Aktionen vor Grossbanken

08. Juli 2019 07:02; Akt: 08.07.2019 16:13 Print

Polizei verhaftet 64 Klima-Aktivisten in Zürich

Aktivisten einer Klimabewegung haben am Montagmorgen in Zürich und Basel zwei Standorte des Schweizer Finanzplatzes blockiert. Die Polizei musste eingreifen.

Polizeisprecher Marco Cortesi erklärt den Einsatz beim Zürcher Paradeplatz.
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Klimaaktivisten des «Collective Climate Justice» haben am frühen Montagmorgen die Eingänge der Hauptsitze der Grossbanken Credit Suisse in Zürich und UBS in Basel besetzt. Sie errichteten Sitzblockaden und versperrten die Zugänge teils mit Velos und Pflanzenkübeln.

Die Sicherheitsangestellten wurden von den Aktivisten gegen 6.45 Uhr überrascht. Einer erzählt: «Ich dachte zuerst, dass das eine Gruppe sei, die vom Züri Fäscht durchgefeiert hat.» Die Aktivisten seien aber friedlich gewesen. Auch für Angestellte der Bank war ein Durchkommen schwierig. Am Paradeplatz konnten einige über einen Nebeneingang eingeschleust werden.

«Es gibt schlimmere Klimasünder als Banken»

Laut Angaben der Demonstranten waren «mehrere hundert» Personen am Protest beteiligt, gemäss der Polizei waren es in Zürich vor dem CS-Sitz etwa 70. Sie fordern vom Schweizer Finanzplatz den sofortigen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas, wie sie auf Twitter mitteilten. Sie beschuldigen die Schweizer Grossbanken, sie würden klimaschädliche Aktionen finanzieren.

Frida Kohlmann, Sprecherin von «Collective Climate Justice» und Martin von Greenpeace erklären, was hinter dem Protest steckt:

Eine Mitarbeiterin der Credit Suisse hat dafür wenig Verständnis. «Ich war etwas perplex, als der Eingang blockiert war. Ich verstehe die Anliegen der Aktivisten nur bedingt. Es gibt weitaus grössere Klimasünder als Banken», sagte sie.

Polizisten räumen den Eingang

Ein Aktivist auf dem Paradeplatz sagte: «Schweizer Banken unterstützen mit Milliarden Projekte und Unternehmen, die für massenweise Umweltverschmutzung sorgen. Darum wollen wir hier ein Zeichen setzen.» Man wolle, dass die Banken die Finanzierung von «dreckigen Energien» sofort einstellen. «Sie ignorieren den Klimawandel völlig.»

Am Morgen hatte die Stadtpolizei den Aktivisten in Zürich eine Frist bis 9 Uhr gegeben, um den Bankeneingang zu räumen. Nachdem dies nicht geschehen ist, griff die Polizei ein, wie im Video zu sehen ist. Dabei wurden die Ketten am Eingang aufgebrochen und die Aktivisten wurden einer nach dem anderen entfernt. Um 13 Uhr war die Räumung der vier CS-Eingänge am Paradeplatz abgeschlossen.

In Basel forderte die Polizei die Aktivisten auf, bis 14.15 Uhr das Gelände zu verlassen. Ein Grossteil der Aktivisten hat dies auch getan. Die verbliebenen Personen wurde von der Polizei kontrolliert und ihre Personalien wurden aufgenommen. Es handelte sich um mehr als ein Dutzend Personen. Festnahmen hat es aber keine gegeben.


Die Polizei in Basel räumt das Gelände.

Laut einem Beamten handle es sich bei der Besetzung um Nötigung und Hausfriedensbruch. Es sind allein in Zürich mehr als 150 Polizisten im Einsatz. Dieser verlief relativ ruhig ab. Insgesamt wurden 64 Aktivisten festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Ausserdem kam es zu Wegweisungen und Verzeigungen, da die Aktivisten die Räumungsfristen nicht einhielten. Die weiteren Eingänge zur CS wurden über Mittag in ähnlicher Manier geräumt. Das weitere Vorgehen werde dann durch die Krawallgruppe der Staatsanwaltschaft entschieden.

Tramlinien unterbrochen

Viele der Aktivisten stammen aus dem Ausland, einige aus der Westschweiz. Geplant war ursprünglich, die Aktion noch 48 Stunden weiter zu führen. Dies soll in den nächsten Wochen in ähnlichem Rahmen in diversen Grossstädten Europas geschehen.

Aufgrund der Demonstration konnten am Paradeplatz kurzzeitig einige Tramlinien nicht verkehren. Betroffen waren die Linien 2, 6, 7 und 13.


Klimaaktivisten blockieren Banken

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frigor am 08.07.2019 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Nun mussten extra...

    ...alleine in Zürch 50 Polizisten ausrücken mit ihrem benzinbetriebenen Einsatzfahrzeugen. Somit verschulden die Klimaaktivsten einen zusätzlichen C02 Ausstoss.

  • Jodenn am 08.07.2019 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Am Wochenende noch am Openair und Tonnen von Apfall liegen lassen und am Montag fürs Klima demonstrieren........

    einklappen einklappen
  • Herman am 08.07.2019 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lösung

    Diese 70 Personen alle kosten (Polizei Einsatz, Beschädigungen) bezahlen lassen. Bis auf der letzte Rappe. Warum müssen die Steuerzahler diese Kosten übernehmen?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wenn die Relationen am 08.07.2019 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    vollends verloren gehen,

    weil jeder und jede sich im Recht glaubt, Pro und Kontra nicht mehr diskutabel sind, nur noch die Polarisierung zählt - dann geht vergessen, wie oft und heftig auf diesem Forum die Banken in die Pfanne gehauen, die Löhne + Bonis der Bänker angeprangert wurden. Vergessen auch, dass die Banken uns eine Finanzkrise bescherten, vom Staat gerettet und in den USA mit Milliarden von Franken gebüsst wurden. Grad so, als ob eh und je alles i.O. Und korrekt gewesen wäre.

  • ESEREF am 08.07.2019 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar...

    Ohne Banken gibt es auch keine Energiewende. Wer soll das denn sonst finanzieren? Einfach nur primitiv diese Aktion.

  • Öpper am 08.07.2019 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tipp

    Schaut lieber, dass möglichst viele Leute ihr Konto von der CS/UBS z.B. zur Raiffeisen wechseln. Glaubt mir, damit tut ihr denen viel mehr weh, als wenn ihr einfach nur vor deren Eingang rumsitzt ;)

  • Daisydream am 08.07.2019 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach je

    Und weil sie sich "Klimaaktivisten" nennen, muss ihnen jeder Mist erlaubt sein? Ist aber immer so. Ein paar demonstrieren ganz friedlich für eine Sache und ein paar wenige treibens auf die Spitze und übertreiben. Und schon kommen alle in Verruf. Die haben dem Klimagedanken einen Bärendienst geleistet.

  • Bes am 08.07.2019 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leben ohne irgendwelche Unterstützung

    Haltet sie noch länger fest, es macht nichts, sie leben doch auch nur von Wasser und Brot, sie möchten doch Bescheidenheit rüberbringen, das heisst, kein Strom, Wasser, Handy,Auto, keine teuren Velos, eigentlich müssten diese Demonstranten mal etwa 3 Monate so leben , wie sie predigen, auch ohne Unterstützung egal welcher Art. Dann mal sehen!!