5,8 Mia Franken für Sanierung

22. September 2019 12:21; Akt: 22.09.2019 12:21 Print

Lässt die Schweizer Armee ihre Anlagen vergammeln?

Der Schweizer Armee drohen Schliessungen und Unfälle. Der Grund: Zahlreiche Anlagen und Bauten sollen nicht nur marode, sondern auch einsturzgefährdet sein.

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Eine interne Erhebung von Armasuisse Immobilien, dem Liegenschaftsverwalter der Schweizer Armee, zeigt, dass zurzeit mehr als 70 Prozent der noch ­benutzten 4500 Armeeanlagen sanierungsbedürftig sind. Wie die «Sonntags Zeitung» schreibt, investiere der Bund in seine militärischen Immobilien nur noch das Nötigste. Die Folge sind marode Schiessstände, ramponierte Truppenunterkünfte und einsturzgefährdete Flugunterstände. Der schlechte Gebäudezustand birgt Risiken. Laut der «Sonntags Zeitung» drohen Unfälle und Schliessungen. So musste auf dem Flugplatz Payerne VD der Betrieb eines Hangars für Flugzeuge und Helikopter wegen statischer Probleme eingeschränkt werden. Zudem wurden vergangenes Jahr die Duschanlagen in der Kaserne Neuchlen bei Gossau SG wegen Legionellen gesperrt. Neben sanierungsbedürftigen Anlagen und Bauten hatte die Schweizer Armee auch schon mit gesundheitlichen Problemen – wie Magen-Darm-Beschwerden – zu kämpfen. So unter anderem in der Kaserne in Sion VS im Juli. 90 Personen waren betroffen. Bereits Anfang Juli mussten Personen in der EFK-Rekrutenschule in Jassbach BE medizinisch versorgt werden. Grund war offenbar eine Lebensmittelvergiftung. Vier Personen waren in kritischem Zustand. Die Kaserne befindet sich in der Nähe der Gemeinde Linden. Der Kanton Bern hatte einen Sanitätsnotfall ausgelöst. Der Kanton Bern hat vorsichtshalber über den Waffenplatz Jassbach BE eine Quarantäne verhängt. Einen Tag darauf wurde bekannt, dass auch mehrere Rekruten... ...in Bière VD erkrankt sind.

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Tausende Bauten der Schweizer Armee sollen am Vergammeln sein. Wie die «Sonntags Zeitung» schreibt, investiere der Bund in seine militärischen Immobilien nur noch das Nötigste. Die Folge sind marode Schiessstände, ramponierte Truppenunterkünfte und einsturzgefährdete Flugunterstände.

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Eine interne Erhebung von Armasuisse Immobilien, dem Liegenschaftsverwalter der Schweizer Armee, zeigt, dass zurzeit mehr als 70 Prozent der noch ­benutzten 4500 Armeeanlagen sanierungsbedürftig sind.

5,8 Milliarden Franken für Sanierung

11 Prozent der militärischen Bauten im Neuwert von 2,3 Milliarden Franken müssten gar abgerissen und neu gebaut werden. Bei 62 Prozent der Immobilien mit einem Wert von 12,8 Milliarden Franken wäre eine Sanierung oder Instandhaltung nötig. Insgesamt bräuchte es laut Armasuisse für eine umfassende Sanierung 5,8 Milliarden Franken.

Alleine für die Instandhaltung der Armeebauten würden bis 2035 480 Millionen Franken pro Jahr benötigt. Der Bund investierte 2019 in den Werterhalt der Armee­bauten lediglich 180 Millionen Franken.

Schliessungen und Unfälle möglich

Der schlechte Gebäudezustand birgt Risiken. Laut der «Sonntags Zeitung» drohen Unfälle und Schliessungen. Zum Letzteren ist es in der Vergangenheit auch schon gekommen. So wurden vergangenes Jahr die Duschanlagen in der Kaserne Neuchlen bei Gossau SG wegen Legionellen gesperrt.

Ebenso musste auf dem Flugplatz Payerne VD der Betrieb eines Hangars für Flugzeuge und Helikopter wegen statischer Probleme eingeschränkt werden. Und auch im Gruppenlager in Brigels GR wurden die Belegungskapazitäten 2014 wegen Brandgefahr eingeschränkt.


(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ichBins am 22.09.2019 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine handwerker in der armee??

    selber machen!? so hätten rekruten/soldaten doch auch ihren dienst zu gute der allgemeinheit geleistet...?

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  • Mojo am 22.09.2019 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Jammer jammer jammer

    Genau. Die Armee kaputt sparen und wenn sir kaputt ist, jammern das alles schlecht ist. Typisch...

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  • Jacen Caedus am 22.09.2019 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Militär kaputt sparen

    Das Parlament beschneidet ja immer das Militärbudget! Das ist nun die Konsequenz daraus. Investiert endlich mehr Geld in die Armee, dann haben wir das Problem nicht. Das Geld reicht nicht mal für die vollständige Ausrüstung jedes Soldaten. Und daran ist weder die Armee, noch das VBS schuld, schuld daran sind die Politiker, welche das Militär kaputt sparen. Hätten Asylanten so schlechte Infrastrukturen, würde sich jeder daran stossen und es würde sofort etwas passieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rentner am 23.09.2019 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Geldvernichter - für WAS?

    An ALLE "PROARMEE JAMMERIS"! Solange Gebäude : Beispiel Kaserne Herisau die letzten Jahre "restauriert" vom Feinsten, sowie alter Schopf dahinter weg und top modern neu erstellt! Kosten 20 Millionen! Budget massiv überschritten - hört man (bis das Doppelte?!) Es wird sicher noch weitere "Goldsanierungen" geben! Verantwortung? Wer?

  • Fritz Hess am 23.09.2019 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Jammern

    Super, ist ja auch nicht anders möglich, zu erst wird von ROT-GRÜN alles schlecht geredet, gespart und alles Geld den Flüchtlingen zugeschoben. Nun wird gejammert, wie alles verlotert. An den Wahlen entscheiden!

  • Dean Winchester am 23.09.2019 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armee ist überflüssig

    Ganz ehrlich, wozu benötigt man in der Schweiz eine Armee?? Komplett überflüssig. Meiner Meinung nach sollte man in diesem Bereich nicht so viel Geld verschwenden... die Schweiz ist NEUTRAL und selbst im Kriegsfall würde die Schweiz nicht viel ausrichten können.

  • Oberfeldwebel Dingsda am 23.09.2019 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wissen die überhaupt wo was steht?

    Also ich erinnere mich an verlorene Waffen, Granate, Panzer, Truppentransporter ... daher könnte es sein, dass man auch nicht ganz so genau weiss, welche Immobilien der Armee gehören oder wer da genau für was zuständig ist? Nur so ne Ahnung :)

  • G. Ammler am 23.09.2019 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anlagen

    Hoffentlich. Die Archäologen im Jahr 4019 werden dankbar sein