen allerdings bereits jene, die sich nicht an eine Partei gebunden fühlen oder sich dazu nicht äussern wollten.

«Kann das Fliegen niemandem verübeln»

Das heisst: Der Klimawandel könnte bei künftigen Wahlen und Abstimmungen Leute an die Urne bringen, die ihr bisher fernblieben. «Es ist ein Hinweis, dass die Klimafrage das Potenzial hat, neue Gruppen und Kräfte zu politisieren und diese gegebenenfalls auch für die politische Beteiligung zu mobilisieren», heisst es im Bericht.

Auch 20-Minuten-Leser ändern nun ihr Verhalten. «Ich gehe es nun bewusster an», sagt etwa S. F.* «Vor zehn Jahren hat noch niemand darüber gesprochen, dass man nicht fliegen sollte.» Nun mache er in der Schweiz Ferien, da er nicht unbedingt fliegen wolle. Auch das Auto nutze er nur, wenn er es wirklich brauche. «Ich war aber schon in vielen Ländern. Ich kann es niemandem verübeln, der das auch sehen will.»

Ist das Thema beständig?

Leser M. G.* sagt, er mache sich nun mehr Gedanken, wie er seinen persönlichen Beitrag leisten könne. «Man kann schon kleine Dinge tun, die zusammen einen enormen Unterschied ausmachen können. Sei es, Strom oder Wasser zu sparen, Abfall strikt zu trennen oder auch einmal auf Fleisch zu verzichten.» Und Leser D. S.* sagt, er fahre auf der Autobahn nun weniger schnell, fliege nur noch ein- statt zweimal im Jahr und habe ein «vernünftiges Auto» gekauft.

Ob die Sorge ums Klima beständig ist, wird sich erst mit den nächsten Ausgaben des Sorgenbarometers zeigen. Trend- und Konsumforscherin Karin Frick begründet die grosse Sorge um das Klima mit der Dauerpräsenz des Themas. «Alle Organisationen und Anbieter, die sich für die Umwelt engagieren, nutzen jetzt die Gunst der Stunde, um darauf aufmerksam zu machen.» Diese schaukelten sich gegenseitig hoch. «Dadurch beschäftigt das Thema automatisch so viele Menschen wie nie zuvor.»

Frick geht davon aus, dass die Dauerpräsenz des Umweltschutzes eine nachhaltige Wirkung hat. «Jeder weiss jetzt, dass der Klimawandel ein Problem ist.» Dennoch könnte das Thema in einigen Jahren auf der Sorgenliste an Priorität verlieren. «Etwa im Falle einer Wirtschaftskrise mit hoher Arbeitslosigkeit.»

* Name der Redaktion bekannt

(ehs)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul am 05.12.2019 00:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    da Klima macht mir

    keine Sorgen, aber die Hysterie der Menschen schon.

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  • Steph Kocher am 05.12.2019 00:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klimahysterie

    Dies ist eine kranke künstliche Hysterie und nichts weiter!

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  • Don Logan am 05.12.2019 03:19 Report Diesen Beitrag melden

    Menschen, menschenmöglich...

    Hört mal auf mit dieser Klimahysterie. Nicht das Klima macht mir Angst, sondern die Weltpolitik.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • klarisimo am 12.12.2019 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Pffff

    Das einzige was Fundamentalisten übers Klima wissen ist, dass ihre Vulva sich trockener als die Sahara verhält.

  • TSCH am 09.12.2019 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Theorie und Praxis

    Aus der Geschichte: Als Einstein die Relativitätstheorie veröffentlichte gab es bekannte Wissenschaftler die seine Theorie ablehnten. Teilweise aus Unverständnis der Mathematik und Physik aber auch aus politischen weltanschaulichen Gründen. Heute sind diese Formeln in jedem Händy eingebaut.

  • PensIng am 09.12.2019 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Allen Grund

    Ich habe vor vielen Jahrzehnten selbst den CO2 Gehalt gemessen. Die alten Werte waren damals wirklich merklich tiefer als heute. Das das KEINE Folgen haben soll glauben nur IGNORANTEN und politische Süppchenkocher mit UNDURCHSICHTIGEN ABSICHTEN (bezahlt direkt oder indirekt von wem?)

    • na klar am 10.12.2019 17:45 Report Diesen Beitrag melden

      @PensIng

      Wir hatten auch CO2 Messungen in der Schule durchgeführt. Die Messung an selber stelle um die 700 ppm. Also entweder gehörst Du zu den verlogenen Süppchenkocher oder ich. Meine Botschaft erleichtert den Geldbeutel der anderen zumindest schonmal nicht.

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  • R. Crusoe am 08.12.2019 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Titanic vor Eisberg

    Ich lass mich weder mit Hysterie noch Panik beeinflussen. Auch bin ich kein Anhänger der Klimanotstand Generation Greta. Ich versuche im Alltag so gut wie möglich wertschätzend gegenüber der Umwelt und Natur zu sein, was mir eben nicht immer gelingt. Aber ich arbeite daran.

  • Benni am 07.12.2019 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    CO2 Messung

    Wo wird das CO2 überhaupt gemessen?

    • CO2 Fritzli am 08.12.2019 18:34 Report Diesen Beitrag melden

      CO2 Messung Standorte

      Z.B. auf einer vulkanisch sehr aktiven Insel - Hawaii. Auch in Grossstäten und an Autobahnen wird gemessen.

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