Leser-Umfrage

11. Juni 2012 18:26; Akt: 12.06.2012 10:13 Print

Knappe Mehrheit will das Kreuz schützen

von Simon Hehli - Im Ständerat hat die CVP verloren, doch unsere Leser stärken der Partei den Rücken: Das Kreuz gehört für die meisten auf Berggipfel und in Schulzimmer.

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Gipfelkreuze wie hier auf der 2817 Meter hohen Sulzfluh oberhalb von Partnun in Graubünden sollen auch in Zukunft erlaubt bleiben, findet die Mehrheit der Leser. (Bild: Keystone/Arno Balzarini)

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Am Montagabend hat der Ständerat entschieden, dass christliche Symbole in der Schweiz auch künftig nicht bevorzugt behandelt werden. Damit ist eine knappe Mehrheit der Leser von 20 Minuten Online nicht einverstanden: 51,3 Prozent haben den Vorstoss aus den Reihen der CVP befürwortet. Dieses Resultat der nicht repräsentativen Umfrage mit 8000 Teilnehmern deckt sich mit der Diskussion im Leserforum. Auch dort überwog die Meinung, die Kreuze auf Bergen und auch in Klassenzimmern seien Teil der Schweizer Kultur – und gehörten damit geschützt gegen die Angriffe vonseiten der atheistischen Freidenker.

Reta Caspar, die Geschäftsführerin der Freidenker, hatte zu bedenken gegeben, dass die Religion für die Mehrheit der Leute keine Rolle mehr spiele und die Säkularisierung unaufhaltsam voranschreite. Zumindest mit dem zweiten Punkt hat sie zwar recht: 63 Prozent der Umfrage-Teilnehmer gaben an, nicht religiös zu sein – interessanterweise auch 51,6 Prozent derjenigen, die sich als Christen bezeichnen. Und mehr als ein Viertel aller Befragten gehört keiner Religionsgemeinschaft mehr an.

Freikirchler eifrigste Verfechter der Kreuze

Doch das bedeutet nicht, dass der Kampf der Atheisten gegen die öffentlichen Kreuze mehrheitsfähig ist. Offenbar sehen auch viele nichtreligiöse Menschen in den christlichen Symbolen einen kulturellen Wert, losgelöst vom Glauben. So sprechen sich unter den Nichtreligiösen nicht weniger als 71 Prozent für Gipfelkreuze aus. Und selbst bei den Konfessionslosen gibt es dafür eine Mehrheit von 53,6 Prozent.

Ein wenig anders sieht es bei den umstrittenen Kreuzen in den öffentlichen Gebäuden wie Schulen aus: Damit bekunden die Nichtreligiösen (nur 46,6 Prozent Zustimmung) und die Konfessionslosen (30,8 Prozent) Mühe. Die Religiösen sorgen jedoch im Gesamtergebnis für eine Mehrheit von 56,4 Prozent. Die eifrigsten Verfechter der christlichen Symbole in staatlichen Institutionen sind nicht etwa die Katholiken (73,5 Prozent), sondern die knapp 900 Freikirchler mit gut 80 Prozent. Aber auch bei den Reformierten gibt es noch eine Mehrheit von 56,9 Prozent.

Ein Symbol des Glaubens, weniger des Landes

Ein völlig anderes Bild ergibt sich bei den 128 Umfrageteilnehmern, die sich selber als Muslime bezeichnen: 64 Prozent finden, christliche Symbole hätten in der Öffentlichkeit nichts verloren. Das hat wohl auch damit zu tun, dass für jeden fünften Muslim das Kreuz ein Symbol für die Kreuzzüge ist. Einig sind sich die Muslime mit den Anhängern anderer Religionen und den Ungläubigen, dass das Kreuz in erster Linie ein Symbol des christlichen Glaubens ist. Nicht einmal 30 Prozent aller Befragten finden sind mit der Position von SVP-Ständerat Peter Föhn einverstanden, das Kreuz stehe für die schweizerische Kultur.

Am deutlichsten fällt das Resultat bei der Frage aus, ob auch andere Religionen mit ihren Symbolen im öffentlichen Raum präsent sein dürfen. Nur jeder Vierte antwortet mit Ja, wobei sich die U18-Generation mit knapp 30 Prozent Zustimmung ein wenig offener für die Idee zeigt als die älteren Leser.

Sollen die christlichen Symbole in der Öffentlichkeit durch die Verfassung geschützt werden, wie das die CVP verlangt? 8000 20-Minuten-Online-Leser haben an der Umfrage teilgenommen.
Quelle: 20 Minuten Online

Wo sollen christliche Symbole wie das Kreuz auch künftig in der Öffentlichkeit zugelassen sein? (Mehrfach-Antworten möglich)
Quelle: 20 Minuten Online

Mitarbeit: Jessica Pfister

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • BS am 11.06.2012 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kreuz 

    Es ist traurige das so viele Menschen nicht mehr an das Kreuz Glauben sie gehört in die Schule es ist unsere Kultur . Das haben viele vergessen denkt Mahl darüber nach !

  • Silvio Foiera am 12.06.2012 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Kreuze in Schulen

    Schulen und Verwaltungsgebäude sind die einzigen Orte, wo ich Kruzifixen kritisch gegenüber stehe. Wenn das aber die dortige, betroffene Bevölkerung (z.B. Wallis) explizit so wünscht, So liegt es sich er nicht an mir als Unterländer darüber zu urteilen, wie sie ihre Klassenräume gestalten. Leben und leben lassen.

  • P. Baumann am 12.06.2012 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig ist,

    dass gewisse Schweizer einfach keine anderen Probleme haben als ein kulturell verankertest Kreuz.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Paulo am 12.06.2012 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Tommy

    @Tommy So ein Blödsinn, das mit dem Vermitteln von besser als der Rest", ist ja wohl mal der grösste Quatsch den ich in diesem Zusammenhang gelesen hab!?

  • Henri Burri am 12.06.2012 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrheit

    CaMau, ist der Buddhismus, Islam, Hinduismus und wie sie alle heissen, wahrer als das Christentum? Warum wird in diesen Ländern die eigene Religion und nur die eigene Religion gelehrt?

  • Tommy am 12.06.2012 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    @CaMau

    Du hast es ja gerade selbst gesagt. Im Religionsunterricht besucht man Kirchen, Moscheen, Synagogen, Pagoden. Wenn das so ist und wenn den Schülern nicht vermittelt wird, dass eine dieser Religionen richtiger oder besser sei als die anderen, dann ist es ok. Aber im Klassenzimmer hängt NUR ein Kreuz, daneben hat es keine muslimischen, jüdischen, atheistischen, hinduistschen und buddhistischen Symbole! Damit wird ganz klar vermittelt, dass das Christentum besser sei als der Rest. Die Aufgabe der Schule ist es aber, die Wahrheit zu lehren! Und keine unbewiesenen, überholten Ansichten.

  • CaMau am 12.06.2012 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Das Kreuz mit dem Kreuz

    Bin dafür dass man sie lässt, ob in Schulen, auf Berggipfeln oder öffentlichen Gebäuden. Es gehört zu unserer Kultur. In keinem anderen Land auf der Welt wird darüber dikutiert die heimischen Religionssymbole zu entfernen. Religionsunterricht in den Schulen ist auch nicht verboten und hat vor allem noch niemandem geschadet. Ausserdem werden heute an den Schulen sämtliche Religionen durchgenommen, mman besucht Moscheen, Kirchen, Synagogen und Pagoden. Was ist am Kreuz so schlimm daran?

  • Daniel Lenzin am 12.06.2012 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Kreuze = Tradition

    Ich bin längst nicht mehr in der Kirche. Allerdings christlich aufgewachsen. Ich bin der Meinung Kreuze gehören in alle Schulzimmer. Auf Kruzifixe kann verzichtet werden. Aber auf jeden Gipfel gehört ein Kreuz!! Es kommt mir so vor, als wolle unsere Herkunft verleugnen??! Die ganzen anderen Glaubensgemeinschaften sollten sich langsam daran gewöhnen, dass die Schweiz nun mal christliche Werte in sich hat und von Christen gegründet wurde!! Anders gesagt, zu "Was" wollt ihr künftig in unserer Nationalhymne "beten"??