Keine Direktverbindung

06. Juli 2014 13:14; Akt: 06.07.2014 13:14 Print

Knatsch um Regio-Anschluss nach Mailand

Längere Reisezeit, zu wenig Sitzplätze, weniger Komfort: Eine neue Zugverbindung nach Italien sorgt für rote Köpfe.

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In den Zügen der Regiobahn Tilo soll es zu eng sein. (Bild: Keystone/Karl Mathis)

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Drei Stunden brauchen Reisende mit dem Zug von Bern nach Mailand. Die SBB ist stolz auf ihre hervorragenden Verbindungen nach Bella Italia. Doch der Lack hat einen Kratzer bekommen. Seit Mitte Juni dauert die Zugfahrt von der Deutschschweiz nach Mailand rund 30 Minuten länger als zuvor. Wie die «Sonntagszeitung» berichtet, hat die SBB das Angebot auf der Strecke Zürich – Mailand zurückgefahren. Darum müssten Passagiere nun in Lugano auf einen Regionalzug umsteigen. Grund dafür sei die Tatsache, dass die SBB zu wenig Eurocity-Züge hätte. Betroffen sei die Verbindung mit Abfahrt um 11.32 Uhr ab Zürich. Aber auch wer um 16.25 Uhr von der norditalienischen Metropole zurück in die Schweiz fährt, müsse auf den Regionalzug steigen.

Gemäss der Zeitung würden die Kunden-Reklamationen jetzt zur Ferienzeit zunehmen. Denn neben der längeren Reisezeit hätte die Verbindung für Passagiere zusätzliche Nachteile. In den Kompositionen der Regionalbahnen Tilo sei es zu eng: Zu wenig Sitzplätze, zu wenig Ablageflächen für das Gepäck.

SBB weist Kritik zurück

Chrisitan Ginsig, Mediensprecher der SBB, lässt die Kritik der Zeitung nicht gelten. Auf Twitter schreibt er, dass es sich beim besagten Anschluss um eine neue Verbindung handle. Bisher wären sechs Züge von der Schweiz nach Bella Italia gefahren, neu seien es sieben und nur bei dieser Verbindung müssten die Reisenden auf den Regiozug umsteigen.


SBB-Sprecherin Lea Meyer spricht gegenüber der Sonntagszeitung von einer Fahrplanstabilisierung, denn Reisende könnten so ihre Anschlüsse besser erreichen. Gleichzeitig verspricht die SBB, dass die Strecke spätestens ab 2015 durchgängig mit Eurocity-Zügen befahren werden soll.

Politikern nicht genug

Dennoch kommt die Fernverkehrspolitik der SBB im Parlament derzeit nicht gut an, zumindest bei Nationalrätin Regula Rytz. Für die Präsidentin der Grünen ist gerade der Anschluss nach Mailand besonders wichtig. Schliesslich würden da für viele die Sommerferien beginnen. Rytz will mit einem Vorstoss in der nationalrätlichen Verkehrskommission generell für bessere Zugverbindungen zwischen den europäischen Grosstädten sorgen. So sollen bestehende Anschlüsse ausgebaut und neue Verbindungen geknüpft werden.

(cho)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco Kränzlin am 07.07.2014 06:04 Report Diesen Beitrag melden

    fahrplan lesen ist schwer

    dieses ewige gejammere nervt gewaltig. es gibt schliesslich fahrpläne. dann nehmt doch einfach die direktverbindung als die, wo man auf den regionalzug umsteigen muss. ist ja schliesslich ersichtlich. oder haben die leute keine ahnung von fahrplan lesen?! aber schön, wenn man die schuld immer auf andere abschieben kann. und wie ja erwähnt wird, ist dies lediglich die neue zusätzliche verbindung die nur einmal pro richtung am tag verkehrt. aber hauptsache, man kann wieder seinen frust an anderen auslassen.

  • Sommerfeld am 06.07.2014 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ferrovia del stato

    Das Problem ist nicht die Verbindung nach Mailand, sondern darüber hinaus nach La Spezia und San Remo. Die letzten drei male verpasste ich dort die Anschlüsse, was zu 1 bis 2 Stunden Ankunftsverspaetung führte. Trenitalia s.p.a. heute ist nicht besser als die Ferrovia del Stato damals.

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  • Michael Palomino am 06.07.2014 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Zu erwarten

    Hat jemand etwas anderes erwartet? Das SBB-Management hat zu viel versprochen, hat zu viel am Hals - und in Italien arbeitet ja sowieso nur die Hälfte und die andere Hälfte macht die hohle Hand. Man kann den italienischen Pannenzug von vorher nicht einfach so Knall auf Fall ersetzten, ist nur logisch.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dario Taurian am 08.07.2014 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    CEO -.-

    CEO Andreas Meier bekommt Millionen im Jahr als Lohn aber kein Geld für Züge .....das haben wir nun von unserem Non-Profit Betrieb ..... besser Autofahren...

  • Maurice Colon am 07.07.2014 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Kein geld

    was machen die Italiener, Bahnanschlüsse in Chiasso ohne unser Geld immer noch wie in den 50ziger Jahren......

  • oli g am 07.07.2014 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wow.....

    probleme habt ihr,unglaublich :-) freut euch über die zusätzliche verbindung ! in indien würden sie jubeln.30 minuten mehr zeit die landschaft anzusehen und relaxen :-) 30 minuten mehr auszeit vom laptop !

  • Marco Kränzlin am 07.07.2014 06:04 Report Diesen Beitrag melden

    fahrplan lesen ist schwer

    dieses ewige gejammere nervt gewaltig. es gibt schliesslich fahrpläne. dann nehmt doch einfach die direktverbindung als die, wo man auf den regionalzug umsteigen muss. ist ja schliesslich ersichtlich. oder haben die leute keine ahnung von fahrplan lesen?! aber schön, wenn man die schuld immer auf andere abschieben kann. und wie ja erwähnt wird, ist dies lediglich die neue zusätzliche verbindung die nur einmal pro richtung am tag verkehrt. aber hauptsache, man kann wieder seinen frust an anderen auslassen.

  • Joggel am 06.07.2014 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    War es früher besser?

    Ich binn zwar erst 16, aber irgendwie habe ich den Eindruck die SBB ist in den späten 90ern viel besser gewesen als jetzt. Stimmt das?

    • N D B am 07.07.2014 01:38 Report Diesen Beitrag melden

      Nein!

      Heute wird einfach alles in etwas Negatives umgewandelt. Darin sind die Schweizer Weltmeister... In den 90ern hatte ich auf dem Land z.B. noch keinen Halbstundentakt. Und sonntags nur Fahrzeiten bis 22h. Die Züge waren nicht klimatisiert und bei Fernverbindungen musste ich selbst anfangs der 2000er Jahre noch 3x umsteigen. Heute ist wirklich alles besser!

    • Diego F. am 07.07.2014 06:24 Report Diesen Beitrag melden

      Hmm..

      Da würde ich dir nur beschränkt beipflichten. Bedenke eines: Hatte es vor 20 Jahren auch so viel leute wie heute auf der Bahn? Pendler, Ausflügler, Familien, Wochenendaufenthalter..

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