«Erhebliches öffentliches Interesse»

04. Oktober 2019 18:30; Akt: 04.10.2019 20:53 Print

Kosovare wird nach 40 Jahren ausgeschafft

Immer wieder geriet ein Mann mit dem Gesetz in Konflikt. Nun hat das Bundesgericht entschieden: Die Niederlassungsbewilligung wird ihm entzogen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Seit knapp 40 Jahren ist er in der Schweiz. Als Fünfjähriger war er mit Mutter und Schwester aus dem Kosovo in die Schweiz eingereist. Nun muss der mittlerweile zweifache Familienvater zurück in sein Heimatland. Der Grund: Immer wieder geriet er mit dem Gesetz in Konflikt.

So beteiligte sich der Kosovare unter anderem an Diebstählen von Baugerüstteilen im Wert von rund 230'000 Franken und verkaufte gestohlene Haushaltsgeräte im Kosovo. Zudem war er in den Handel von 53 Kilogramm Marihuana involviert, wie die «Aargauer Zeitung» schreibt.

Erhebliches öffentliches Interesse

Das Bezirksgericht Baden verurteilte den Kosovaren bereits im April 2005 zu fünfeinhalb Monaten und im August 2014 zu vier Jahren und neun Monaten. Das Aargauer Obergericht erhöhte die letztere Strafe um ein Jahr. Der Kosovare kann frühestens 2021 entlassen werden, muss danach aber die Schweiz verlassen – das hat das Aargauer Migrationsamt entschieden.

Das wollte der Verurteilte so nicht hinnehmen und wandte sich, nachdem er mit seiner Beschwerde beim kantonalen Departement Volkswirtschaft und Inneres und dem Aargauer Verwaltungsgericht gescheitert war, ans Bundesgericht. Doch auch dieser Weiterzug half nichts. Das Bundesgericht bestätigte die Wegweisung des Kosovaren. Die Niederlassungsbewilligung soll ihm entzogen werden.

Die Begründung: Die Richter gehen angesichts der Rückfallgefahr von einem erheblichen öffentlichen Interesse aus. Zudem hätten weder die Verwarnungen noch die erste Gefängnisstrafe ihn von weiteren Straftaten abgehalten. «Der Beschwerdeführer hat die ihm wiederholt angebotenen Chancen nicht zu nutzen vermocht und die verschiedenen Verwarnungen nicht ernst genommen. Er hat nunmehr die entsprechenden Konsequenzen zu tragen», heisst es im Urteil.

(mon)