08. April 2005 14:19; Akt: 08.04.2005 14:21 Print

Künstliche Befruchtung nicht kassenpflichtig

Die Kosten für eine Befruchtung im Reagenzglas können nach wie vor nicht der obligatorischen Krankenversicherung angelastet werden.

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Das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG) hat seine Praxis bestätigt und die Beschwerde einer Patientin abgewiesen.

Die Frau hatte von ihrer Krankenkasse verlangt, die Kosten von 2260 Franken für Medikamente zu übernehmen, die sie im Zusammenhang mit einer In-Vitro-Fertilisation bezogen hatte. Das EVG hat die Beschwerde der Frau nun abgewiesen und damit eine Zahlungspflicht der Kasse in letzter Instanz verneint.

Immer noch auf Negativliste

Das EVG verwies dabei auf sein Grundsatzurteil, mit dem es 1999 die Kassenpflicht der Befruchtung im Reagenzglas und des Embrionentransfers verneint hatte. Die Rechtslage habe sich seither nicht geändert. Die fraglichen Behandlungsformen würden nach wie vor auf der Negativliste der Krankenpflege-Leistungsverordnung geführt.

Dass die In-Vitro-Fertilisation und der Embrionentransfer seit 2001 im Fortpflanzungsmedizingesetz erwähnt würden, ändere nichts. Dort werde nur die Frage der Zulässigkeit einer solchen Behandlung geregelt. Ein Recht auf Kostenübernahme durch die obligatorische Krankenversicherung lasse sich daraus jedoch nicht ableiten.

Kurzfristig wird sich an der fehlenden Kassenpflicht für die In- Vitro-Fertilisation und den Embrionentransfer nichts ändern. Gemäss Daniel Dauwalder, Pressesprecher des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), ist gegenwärtig kein Antrag hängig, derartige Behandlungen künftig der Kassenpflicht zu unterstellen.

(sda)