Zu wenig Mehrweg

06. November 2019 18:34; Akt: 06.11.2019 18:34 Print

Schweizer würden gerne nachhaltiger einkaufen

Getränke, Gemüse oder Nüsse: Geht es um nachhaltiges Einkaufen, hinken die Detailhändler laut Greenpeace hinterher. Denn 92 Prozent der Schweizer wünschen sich mehr.

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95 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer wären bereit, Gemüse, Früchte und Getränke in Mehrwegbehältern einzukaufen. Doch vor allem bei den Flaschen ist das Angebot der Detailhändler gering, wie eine Bestandesaufnahme von Greenpeace zeigt.

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Wiederverwendbare Flaschen gebe es bei Migros, Aldi Suisse und Lidl Schweiz gar keine mehr, teilte die Umweltorganisation Greenpeace am Mittwoch mit. Nur Volg biete noch Bier und sauren Most und Coop einzelne Biersorten in Mehrwegflaschen an. Alle anderen Getränke würden bei den Detailhändlern in Einwegflaschen aus Glas, Pet oder Alu verkauft.

Angebot versus Kundenwünsche

Auch Nüsse und Trockenfrüchte gebe es nur bei Coop verbreitet im Offenverkauf. Besser sieht es bei den Gemüsen und Früchten aus: Da böten mittlerweile alle Detailhändler den Einkauf mit Mehrwegbehältern an oder sie akzeptierten diese.

Dieses Angebot stehe in grossem Kontrast zu den Bedürfnissen der Schweizer Konsumenten, schreibt Greenpeace. Denn gemäss einer repräsentativen Umfrage gaben 92 Prozent der 1077 befragten Personen in der Deutsch- und Westschweiz an, dass sie gerne Früchte und Gemüse in wiederverwendbaren Behältern einkaufen würden.

Mehrwegsysteme sind aus Sortiment verschwunden

Bei Nüssen, Müesli und Ähnlichem lag die Bereitschaft bei 75 Prozent und bei Bier, Mineral und Süssgetränken bei 73 Prozent. Immerhin 68 Prozent würden auch für Milch und Joghurt auf Mehrweggläser zurückgreifen, bei Fleisch und Käse wären 65 Prozent bereit für einen Einkauf mit Mehrwegbehälter und auch bei Take-away-Produkten lag die Bereitschaft noch bei 63 Prozent.

Doch gemäss einer Bestandesaufnahme von Greenpeace sind die Mehrwegsysteme bei den Schweizer Detailhändlern heute mehrheitlich aus dem Sortiment verschwunden. Dabei gehörten diese «vor der massiven Verbreitung von Kunststoff als Verpackungsmaterial» bis in die Neunzigerjahre zum Alltag, heisst es im gleichentags veröffentlichten Greenpeace-Bericht «Mehrweg für die Zukunft».

Mehrwegbecher und Machbarkeitsstudien geplant

Die Umweltorganisation ruft deshalb die Detailhändler und die Lebensmittelkonzerne auf, neben dem Ausbau bewährter Mehrwegmodelle auch «innovative Nachfüllsysteme zu entwickeln». Ausserdem sollten die Kunden, die wiederverwendbare Behälter verwenden, preislich bevorteilt werden.

Die untersuchten Detailhändler äusserten sich im Bericht unterschiedlich zu ihrer Zukunftsstrategie: Während Lidl gar nicht reagierte und Volg keine Pläne zum Ausbau des Angebots an Mehrwegsystemen in Zukunft bekannt geben konnte, plant Aldi die Einführung von wiederverwendbaren Beutel für Früchte und Gemüse sowie Mehrwegkaffeebecher bei Kaffeeautomaten mit einem Anreizsystem.

Die Migros sieht Mehrwegsysteme gemäss dem Bericht als «wichtiges Ziel zur Reduktion von vermeidbaren Plastikverpackungen» und Coop hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um abzuklären, ob und welche Produkte zukünftig vermehrt in Mehrwegsystemen verkauft werden sollen.

(vro/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sere am 06.11.2019 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gekaufte Politiker

    zuerst hatten wir Glaspfandflaschen, diese wurden durch Petpfandflaschen abgelöst, bis jemand uns erklärte das wir in der Schweiz zuviel recyclen. Daher wurde das Pfand abgeschaft. Nun bezahlen wir extra für ein dünnes Plastiksäcklein um all die im Plastik eingeschweissten Lebensmittel nach hause zu transportieren! es wärd toll, wenn Umweltschutz von den Leuten erklärt wird, dessen Autos, Pneus und der Gärtner nicht von Grosskonzernen bezahlt wurden.

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  • The_Chris am 06.11.2019 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2 mal denken

    Mehrweg bedeutet nicht automatisch ökologischer

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  • Einkaufstourist am 06.11.2019 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bekennender

    Da Lob ich mir das Kaufland, Bier in Hülle und Fülle, in Mehrwegflaschen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Trollino am 07.11.2019 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Jaja... Greenpeace...

    Ihr wisst schon, dass Detailhändler IMMER auf ihren Profit aus sind... und aus diesem Grund auch IMMER das verkaufen, was von den Menschen am meisten nachgefragt wird!? weil sie ja damit die meisten Einnahmen generieren... und hey... Greenpeace als Quelle zu nennen, ist in etwa gleich wissenschaftlich und repräsentativ, wie "Fakten" aus einem Pro-Vegan-Film, der von einem Hersteller von veganem Proteinpulver finanziert wurde!

  • MuddaThereisa am 07.11.2019 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Es braucht eine Lösung

    die nicht so viel kostet, dass die Schweizer nicht zahlen wollen, Image hat i.d.R. eine Preisgrenze für Otto Normalbürger

  • roberto villarica am 07.11.2019 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    verpackungswerschwendung

    in der Migros habe mich um enen Kaffeekapseln modell geirrt. Die passen nicht zur Nespressomaschine. problem gelöst, kapsel aufmachen und dann Inhalt in Bialettimashine geben. Diese Kapseln messen ca 63mm durchmesser und der karton mit 16 Kaps. misst etwa 12x12x13,6 cm. Beim Offnen der Kaps. sieht man das es eine innere kapsel gibt mit Standarddurchm. und selben Inhalt. Soviel Plastik nur um zu zwingen eine spezifishe Kaffeemaschine zu kaufen...

  • Stef Eich am 07.11.2019 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Ist mir egal

    Ist mir eigentlich egal. Ich nehme das was da ist. Ich bin einfach nicht bereit noch mehr zu bezahlen.

  • Konsument am 07.11.2019 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Milchbubi

    In Sempach gibt es einen Milchautomat wo man Biomilch in Mehrwegflaschen kaufen kann.