Diesjährige Prüfung

05. Oktober 2019 17:30; Akt: 05.10.2019 17:47 Print

Fehler in Staatsexamen nerven angehende Ärzte

Die diesjährige eidgenössische Prüfung für Humanmedizin enthält fehlerhafte Fragen. Die Prüfungskommission versichert, für die Absolventen gebe es keine Nachteile.

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Am 1. November treten die ersten neu ausgebildeten Ärzte ihre Stelle an. Doch die angehenden Mediziner machen sich Sorgen: Weil die eidgenössische Prüfung in Humanmedizin in gewissen Fragen Fehler enthält, befürchten sie eine Verzögerung bei den Resultaten. «Man lässt die angehenden Mediziner im Ungewissen darüber, ob sie bestanden haben und somit ihre Stelle Anfang November auch wirklich antreten können», sagt eine Involvierte zu 20 Minuten. Die Prüfungskommission, deren Aufgabe es sei, die Kompetenzen der angehenden Ärzte zu prüfen, müsse sich nun selbst Fragen zur eigenen Kompetenz stellen.

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Das Problem: Bei einzelnen der insgesamt rund 300 Prüfungsfragen fehlten Buchstaben oder ganze Wörter. In einem Mail, das 20 Minuten vorliegt, entschuldigt sich die Prüfungskommission bei den Absolventen ausdrücklich für die Unannehmlichkeiten. Während der Speicherung von Änderungen in der Fragendatenbank sei ein Problem aufgetreten. Die Prüfung durchlaufe zahlreiche Kontrollschritte, das Lektorat – wo die Komplikationen auftraten – sei der letzte davon. Fehlerhafte Fragen würden in den Prüfungsresultaten nicht miteingerechnet, versichert die Kommission in ihrer Mail. Für die Absolventen gebe es so keinerlei Nachteile.

«Resultate kommen wie geplant»

Laut Daniel Dauwalder, Sprecher des zuständigen Bundesamts für Gesundheit, wird es zu keinerlei Verzögerungen punkto Prüfungsergebnisse kommen: «Jedes Jahr werden die Prüfungsresultate in der ersten oder zweiten Oktoberwoche verschickt, dies wird auch dieses Jahr so sein.» Wer die diesjährige Prüfung bestanden habe, könne seine Stelle wie geplant antreten – auch per 1. November. Weiter sagt Dauwalder, dass das Problem erstmals aufgetreten sei. «Es ist behoben und wird sich nicht mehr auf zukünftige Prüfungen auswirken.»

Die Prüfung kostet die angehenden Mediziner 1500 Franken. Hinzu kommen die Anmeldekosten von 200 Franken sowie bei bestandener Prüfung die Kosten fürs Diplom, die 500 Franken betragen. So sagt eine weitere Betroffene: «Ich finde es einfach ein bisschen peinlich, dass wir so viel Geld für diese Prüfung bezahlen und niemand vor dem definitiven Druck solche Fehler erkennt.»

Zusätzlicher Stress für Studierende

Der Zeitdruck während der Prüfung sei ohnehin schon sehr hoch, bemerke man dann auch noch fehlerhafte Fragen, erhöhe das den Stress zusätzlich: «Insgesamt stolperte ich über knapp zehn Fragen, die falsche Sätze enthielten. Erst als die Prüfungsverantwortlichen uns darüber informierten, dass sich auf allen Prüfungsbögen Fehler befänden, liess die Verwirrung nach. Wir durften die besagten Fragen dann vermerken und auslassen», so die Betroffene.

Sie sei froh, dass die Absolventen noch während der Prüfung auf die Fehler hingewiesen wurden. Trotzdem sei man sich unter Betroffenen einig darüber, dass die falschen Sätze für zusätzlichen Stress während der Prüfung sorgten und die Ausgangslage deshalb «schon ein bisschen doof» gewesen sei.

(jk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Glai Basel am 05.10.2019 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Freundin kam auf mehr als 10 Frage welche Fehler enthielten. Zudem hiess es, sie solle auch die fehlerhaften Fragen beantworten. Es ist äusserst peinlich wie die Prüfung ablief.

  • Danii am 05.10.2019 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Professionalität nicht nur von Studenten fordern!

    Leute, es geht um das Staatsexamen! Die letzte von vielen Prüfungen, die im Medizinstudium ansteht. Da steht alles auf dem Spiel! Die Studenten waren in den 6 Jahren intensivstem Studiums schon unzähligen Stresssituationen ausgesetzt. Ich zolle den Medizinern hohen Respekt, ein hartes Studium liegt hinter ihnen. Da sollte es wohl machbar sein, das Examen professionell durchzuführen. Für rund 2000.- pro Person...

  • Proof am 05.10.2019 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reading

    Es wird vermehrt schlampig gearbeitet - in allen Sektoren. Bei einem letzten proofreading hätten die Fehler entdeckt und korrigiert werden sollen. Aber eben, der Standard ist nicht mehr so hoch wie auch schon.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Saja am 05.10.2019 23:06 Report Diesen Beitrag melden

    von wegen nicht stresstauglich

    Hätten sich die angehenden Ärzte so schlecht auf die Prüfung vorbereitet wie sie von den Verantwortlichen geschrieben wurde, wäre unser Gesundheitssystem schlecht dran. Nach 4 Monaten intensiver Lernzeit erwartet man einzig eine faire Prüfung. So wie man später auch den Patienten eine bestmögliche Behandlung entgegenbringen möchte!

  • Patientin am 05.10.2019 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Von einem..

    ...angehenden Arzt erwarte ich, dass er mit einer solchen Situation souverän umgeht.

  • Dr. hum. Korrektör am 05.10.2019 22:13 Report Diesen Beitrag melden

    mehr als 20 Jahre am Korrigieren

    Bei den Korrekturen zeigt sich eh das Gesamtbild und wo die Häufigkeit der Probleme liegt. Da werden auch die allfälligen Fehler in der Fragestellung (Anbindung, Logik, Schreibfehler etc.) erkennbar. Die Prüfungskommission entscheidet dann eh darauf basierend über die Auslassung von Teilaufgaben in der Bewertung und/oder über einen Bonus. Grenzfälle werden noch speziell angeschaut. Die Schlechtesten sind zumeist so schlecht, dass eh nichts zu machen ist.

  • Ehemals Fragenschreiber Medizinprüfung am 05.10.2019 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow: 3% weniger Fragen

    Na ja - jedes Jahr werden Fragen ausgesiebt, in der Regel nach der Korrektur der Prüfung, wenn es Auffälligkeiten bei den Resultaten gab (z.B. 2% bzw. 98% korrekte Antworten) Das jetzt so viele Fragen bereits im Vorfeld eliminiert werden müssen ist peinlich & soll Konsequenzen haben! Jedoch hier jetzt ein Drama um den pünktlichen Stellenantritt und die psychische Belastung während der Prüfung zu konstruieren zeugt nicht von Professionalität..

  • Bodi73 am 05.10.2019 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nehmt es gelassen...

    So lange fair benotet wird und die Ergebnisse wie besprochen mitgeteilt werden, ist alles nur halb so schlimm. Was mir mehr Kopfzerbrechen macht, sind die 500.- Diplomkosten....