Sozialversicherung

04. Mai 2010 10:49; Akt: 04.05.2010 13:08 Print

Kosovaren wollen Renten zurück

Die Kosovaren sind empört: Sie können sich ihre IV- oder AHV-Renten seit dem 1. April nicht mehr im Kosovo auszahlen lassen. Jetzt haben sie eine Petition eingereicht.

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Die Kündigung des Sozialversicherungsabkommens treffe die Menschen aus dem Kosovo hart. Sie sei diskriminierend, erklärten die Petitionäre am Dienstag anlässlich der Einreichung ihres Begehrens bei der Bundeskanzlei.

Konkret müssen die Kosovaren nach Wegfall des Abkommens in der Schweiz wohnhaft bleiben, wenn sie eine AHV-Rente beziehen wollen. Kehren sie in den Kosovo zurück, werden ihnen auf Gesuch lediglich die einbezahlten AHV-Beträge zurückerstattet.

Zudem können kosovarische Staatsangehörige die Auszahlung der Freizügigkeitsleistung der beruflichen Vorsorge verlangen. Nur bereits laufende Renten werden weiter in den Kosovo ausbezahlt.

Harte Arbeit, schlecht belohnt

Wer ein Leben lang hart gearbeitet habe, wolle im Alter selber entscheiden, wo er den Ruhestand verbringen wolle, kritisieren die Kosovaren, die in ihrem Begehren von den Gewerkschaften Unia, SIT (GE) und L'autre Syndicat (VD) unterstützt werden.

Noch schlimmer sei die Situation für Kosovaren, die invalid werden. Wenn sie in den Kosovo zurückkehren, werden ihnen ebenfalls nur noch die einbezahlten Beiträge zurückerstattet. Auszahlungen von IV-Renten in den Kosovo sind fortan ausgeschlossen.

Probleme mit kosovarischen IV-Bezügern waren einer der Hauptgründe, weshalb der Bundesrat das Abkommen auslaufen liess. Sozialminister Didier Burkhalter sprach im Zusammenhang mit dem Kosovo von einem «überdurchschnittlich hohen Potenzial für Versicherungsbetrugsfälle».

Zu diesem Schluss war er gekommen, nachdem Ermittlungen gegen mutmassliche Sozialversicherungsbetrüger im Kosovo 2008 abgebrochen werden mussten, weil die Ermittler bedroht worden waren.

Neuverhandlungen gefordert

Nach Ansicht der Petitionäre rechtfertigt dies den Schritt der Schweiz jedoch nicht, das Abkommen nicht zu erneuern. Sie verlangen in dem von gegen 10 000 Menschen unterzeichneten Begehren, dass der Bundesrat mit dem Kosovo unverzüglich ein neues Sozialversicherungsabkommen aushandelt.

Die am Dienstag eingereichte Petition richtet sich auch an die kosovarischen Behörden. Sie werden aufgefordert, in dieser Sache beim Bundesrat vorstellig zu werden. In der Schweiz leben zurzeit etwa 170 000 Menschen kosovarischer Herkunft.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B M am 04.05.2010 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ausbeutung

    Ich finde es eine Ausbeutung, dass die Kosovaren jahrelang hart Arbeiten und die Sozialversicherungsbeiträge bezahlen, aber dann nicht zurückbekommen, nur weil sie ihren Ruhestand nicht in der Schweiz verbringen. Erst will man die Ausländer ausschaffen, und wenn sie im Alter gehen, sollen sie bleiben, um ihre hart verdiente Rente zu erhalten. !

    einklappen einklappen
  • Max Meier am 04.05.2010 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Übertrieben

    Also ich finde das ganze lächerlich. Es wird wieder am falschen ort angesetzt. Ich verstehe sehr gut, dass man die kontrollen machen muss und sollte. habe auch kein bock für betrüger zu bezahlen. aber AHV kann doch egal sein wo man lebt, man hat eingezahlt und hat auch anspruch druf. IV: man kann so machen, dass jeder der eine IV rente hat, alle zwei jahr in die schweiz einfliegen muss um sich zu kontrollieren. somit wäre die sache erledigt ohne polemik.

  • Michaela Schulze am 24.06.2010 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Da gibt es Auslandschweizer, die schon auf dem Minimumbetrag der IV gelandet sind und keine Mehrkosten geltend machen können. Bei denen soll nun gekürzt werden. Kürzungen betreffen auch die Inlandschweizer. Dann gibts Leute die hintenrum 100 % arbeiten und Leistungen beziehen. I-CH und A-CH. Von den IV-Touristen aus all den anderen Ländern ganz zu schweigen. Wie wärs wenn die IV zuerst mal die Ueberprüfungen besser koordinieren würde, als sich dauernd nur auf die rechtmässigen Bezüger zu konzentrieren und diese zu "traktieren"???

Die neusten Leser-Kommentare

  • Michaela Schulze am 24.06.2010 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Da gibt es Auslandschweizer, die schon auf dem Minimumbetrag der IV gelandet sind und keine Mehrkosten geltend machen können. Bei denen soll nun gekürzt werden. Kürzungen betreffen auch die Inlandschweizer. Dann gibts Leute die hintenrum 100 % arbeiten und Leistungen beziehen. I-CH und A-CH. Von den IV-Touristen aus all den anderen Ländern ganz zu schweigen. Wie wärs wenn die IV zuerst mal die Ueberprüfungen besser koordinieren würde, als sich dauernd nur auf die rechtmässigen Bezüger zu konzentrieren und diese zu "traktieren"???

  • Sandy Zurbucher am 07.06.2010 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Niemals

    So ist es nicht meine Freunde, schliesslich haben sie hier gearbeitet und wollen nur das was sie verdienen.

  • Atlan von Arkon am 06.05.2010 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    IV und AHV Gelder

    die gehören, so ist es nun mal geschrieben, demjenigen in der Schweiz, der zeitlebens dafür geackert hat. die "Arbeits-Touristen" aus dem ehemaligen Jugoslavien, sind ja nur deshalb in die Schweiz eingereist um hier zu schmarotzen und abzuzocken. So nicht, hoffentlich bleibt der Bundesrat mal hart an der Linie und kippt nicht wieder um, wenn sich irgend eine grüne Instanz (meist weiblicher Herkunft) darüber mokkiert. Gut so gebt endlich mal ein Zeichen, damit unsere alten Schweizer Menschen ihre hart verdienten Altersbatzen auch geniessen können !!!

  • B.S. am 06.05.2010 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn der Kosovo...

    besser mit der Schweiz zusammen arbeiten würde, um die Betrüger zu schnappen, dann wäre es vielleicht gar nie so weit gekommen... wenn man nationalstolz hat, muss man auch für die schwarzen Schafe im eigenen Land Verantwortung übernehmen

  • Schweizer am 05.05.2010 20:50 Report Diesen Beitrag melden

    Renten

    Richtiger Entscheid, Bravo Bundesrat. So werden Sozialschmarotzer effektiv bekämpft. Nur wer in der Schweiz wohnt und auch Steuern zahlt hat Anrecht auf Sozialleistungen.