Statistik

07. Februar 2011 10:41; Akt: 07.02.2011 16:31 Print

Krebs zweithäufigste Todesursache

Jedes Jahr sterben in der Schweiz 16 000 Menschen an den Folgen einer Krebserkrankung. Auffällig: der Anteil der Lungenkrebs-Leiden ist bei Frauen stark angestiegen.

Bildstrecke im Grossformat »
Verschiedene Faktoren stehen im Verdacht, Krebserkrankungen zu begünstigen. Nachfolgend einige Beispiele... . Viele Sonnenschutzmittel enthalten gesundheitlich bedenkliche Stoffe. Trotzdem gilt: Lieber dick mit einer Creme mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen und somit das Hautkrebsrisiko minimieren. Sogenannte Azofarbstoffe werden auch zum Tätowieren verwendet. Sie stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Alkohol wird - wenn auch nur indirekt - zum Krebsrisiko: Seine Abbauprodukte können den Körper schädigen. Eine deutsche Studie brachte es ans Licht: Kinder, die in der Nähe von Atomkraftwerken aufwachsen, haben ein grösseres Risiko an Blutkrebs zu erkranken. Die genetische Disposition kann das Krebsrisiko erhöhen, wie zeigt. Schlanke Menschen leben gesünder - und verringern ihr Krebsrisiko (). Feuerwehrmänner leben auch langfristig wegen riskanter Einsätze gefährlich: Sie kommen regelmässig mit krebserregenden Stoffen in Kontakt. Diätexperten raten zum regelmässigen Verzehr von Fisch, Gemüse und Früchten. Wer viel rotes Fleisch (also Rind, Schwein, etc) zu sich nimmt und nicht auf eine ausgewogene Ernährung achtet, erhöht sein Darmkrebsrisiko. Das Rauchen eines Joints ist 20 Mal so krebserregend wie das Qualmen einer normalen Zigarette. Dies besagt eine Studie des Medizinischen Forschungsinstituts in Wellington, Neuseeland. Sogar in Kochutensilien wurden krebserregende Stoffe gefunden. gibts mehr zum Thema. Sogar Menschen, die regelmässig nachts arbeiten müssen, sind . Durch Raps erzeugter Treibstoff ist mit Vorsicht zu geniessen, wie in zu lesen ist.

Trotz des medizinischen Fortschritts hat der Krebs nicht an Schrecken verloren.

Zum Thema
Fehler gesehen?

In der Schweiz erkranken jährlich mehr als 35 000 Menschen an Krebs, über 16 000 sterben daran. Krebs ist - nach Herz- Kreislauf-Krankheiten - die zweithäufigste Todesursache. Bei Frauen hat in den letzten Jahren Lungenkrebs am deutlichsten zugenommen.

Diese Zahlen sind in einer Publikation des Bundesamtes für Statistik, des Nationalen Instituts für Krebsepidemiologie und Registrierung und des Schweizerischen Kinderkrebsregisters aufgeführt, die am Montag veröffentlicht wurde. Untersucht wurden die Jahre 1983 bis 2007.

Bei der Hälfte aller neu auftretenden Krebsfälle handelt es sich um Prostata-, Brust-, Dickdarm- oder Lungenkrebs. Mit zunehmendem Alter steigt die Erkrankungshäufigkeit, gegen 90 Prozent aller Krebserkrankungen treten nach dem 50. Lebensjahr auf.

Lungenkrebs und Brustkrebs als häufigste Krebs-Todesursachen

30 Prozent aller Todesfälle bei Männern und 23 Prozent der Todesfälle bei Frauen sind durch Krebs bedingt. Bei Männern werden knapp ein Viertel der Krebstodesfälle von Lungenkrebs verursacht, es folgen Prostatakrebs und Dickdarmkrebs. Bei Frauen ist Brustkrebs für einen Fünftel der Krebstodesfälle verantwortlich, es folgen Lungenkrebs und Dickdarmkrebs. Insgesamt sterben jedes Jahr etwa 3000 Personen an Lungenkrebs.

Im Vergleich der Beobachtungsperioden 1998-2002 und 2005-2007 nahm bei Frauen der Lungenkrebs am stärksten zu (um 16 Prozent), eine Folge der Zunahme des Rauchens bei den jüngeren Generationen. Auch bei anderen Krebsarten zeigen sich Zunahmen, zum Beispiel bei Schilddrüsenkrebs sowie Hautmelanomen.

Teilweise erklärt sich die steigende Tendenz beim Prostata- und Schilddrüsenkrebs sowie beim Hautmelanom allerdings durch bessere (Früh-) Erkennungsmethoden.

Deutlich zurückgegangen ist der Gebärmutterhalskrebs und der Magenkrebs und Lungenkrebs bei Männern. Trotzdem ist bei Männern Lungenkrebs nach wie vor die häufigste krebsbedingte Todesursache. Auch die Sterblichkeit sinkt bei vielen Krebsarten. Bei Hodenkrebs sank sie um fast einen Drittel.

Risikofaktoren

Viele Risikofaktoren für Krebs sind immer noch unbekannt. Tabakrauch, Umweltverschmutzung und Radon tragen wesentlich zum Lungenkrebsrisiko bei.

Tabak- und Alkoholkonsum sind eine wichtige Ursache von Hals- Nasen-Ohren-Krebs. Beim Dickdarmkrebs wurde die schädliche Wirkung von Alkohol und dem Verzehr von viel rotem oder verarbeitetem Fleisch nachgewiesen. Häufiger Genuss von geräucherten, gesalzenen, getrockneten oder gepökelten Esswaren erhöht das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken.

Hautmelanome werden durch zu starke oder zu lange Sonneneinwirkung verursacht. Bei vielen Krebsarten wie beispielsweise beim Brustkrebs gehören aber auch die Familiengeschichte und die genetische Veranlagung zu den Risikofaktoren.

Die Prävention vieler Krebsarten besteht primär aus der bestmöglichen Vermeidung von Risikofaktoren. Sie kann auch auf gesundheitsfördernden Verhaltensweisen wie dem Konsum von frischem Obst und Gemüse oder körperlicher Bewegung aufbauen.

Auch bestimmte medizinische Behandlungen können präventiv wirken. Dazu gehören die Impfung gegen Hepatitis B (Risikofaktor von Leberkrebs), gegen das Humane Papillomavirus (HPV; Risikofaktor von Gebärmutterhalskrebs) oder die Behandlung von Infektionen mit dem Bakterium Helicobacter pylori (Risikofaktor von Magenkrebs).

Krebs bei Kindern selten

Bei Kindern sind Krebserkrankungen selten. Jährlich werden in der Schweiz durchschnittlich 170 Neuerkrankungen und 40 Todesfälle gezählt. Die Heilungschancen haben sich in den letzten 60 Jahren stark verbessert und liegen mittlerweile bei 80 Prozent. Vier von fünf krebskranken Kindern können also geheilt werden.

Zusammen mit Deutschland, Österreich und Finnland gehört die Schweiz zu den europäischen Ländern mit den besten Behandlungsergebnissen.

In der Schweiz werden die Krebserkrankungen kantonal von Krebsregistern erfasst. 12 Register decken 16 Kantone und 68 Prozent der Bevölkerung ab.

Neuerkrankungen Männer pro 100'000 Einwohner (2003 - 2007)
Quelle: Bundesamt für Statistik

Neuerkrankungen Frauen pro 100'000 Einwohner (2003 - 2007)
Quelle: Bundesamt für Statistik

(sda)