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03. Februar 2019 03:24; Akt: 03.02.2019 03:24 Print

Öfter in der Schuldenfalle wegen der Krankenkasse

Gleich nach den Steuern sind es Krankenkassen-Prämien, die Menschen in der Schweiz in Zahlungsverzug bringen. Für die Betroffenen ein Teufelskreis.

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Kleinkredite, Autoleasing, Kredithaie – das waren jahrelang die Feindbilder der Schuldenberater. Barkredite waren die zweithäufigste Schuldenkategorie, direkt nach den Steuern. Doch bei den Schuldenberatungsstellen melden sich immer mehr Menschen, die ihre Krankenkassenprämien nicht mehr bezahlen können. Mittlerweile sind die Prämien der zweithäufigste Grund für Zahlungsrückstände, schreibt die «SonntagsZeitung».

Das zeigen die Erhebungen des Bundesamts für Statistik und der Schuldenberatung Schweiz, des Dachverbands der 38 regionalen Schuldenberatungsstellen. Die steigenden Gesundheitskosten werden zum Problem. «Die Personen mit kleinem Einkommen bis weit in die Mitte der Mittelschicht werden dadurch jedes Jahr ärmer. Die Schmerzgrenze ist für viele Haushalte überschritten», sagt Sébastien Mercier, Geschäfts­leiter der Schuldenberatung Schweiz, gegenüber der «SonntagsZeitung». 6,4 Prozent der Bevölkerung leben in einem Haushalt, der mindestens einmal die Krankenkassenprämien nicht rechtzeitig bezahlen konnte.

Vor zwanzig Jahren standen nur 17 Prozent der Klienten der Berner Schuldenberatung bei ihrer Krankenkasse in der Kreide. Heute sind es schon mehr als die Hälfte. Die Betroffenen stecken in der Falle: Sie können erst zu einer billigeren Kasse wechseln, wenn sie alles zurückgezahlt haben.

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maxim am 03.02.2019 04:39 Report Diesen Beitrag melden

    Geile neue Welt.

    Wenn man wegen der KK Schulden hat und sich deswegen kein gesundes Essen mehr leisten kann, inklusive des mega gesundheitschädlichen negativen Stress, der das komplette Körpersystem zerstört. Wenn die Krankenkasse dich krank macht und tötet. Geile neue Welt.

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  • Mfala am 03.02.2019 03:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und die Löhne bleiben .....

    Es ist die tatsache... es wird alles teuerer. In ein paar Jahren bezahlt man die Krankenkassen in einer Hohe von einer Mietwohnung!!!

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  • Marc am 03.02.2019 08:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfair

    In jedem normalen Land werden die Gesundheitskosten als einheitlicher vom Lohn abgezogen, zum Beispiel 15%. Wenn eine Familie also 5000 Franken verdient bezahlt sie 750 Franken, wenn sie 15000 verdient bezahlt sie 2250 Franken. Auch bei diesem Beispiel schmerzen die 750 Franken dem Kleinverdiener mehr als die 2250 Franken dem Grossverdiener, ist aber immer noch viel besser als heute, wo beide gleich viel bezahlen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hakima am 04.02.2019 12:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schicksale

    Unfall und dadurch Arbeitsunfähig, kleine Rente von einem Tag auf den andere, schon geht für ein paar Monate nur noch Miete und Krankenkasse, Rest in kleinen Raten. Steuern such nut noch in Raten, da man vorher ja mehr hatte sind die Steuern such noch höher. Also Ratenplan mit Gemeinde. Zum leben noch 400 Franken. So dieht es aus, aber kk und miete muss bezahlt sein. Steuern klnnen in Raten getilgt werden, wichtig guter wille ist gefragt. Auch donstige Rechnungen gehen auf Raten. Aber nicht einfach drsuf lis kaufen. schulden machen ist falsch

  • J.Sch. am 04.02.2019 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Zustand ist schwierig

    Ich, Alleinerziehend, mit einem Kind das 18 geworden ist, aber noch zur Schule geht, bezahle inzwischen gerade CHF 350.- mehr Miete als Krankenkasse. Ein fast untragbarer Zustand. Im Kanton Bern. Prämienvergünstigung gibts nicht, weil meine Tochter keine Lehre macht, sondern noch Schule und somit Null Verdienst hat und davon ausgegangen wird, dass die Eltern das ja bezahlen. Würde sie eine Lehre machen, bekäme sie, wegen geringem Verdienst Prämienvergünstigung.

  • Märcu am 04.02.2019 09:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    Braucht keine weitere erklärung.

  • Städler Manfred am 04.02.2019 09:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rentner

    Bei den Rentnern sind die Prämien 1/3 von der Rente. Die müssten auf die Strasse zum Demonstrieren. Sie haben über 40 Jahre gearbeitet. Die Steuerämter sehen die tiefen Einkommen und man muss noch Steuern und die hohen Prämien bezahlen. Kenne viele mit Existenzängsten. Einfach skandalös!

  • Bürogummi am 04.02.2019 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorschlag Reduktion KKP

    Wer die Diskussion in der Arena mitverfolgt hat, hat den Aufruf gehört. Bringt Vorschläge, wie wir die KK-Prämien senken können. Mein Vorschlag: Bei jeder Fehldiagnose übernimmt der Arzt die hohen Kosten, die dadurch angefallen sind (Therapien, weitere Arztbesuche, etc.). Dann sollen die Pharmakonzerne mit ihrem Milliarden Umsatz den Armen & Mittelschicht ein Grossteil der Prämien übernehmen. Ganz schnell würden Preise fallen und die Patienten werden wieder mehr ernst genommen. Dass der Patient nicht wegen jeder Kleinigkeit ins Spital geht, solle bereits klar sein.