Gefängnisausbruch

19. Februar 2014 19:03; Akt: 19.02.2014 19:24 Print

Knast-Zensur auf Google Maps bringt nichts

Ein Gefängnisausbruch in Orbe VD im Juni 2013 soll dank Google Maps geglückt sein. Trotzdem werden die Satellitenaufnahmen der Anstalten nicht unkenntlich gemacht.

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Die im Internet zugänglichen Satellitenaufnahmen von Gefängnissen – etwa via Google Maps – werden nicht verpixelt. Die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD), die dies gefordert hatte, zieht ihre Forderung zurück – weil zu viele Bilder zur Verfügung stünden.

Nach der spektakulären Flucht zweier Gefängnisinsassen in Orbe VD im Juli 2013 hatte die Waadtländer Regierungsrätin Béatrice Métraux (Grüne) verlangt, das Unkenntlichmachen von Internet-Satellitenaufnahmen zu diskutieren. Die KKJPD suchte danach den Kontakt mit Google.

Google greift auf bestehende Aufnahmen zurück

Der US-amerikanische Internetriese erklärte, dass er nicht für das Verpixeln oder Verwischen der Gefängnisbilder verantwortlich sei. Google greife lediglich auf bestehende Aufnahmen zurück, sagte Florian Düblin, stellvertretender Generalsekretär der KKJPD, am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Das zuständige Komitee der KKJPD sei auch zum Schluss gekommen, dass zahlreiche Unternehmen solche Satellitenbilder im Internet anböten. Die Zahl der Bilder sei zu gross, um deren Verpixelung durchsetzen zu können.

Drohnen und Kleinflugzeuge

«Die Fotos werden vom Bundesamtes für Landestopographie (swisstopo), aber auch von Microsoft veröffentlicht, zudem bietet auch eine französische Firma Bilder der Westschweiz an», sagte Düblin. Die Tausenden Amateuraufnahmen würden dabei nicht einmal berücksichtigt.

«Es ist unwahrscheinlich, dass diese Informationen vollumfänglich gelöscht werden.» Darüber hinaus sei es heutzutage problemlos möglich, Bilder aus einer Drohne oder einem Kleinflugzeug zu schiessen.

(sda)