Kostenexplosion

12. Oktober 2016 13:32; Akt: 12.10.2016 13:32 Print

Krankenkasse soll für Junge billiger werden

Familien sollen in der obligatorischen Grundversicherung finanziell entlastet werden. Der Bundesrat begrüsst entsprechende Vorschläge.

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Prämienschock: Bundesrat Alain Berset spricht an einer Medienkonferenz über die Krankenkassenprämien 2016. (24. September 2015) (Bild: Keystone)

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Die Kantone sollen verpflichtet werden, die Kinderprämien für untere und mittlere Einkommen um mindestens 80 Prozent zu verbilligen, fordert die Kommission für Soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) des Nationalrats. Heute sind es 50 Prozent. Die Kommission hat dazu die beiden parlamentarischen Initiativen «Prämienbefreiung für Kinder» und «KVG. Änderung der Prämienkategorien für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene» eingereicht.

Der Bundesrat begrüsst den Vorschlag, wie er in einer Stellungnahme mitteilt. Das Geld, das die Jungen weniger zahlen würden, müssten dann die anderen Altersgruppen mit höheren Prämien wieder begleichen, heisst es beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf Anfrage.

SGK will beim Risikoausgleich ansetzen

Die SGK will zudem beim Risikoausgleich ansetzen, um junge Erwachsene zu entlasten. Die Krankenversicherer zahlen heute für junge Erwachsene relativ hohe Beiträge in den Risikoausgleich ein, so dass sie keinen finanziellen Anreiz haben, ihnen Rabatte zu gewähren, wie sie das Gesetz für diese Altersgruppe eigentlich zulassen würde.

Ein anderer Vorschlag der Kommission zielt darauf ab, auch Erwachsene zwischen 26 und 35 Jahren entsprechend zu entlasten. Das Krankenversicherungsgesetz sieht indes heute für die Erwachsenen ab 26 Jahren altersunabhängige Prämien vor. Damit leisten diese jüngeren Versicherten einen Solidaritätsbeitrag an die Kosten der älteren Versicherten, die durchschnittlich mehr Kosten verursachen. Der Bundesrat lehnt diesen Vorschlag ab.

(pat)