«Weltwoche»-Streit

20. Dezember 2015 10:35; Akt: 21.12.2015 16:26 Print

Köppel muss bei der SVP zur Aussprache antraben

Wegen der «Weltwoche» hat SVP-Nationalrat Roger Köppel Ärger mit Parteikollegen. Mit Bundesratsanwärter Thomas Hurter lieferte er sich einen heftigen Streit.

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Unter Beschuss: Roger Köppel am ersten Tag der Wintersession im Nationalrat in Bern. (30.11.2015) (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Innerhalb der SVP gibt es offenbar Redebedarf. In der «Weltwoche» erschienene Artikel sind verschiedenen Exponenten der Partei sauer aufgestossen. Der Verleger und neu gewählte SVP-Nationalrat Roger Köppel muss nun zur Aussprache mit seinen Kollegen antraben, berichtet die «SonntagsZeitung».

So hatte die «Weltwoche» über Nationalrat Thomas Hurter geschrieben, er gehöre zur sogenannten «Weissweinfraktion». Diese treffe sich schon vormittags im Bundeshaus-Restaurant «Galerie des Alpes» zum Umtrunk. Der Schaffhauser Hurter lieferte sich deswegen im Vorzimmer des Nationalratsaals einen heftigen Streit mit Köppel. Er habe Köppel gesagt, «dass der Artikel so nicht stimmt und sogar rufschädigend ist», so Hurter zur «SonntagsZeitung».

Luzi Stamm will schlichten

Auch weitere Fraktionsmitglieder fühlten sich von der «Weltwoche» diffamiert, heisst es im Artikel weiter. SVP-Vize Luzi Stamm hat nun vorgeschlagen, an der traditionellen Bad-Horn-Tagung im Januar darüber zu reden. Dabei würden auch Spuren und Verletzungen im Zusammenhang mit den Bundesratswahlen aufgearbeitet.

Kurz vor den Parlamentswahlen hatte die «Weltwoche» geschrieben, SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel habe zu Unrecht finanzielle Forderungen von über einer halben Million Franken an die Fifa gestellt. Dessen Rats- und Fraktionskollegen Felix Müri unterstellte das Blatt, seine Beratungsfirma befinde sich bereits seit zwei Jahren in Liquidation – die Firma hatte aber einem anderen Felix Müri gehört.

SVP-Nationalrat Maximilian Reimann hatte bereits zuvor gefordert, das Verhältnis mit Köppel und der «Weltwoche» zu klären. Vor den Bundesratswahlen hatte das Anliegen bei der Fraktionsleitung aber kein Gehör gefunden.

Rache für Sprengkandidaten-Pläne

Die Geschichte über den Schaffhauser Berufspiloten Thomas Hurter sei eine «Retourkutsche für den Versuch, Hurter als Sprengkandidaten zu lancieren». Das sagt ein im besagten Artikel erwähnter Akteur zur «SonntagsZeitung». Auch CVP-Präsident Christophe Darbellay und Ex-BDP-Präsident Hans Grunder sollen nämlich zu dieser Gruppe gehören. Sie stehen im Verdacht, sie hätten Hurter zum Bundesrat machen wollen.

(ij)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sayadina am 20.12.2015 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefährliche Doppelrolle

    Ich finde es per se problematisch, wenn ein Politiker gleichzeitig eine hohe Position in einem Medienunternehmen inne hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen rechten oder linken Politiker handelt. Was bei einer Vermischung dieser Disziplinen passieren kann, hat uns Berlusconi deutlich vor Augen geführt.

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  • ury am 20.12.2015 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer will es ihm weg nehmen?

    Köppel ist der Einzige in der SVP (ausser Blocher) der mit der Weltwoche ein Schwert greifen kann, dass nicht jedem zur Verfügung steht. Das nutz er ohne zu zögern aus.

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  • Epilog am 20.12.2015 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geplänkel?

    Was ist Taktik und was Wahrheit? Wenn es sich um Wahrheit handelt, spricht das für die Weltwoche.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dr. Wissenschaftler am 21.12.2015 01:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessanter Dude

    Bin weder SVP- noch Weltwoche-Fan. Aber Köppel wertet den Nationalrat auf. Wie er wohl zur Drogenpolitik steht?

  • SamB am 20.12.2015 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unabhängig

    Zeigt dies nicht gerade auch, dass Köppel versucht, seine Zeitung ein wenig unabhängiger zu gestalten?

    • lafu am 20.12.2015 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @SamB

      nee.. er macht andere einfach schlecht.... teils sogar falsch rechechiert ( siehe Fall Müri )

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  • Mathias Ramser am 20.12.2015 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe SVP

    Die Pressefreiheit ist ein hohes Gut. Wen Zeitungsartikel in der Fraktion genehmigt werden müssen ist diese nicht mehr gewährleistet.

  • Zeit_Genosse am 20.12.2015 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    think about

    Warum schiessen sich die Medien derart auf die SVP ein? Sie verschaffen damit dieser Partei ständige Medienpräsenz. Und wenn ein "Feind" von aussen (die Medien gegen diese Partei) wirkt, schliessen sich die Reihen und die Angegriffenen sehen sich legitimiert im Oppositionskurs (Angriff als Verteidigung). Auch interne (inszenierte) Scharmüzel helfen der Partei, weil sie medial aufgenommen werden. Dass tendenziel linke Journalisten die Steigbügelhalter der rechten Partei sind zeigt, wer bei der Medienarbeit die Führungsrolle hat und wer aus Bequemlichkeit das Zugediente weiter trägt.

    • Nationalrat am 20.12.2015 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zeit_genosse 

      Machen Sie es nicht zu kompliziert, vergessen Sie Links und Rechts. Die Medien dienen nur einem Herrn, dem Herr der Auflagen.

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  • ury am 20.12.2015 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer will es ihm weg nehmen?

    Köppel ist der Einzige in der SVP (ausser Blocher) der mit der Weltwoche ein Schwert greifen kann, dass nicht jedem zur Verfügung steht. Das nutz er ohne zu zögern aus.

    • clclcl am 20.12.2015 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ury

      Auch gegen die eigene Partei? Finde das eher kontraproduktiv. ..

    • Karcsi am 20.12.2015 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ury

      Und hart damit vollkommen Recht!!!!!

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