Mindestens zwei Wochen

23. Juni 2011 10:36; Akt: 23.06.2011 11:22 Print

Längere Ausbildung für Zivis gefordert

An der Baustelle «Zivildienst» wird weiter herumgewerkelt: Der Bundesrat beantragt dem Parlament, die Pflege-Ausbildungskurse für Zivildienstleistende zu erweitern.

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Zivildienstleistende, die in Pflegeberufen arbeiten, sollen künftig länger ausgebildet werden. (Bild: Keystone)

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Wer in der Pflege Zivildienst leistet, soll künftig länger ausgebildet werden. So möchte es der Bundesrat. Er beantragt den Räten, einen Vorstoss mit dieser Forderung anzunehmen.

Heute dauert der Ausbildungskurs in Pflege und Betreuung eine Woche. Walter Müller (FDP/SG) fordert mit einer Motion, dass die Ausbildung künftig mindestens zwei und höchstens vier Wochen dauert.

Der Bundesrat schreibt in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort, es sei grundsätzlich erstrebenswert, die Ausbildung der Zivis für Pflege- und Betreuungseinsätze auf bis zu zwanzig Ausbildungstage zu verlängern. Er will auch prüfen, ob die Ausbildung zertifiziert werden soll.

Ausbildung soll sich lohnen

Der Bundesrat möchte aber, dass sich die Investition lohnt: Je länger ein Zivi ausgebildet wird, desto längere Einsätze soll er im entsprechenden Bereich leisten. Wer während drei bis vier Wochen ausgebildet wird, soll nach dem Willen des Bundesrates mindestens ein halbes Jahr in diesem Fachgebiet Dienst leisten.

Weiter will der Bundesrat darauf achten, dass ausgebildete Zivildienstleistende die Fachkräfte nicht verdrängen und den Wettbewerb nicht verzerren. Institutionen dürften nicht von der regelmässigen Zuteilung von Zivis abhängig werden, hält er fest. Die Betriebe, die von den besser ausgebildeten Zivis profitieren, sollen sich ausserdem an den Mehrkosten der verlängerten Ausbildung beteiligen.

Nutzen für die Gesellschaft

Müller will mit der Verlängerung der Ausbildung erreichen, dass der Nutzen der Zivildiensteinsätze steigt. Der Zivildienst müsse in Bezug auf die Leistung für Staat und Gesellschaft einen gleichwertigen Nutzen wie der Militärdienst bringen, hält er in seinem Vorstoss fest.

Der Bundesrat schreibt dazu, er sei der Ansicht, dass Zivis bereits heute einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisteten. Der Beitrag sei umso wertvoller, je besser sie für ihre Einsätze ausgebildet seien.

Hürden für Zivildienst erhöht

In letzter Zeit hat der Bundesrat diverse Änderungen im Zivildienst beschlossen. Dabei ging in erster Linie darum, die Hürden für den Zugang zum Zivildienst zu erhöhen, weil die Gesuche seit der Abschaffung der Gewissensprüfung zugenommen haben.

Zur Diskussion steht auch, den Zivildienst zu verlängern. Der Nationalrat sprach sich im April mit der Annahme einer Motion dafür aus, dass der Zivildienst künftig nicht nur 1,5, sondern 1,8 mal so lange dauern soll wie der Militärdienst.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dany heatly am 23.06.2011 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    unsäglich

    die spinnen, für sowas hab ich mich nicht für den zuvildienst "beworben"...

  • Zivildienstpflichtiger am 23.06.2011 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichwertiger Nutzen

    "Der Zivildienst müsse in Bezug auf die Leistung für Staat und Gesellschaft einen gleichwertigen Nutzen wie der Militärdienst bringen..." Was auch immer das heissen soll?! Hört sich auf jeden Fall nicht besonders positiv an. :-)

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  • Adrian Koch am 23.06.2011 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Luxusproblem

    Wer eine Ausbildung erhält, sollte auch längere Einsätze auf sich nehmen, eine RS ist ja auch lange genug. Sonst gibt es auch noch genug Arbeiten, die härter und dreckiger sind als Krankenpflege, auch in der Armee können nicht alle, die das wollen, zur Sanität

Die neusten Leser-Kommentare

  • Adrian Koch am 23.06.2011 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Luxusproblem

    Wer eine Ausbildung erhält, sollte auch längere Einsätze auf sich nehmen, eine RS ist ja auch lange genug. Sonst gibt es auch noch genug Arbeiten, die härter und dreckiger sind als Krankenpflege, auch in der Armee können nicht alle, die das wollen, zur Sanität

  • Das Schaf am 23.06.2011 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Gleiche Rechte für Alle

    Es sollen Alle die möchten Zivildienst leisten können! Zudem ist es unfair wenn Zivildienstleistende anders behandelt werden als Rekruten (längerer Einsatz, gekürzte Ergänzungsleistungen...) Wieso ist die "beste Armee" der Welt so unattraktiv, dass so viele austreten und Zivis werden? Wieso die Hürden für Zivildienst erhöhen? Ueli und Co. - macht eure Hausaufgaben mal richtig!!!

  • T. Lamprecht am 23.06.2011 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Skandal!

    Es ist ein Skandal. Ich kann mich nur wiederholen. Anstatt endlich mal die rosa Brille abzunehmen und zu erkennen, dass das Volk NICHT in die Armee gehen will, wird einfach alles mögliche dafür getan, um es zu zwingen. Das nenn ich mal Demokratie nach sowjetischem Vorbild -.-

  • Bruno Schmid am 23.06.2011 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Lösung Baustelle Zivilschutz

    ...man sollte als unsere Militär-Beton-Köpfe nach Libyen, Pakistan, Sudan, Nordkorea und andere Militärdiktaturen verbannen, denn hier können wir gerne darauf verzichten! Es gibt immer noch Menschen, die leider nicht gemerkt haben, dass Militär unterdrückt!

  • Joel Lanz am 23.06.2011 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Vorschlag

    Gebt jedem Zivi 10'000 Franken und 1 Jahr mit EO bezahlte Ferien. Danach wäre derselbe nutzen für die Gesellschaft erreicht, wie ihn Soldaten generieren. Ich spreche als WK-Soldat aus Erfahrung!

    • Zivildienstleistender am 24.06.2011 13:59 Report Diesen Beitrag melden

      Hirngespinnst?

      Bitte um Erklärung... Denke eigentlich, dass es eher umgekehrt ist...

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