Kanton Freiburg

07. Mai 2019 10:07; Akt: 07.05.2019 11:01 Print

Kuh stirbt, weil Alu-Dose ihre Eingeweide aufschlitzt

Jean-Pierre Philipona aus dem Kanton Freiburg trauert um seine Kuh. Das Tier ist an den Folgen des Litterings gestorben.

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Ein Bauer im Kanton Freiburg verlor eine Kuh unter schrecklichen Bedingungen. Jean-Pierre Philipona sah sein Tier langsam sterben. Die Kuh konnte nicht mehr fressen und trinken. Er sagt: «Innerhalb einer Woche hatte sie Hunderte von Kilogramm abgenommen. Sie sabberte nur noch.»

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Philipona machte dem Leiden der Kuh ein Ende. Als der Tierarzt den Körper anschliessend obduzierte, bemerkte er, dass die Eingeweide der Kuh aufgerissen waren – von einer Alu-Dose. Der Bauer ist schockiert: «Littering ist eine Plage. Man kann sich nicht vorstellen, was wir auf unseren Feldern alles finden.»

Jean-Pierre Philipona ist besorgt: «Alle meine Kühe fressen am selben Ort», erklärt er. «Ich bete, dass den anderen nichts passiert.» Erschüttert teilte der Freiburger ein Foto seiner Kuh auf Facebook. Damit möchte er das Bewusstsein der Menschen in Bezug auf Littering stärken.

Statistiken über Littering-Todesfälle gibt es nicht

Dass Littering auf dem Land für die Tiere ein riesiges Problem darstellt, kann Andreas Wyss bestätigen. Der Geschäftsführer des Berner Bauernverbandes erklärt: «Kühe sind Wiederkäuer. Die Nahrung wandert rauf und runter, und die kleinen Aluminiumteile zerschneiden dann jeweils den Magen.» Die Aluminiumteile seien winzig klein und für die Kuh nicht sichtbar: «Durch Landwirtschaftsmaschinen werden die weggeworfenen Aludosen zerkleinert und landen anschliessend im Magen der Kühe.»

Statistiken, wie viele Kühe durch Littering verenden, gibt es nahezu keine. Weil die Bauern gegen solche Fälle nicht versichert sind, gebe es auch kaum gemeldete Fälle, so Wyss.

(fss/bho)