Wohlfühl-Gruppe

18. November 2019 14:14; Akt: 18.11.2019 14:14 Print

Klimaaktivisten haben Angst vor Burnout

von B. Zanni - Einige Klimaaktivisten sind erschöpft, weil sie in der Arbeit versinken. Ein Team soll nun Burnouts verhindern.

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Unermüdlich kämpfen die Schweizer Klimaaktivisten seit Monaten auf der Strasse, auf Social Media und an Veranstaltungen für eine grünere Erde. Doch das Engagement zehrt an ihren Kräften. Während einige Aktivisten ihre ganze Freizeit opfern, haben sich andere den Aktivismus zum Vollzeitjob gemacht: Etwa Dominik Waser brach sein Studium ab, um mit seinem Verein Grassrooted Gemüse vor dem Abfall zu retten. Die erste kantonale «Arbeitsgruppe Wohlfühlklima» wurde im Frühling gegründet. Laut Lena Bühler, Mitglied der Medien-Arbeitsgruppe vom Klimastreik Schweiz, sind an jeder Sitzung jeweils Vertreter der AG vor Ort. «Sie beobachten die Stimmung und empfehlen Leuten, die gestresst wirken, eine Pause», sagt die 16-jährige Gymischülerin. In der AG Wohlfühlklima können die Aktivisten laut Lena Bühler Yoga und Spiele machen oder einfach jemandem ihr Herz ausschütten. Daneben organisiere die AG Events, wo die Aktivisten ohne Computer zusammenfinden und nicht an die Arbeit denken. «Auf uns allen lastet ein grosser Druck», sagt Lena Bühler. «Weil wir sehen, dass die Politiker ihre Verantwortung nicht wahrnehmen und das Klima nicht zum Thema Nummer eins machen. Das führt dazu, dass sich einige von uns übernehmen», so Bühler. Einige Aktivisten organisieren laut Bühler neben der Schule oder dem Studium Events und schreiben bis spät in die Nacht Konzepte und E-Mails. «Besteht die Gefahr von akuter Müdigkeit oder Erschöpfung, können Angebote zum ‹Kopflüften› hilfreich sein», sagt Martial Berset, Arbeits- und Organisationspsychologe vom Büro A&O. Gerade wenn viele Leute für eine Sache brennen besteht laut Berset die Gefahr, sich gegenseitig anzustacheln und ans Limit zu kommen. Wohlfühl-Oasen seien aber keine Garantie gegen Burnouts, so Berset. Ob Arbeit oder Hobby, was zähle sei die Eigenverantwortung. «Über längere Zeit am Limit zu laufen, dann ungenügend Pause machen und wieder am Limit laufen, ist nicht die Lösung.»

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Die Klimaaktivisten haben sich ein hohes Ziel gesetzt. Ihrer Charta zufolge soll die Schweiz bis 2030 unter anderem die Co2-Emissionen auf netto null reduzieren. Unermüdlich kämpfen die Schweizer Klimaaktivisten seit Monaten auf der Strasse, auf Social Media und an Veranstaltungen für eine grünere Erde. Doch das Engagement zehrt an ihren Kräften.

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Während einige Aktivisten ihre ganze Freizeit opfern, haben sich andere den Aktivismus zum Vollzeitjob gemacht: Etwa Dominik Waser brach sein Studium ab, um mit seinem Verein Grassrooted Gemüse vor dem Abfall zu retten. Das grosse Engagement alarmierte auch schon Eltern. «Wir besprechen mit unserem Sohn, dass es Leute gibt, die durch solche Aktivitäten Burnoutsymptome zeigten», sagte die Mutter von Aktivist Jonas Kampus im SRF-Dok «Klimastreik – Wenn die Jungen aufbegehren».

«Auch deine Batterien sind mal leer»

«Cool, wie du versuchst, den physikalischen Gesetzen zu trotzen. Doch Schlaf ist gesund und heilsam für Körper und Geist. Also nimm auch du dir mal wieder eine Auszeit und schlafe mit gutem Gewissen so richtig aus», schrieb die Facebook-Gruppe Klimastreik Schweiz kürzlich mit dem Hinweis: «Das ist ein Beitrag der Arbeitsgruppe Wohlfühlklima an unsere lieben Klimaaktivist*innen.»

Dazu postete die Gruppe ein Foto, auf dem eine junge Frau zu sehen ist, die erschöpft über ihrer Agenda vor dem Laptop ausruht. «Auch deine Batterien sind mal leer. Vergiss nicht ab und zu mal nachzutanken», heisst es dazu.

Yoga und Spiele gegen Stress

Die erste kantonale «Arbeitsgruppe Wohlfühlklima» wurde im Frühling gegründet. Laut Lena Bühler, Mitglied der Medien-Arbeitsgruppe vom Klimastreik Schweiz, sind an jeder Sitzung jeweils Vertreter der AG vor Ort. «Sie beobachten die Stimmung und empfehlen Leuten, die gestresst wirken, eine Pause», sagt die 16-jährige Gymischülerin. In einem Nebenraum könnten die Klimaaktivisten Yoga und Spiele machen oder einfach jemandem ihr Herz ausschütten. Daneben organisiere die AG Events, wo die Aktivisten ohne Computer zusammenfinden und nicht an die Arbeit denken.

«Auf uns allen lastet ein grosser Druck, weil wir sehen, dass die Politiker ihre Verantwortung nicht wahrnehmen und das Klima nicht zum Thema Nummer eins machen. Das führt dazu, dass sich einige von uns übernehmen», so Bühler. Manche investierten die ganze Freizeit in den Klimastreik.

«Angespannte Stimmung in Sitzungen»

Einige Aktivisten organisieren laut Bühler neben der Schule oder dem Studium Events und schreiben bis spät in die Nacht Konzepte und E-Mails. «Die Stimmung an den Sitzungen ist manchmal angespannter, weil man merkt, dass die Leute zu wenig Schlaf haben und sie eigentlich zu erschöpft sind, um weiterzuarbeiten.» An einem Burnout sei aber noch niemand erkrankt.

Die AG Wohlfühlklima zeigt offenbar bereits Wirkung . Einige Klimaaktivisten zeigen sich dankbar für das Angebot. «In meinen Augen hat sich intern bereits einiges verbessert, seit es die AG Wohlfühlklima gibt. Dank euch schaffen wir es besser, den Druck an Meetings auszuhalten», schreibt Jan Schuller auf Facebook. Dank der AG lernten sie sich besser kennen und komme wieder in den Fokus, worauf es wirklich ankomme. Auch Mireille Stauffer schreibt: «Dass es euch gibt, macht schon, dass ich mich ein Stück wohler fühle.»

Eigenverantwortung zähle

Auch bei Arbeitspsychologen kommt die Burnoutprävention gut an. «Besteht die Gefahr von akuter Müdigkeit oder Erschöpfung, können Angebote zum ‹Kopflüften› hilfreich sein», sagt Martial Berset, Arbeits- und Organisationspsychologe vom Büro A&O. Gerade wenn viele Leute für eine Sache brennen besteht laut Berset die Gefahr, sich gegenseitig anzustacheln und ans Limit zu kommen. «Es kann sein, dass man sich keine Ruhepausen mehr gönnt, weil man etwas besonders wichtig findet.»

Wohlfühl-Oasen seien aber keine Garantie gegen Burnouts, so Berset. Ob Arbeit oder Hobby, was zähle sei die Eigenverantwortung. «Über längere Zeit am Limit zu laufen, dann ungenügend Pause machen und wieder am Limit laufen, ist nicht die Lösung.» Wer produktiv bleiben wolle, brauche eine konstante Work-Life-Balance. «Am besten teilt man sich die Arbeit ein und gönnt sich regelmässige Erholungsphasen.»

Ausgewählte Leser-Kommentare

Ich kenne jemanden, der mit 63 genug hatte, der Job passte ihm nicht. Er ging zu einer bereits senilen Psychiaterin, liess sich krank schreiben und spielte Burnout bis 65. Das erste was er nach dem Krankschreiben machte waren drei Wochen Happyferien. Wer Burnout hat verkriecht sich und geht nicht als erstes in den Urlaub. - Was wohl den Salonklimaaktivisten fehlt? – Realist

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jakob am 18.11.2019 10:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlos

    Diese Leute sollten lieber mal arbeiten gehen. Unglaublich diese Gesellschaft.

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  • Peter K am 18.11.2019 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein wirklich?

    Ach sind das arme!...

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  • Bieler Fan am 18.11.2019 10:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freiwillig

    Sollte man bedauern haben? Ist ja alles freiwillig

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bea Wettstein am 24.11.2019 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach fuktionieren

    Ich denke die sollen zuerst mal arbeiten 40 Jahre AHV zahlen Pensionskasse füllen Auf unnötige Fliegerei verzichten er. EINFACH FUKTIONIEREN

  • arno am 21.11.2019 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit Arbeit

    Ob das mit der Klimaerwärmung zu tun hat, dass die "ausgebrannt" sind. Ich würde ihnen empfehlen es mal mit Arbeit zu versuchen, das würde sicher helfen.

  • Fritz Hess aus Huttwil am 20.11.2019 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    Ewige Studierende

    Spielt eigentlich keine Rolle, zu diesen Menschen müssen wir so oder so schauen. Wer etwas erreichen will, muss hart Arbeiten, aber das Wissen fehlt ihnen.

  • popi am 20.11.2019 07:54 Report Diesen Beitrag melden

    Dinosaurier, Inkas, Mayas...

    Passt doch alles so wie es ist...

  • wild. am 19.11.2019 20:54 Report Diesen Beitrag melden

    Von Natel

    Burnout bekommen sie vom Natel aber sicher nicht von der Arbeit oder vom Streiken! Ich wundere mich das die noch Zeit haben zum Streiken.