Kriminalstatistik

21. März 2011 09:47; Akt: 21.03.2011 12:26 Print

Kriminalität in der Schweiz sinkt

Die Polizei hat 2010 weniger Straftaten registriert als im Vorjahr. Markant nahm die Anzahl Straftaten von Minderjährigen ab.

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2010 sind in der Schweiz weniger Straftaten begangen worden als im Vorjahr. Rückläufig waren unter anderem die Gewalt-, und Sexualstraftaten. Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz nahmen dagegen zu. Die Zahl der Jugendlichen, die einer Straftat beschuldigt wurden, ging zurück.

Wie aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2010 des Bundesamtes für Statistik hervorgeht, wurden 2010 total 656'858 Straftaten erfasst. Das sind zwei Prozent weniger als im Vorjahr.

80 Prozent der registrierten Straftaten entfallen auf das Strafgesetzbuch (StGB). Hier sank die Zahl um 5 Prozent. Fast drei Viertel dieser Taten waren Vermögensdelikte, neun Prozent waren Gewaltstraftaten. In beiden Kategorien gingen die Zahlen zurück.

Die Zahl der Gewaltstraftaten gingen im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent zurück, jene der schweren Gewaltstraftaten gar um 12 Prozent. Die Zahl der Tötungsdeklikte nahm dagegen um 2 Prozent zu.

Stark rückläufig gegenüber 2009 waren die erfassten Straftaten wegen Vergewaltigung und sexuellen Handlungen mit Kindern - um 18 respektive 26 Prozent. Allerdings waren 2009 sehr viele Fälle von Sex mit Kindern aus früheren Jahren bekannt geworden, was die Zahlen jenes Jahres in die Höhe trieb.

Unterschiedliche Entwicklung bei den verschiedene Gesetzen

14 Prozent der erfassten Straftaten waren Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz. Hier war ein Anstieg um 4 Prozent zu verzeichnen. 4 Prozent der Straftaten betreffen Verstösse gegen das Ausländergesetz. Hier gab es einen Anstieg um 7 Prozent.

Die unterschiedliche Entwicklung bei den verschiedenen Gesetzen erklärt die Kriminalstatistik teilweise damit, dass die Anzahl der Straftaten gegen das StGB vorwiegend von der Meldung der Vorfälle durch die Opfer abhängt, während bei den beiden anderen Kategorien die Kontrollarbeit der Polizei zur Entdeckung und Registrierung der Straftat führt.

Weniger Jugendliche beschuldigt

Leicht rückläufig war die Zahl der Personen, die man einer Straftat beschuldigte. Markant, um minus 8 Prozent, nahm sogar die Zahl der Minderjährigen ab, die einer Straftat beschuldigt wurden. Jugendliche wurden meist wegen geringfügiger Straftaten wie Sachbeschädigung und Ladendiebstahl registriert.

80 Prozent der Beschuldigten lebten in der Schweiz, 4 Prozent kamen von der Asylbevölkerung, und 15 Prozent waren Kriminaltouristen. Von den Beschuldigten mit Wohnsitz in der Schweiz waren 63 Prozent Schweizer, 37 Prozent Ausländer.

Aufklärungsrate bei Gewaltdelikten hoch

81 Prozent der Straftaten gegen Leib und Leben konnten 2010 geklärt werden, 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den Sexualstraftaten lag die Aufklärungsrate bei 78,6 Prozent, 5 Prozentpunkte höher als 2009.

Von den fast 380'000 Vermögensdelikten konnten dagegen 2010 nur 18,6 Prozent geklärt werden, rund 1 Prozentpunkt mehr als im Vorjahr. Besonders tief ist die Aufklärungsrate bei Einbruchs- Entreiss- und Fahrzeugdiebstählen. Bei Betrugs-, Erpressungs-, sowie Konkurs- und Betreibungsdelikten liegt sie dagegen zwischen 70 und fast 100 Prozent.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • leserin am 22.03.2011 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Weniger Gewalt???

    Kaum zu glauben wenn man die Zeitung liest oder aber selber erlebt wie viel Gewaltbereite Leute unterwegs sind, beschönigen ist nicht die Lösung, vor allem am Wochenende ist zu lesen was alles passiert

  • Erich Mayer am 22.03.2011 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    Immer mehr Bussen

    und weniger Verfahren mit immer geringeren Strafen (es sei den die Öffentlichkeit ist aufmerksam geworden). Da Busse nicht als Straftat gewertet wird haben einige Kantone bei Drogen und Randalieren auf Busse umgestellt. Macht der Verwaltung keinen Ärger, die Täter zahlen gern weil es nicht als Vorstrafe auftaucht und die Statistik sieht uper aus.

  • Thmas Heiss am 22.03.2011 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Den Trick kenne ich aus Deutschland

    Wir rechnen nicht nach Anzeigen ab sondern nach Verurteilungen: Schlechte Aufklärung und Milde Urteile bringen eine gute Statistik.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Uriger am 22.03.2011 15:49 Report Diesen Beitrag melden

    Basel schiesst den Vogel ab

    Nach Karte von 20min heute Morgen 2-3mal krimmineller als der Rest halten sie sich für Sicher. Verglichen mit was? Moskau, Rio, Mexiko?

  • Danny am 22.03.2011 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    CH-Knast = keine Abschreckung

    Die meisten Gewalttäter stammen nicht aus der Schweiz oder haben Migrationshintergrund. Unsere Justiz gibt diesen Leuten eine 2te, 3tte, 4te Chance. Etwas, das die Opfer nicht haben. Unsere Gefängnisse, wenn denn mal doch einer eingebuchtet wird, sind im Vergleich zu jenen in Osteuropa, der Türkei, Afrika, wahre Wohlfühloasen. Schwimmbad, Sportraum, Essen nach religiöser Befindlichkeit, gratis Arzt/Zahnarzt. Wenn schreckt das ab? Knast härter machen und ausschaffen, wer ausgeschafft werden kann. Und das schnell und rigiros.

  • Erich Mayer am 22.03.2011 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    Immer mehr Bussen

    und weniger Verfahren mit immer geringeren Strafen (es sei den die Öffentlichkeit ist aufmerksam geworden). Da Busse nicht als Straftat gewertet wird haben einige Kantone bei Drogen und Randalieren auf Busse umgestellt. Macht der Verwaltung keinen Ärger, die Täter zahlen gern weil es nicht als Vorstrafe auftaucht und die Statistik sieht uper aus.

  • Thmas Heiss am 22.03.2011 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Den Trick kenne ich aus Deutschland

    Wir rechnen nicht nach Anzeigen ab sondern nach Verurteilungen: Schlechte Aufklärung und Milde Urteile bringen eine gute Statistik.

  • leserin am 22.03.2011 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Weniger Gewalt???

    Kaum zu glauben wenn man die Zeitung liest oder aber selber erlebt wie viel Gewaltbereite Leute unterwegs sind, beschönigen ist nicht die Lösung, vor allem am Wochenende ist zu lesen was alles passiert