Bildung

22. Juni 2010 13:02; Akt: 22.06.2010 17:37 Print

Lange in der Schule, wenig gelernt

In Mathematik und Sprache müssten Schulabgänger eigentlich sattelfest sein, wenn sie bei Firmen Chancen auf einen Job haben wollen. Aber genau dort hapert es gewaltig.

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Schulabgänger überqueren nach neun Jahren obligatorischer Schulzeit die Strasse. (Bild: Keystone)

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Schulabgänger sollten nach den obligatorischen neun Schuljahren laut einer Umfrage des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse bei Firmen in der ganzen Schweiz besonders in der Erstsprache und Mathematik gut sein. Gerade in diesen Fächern haben aber bis zu 70 Prozent der Lehrlinge Bildungslücken.

Die Resultate der Online-Umfrage veröffentlichte Economiesuisse am Dienstag. Die 771 Firmenchefs und Lehrmeister, die die Fragen beantwortet haben, halten Kenntnisse in Mathematik und Erstsprache über alle drei Leistungsstufen Realschule, Sekundarschule und Progymnasium hinweg für besonders wichtig.

In der Sekundar- und der Realschule sind die beiden Fächer laut den Firmenchefs und Unternehmern mit Abstand die wichtigsten, auf Stufe Progymnasium folgen die anderen Fächer mit kleinerem Abstand.

Nur 30 Prozent der Schweizer Realschüler weisen aber gemäss der Umfrage befriedigende Erstsprachenkenntnisse auf. Auf der Stufe Sekundarschule und Progymnasium sind es je 40 Prozent.

Mathe: unbefriedigend

Die Mathematik-Kompetenzen der Schulabgängerinnen und Schulabgänger bewerteten die Antwortenden je nach Stufe zu 65 (Realschule), 50 (Sekundarschule) und 40 Prozent (Progymnasium) als unbefriedigend.

Economiesuisse zieht aus den Ergebnissen den Schluss, dass die Volksschule Prioritäten setzen muss. Sie könne nicht alle Forderungen erfüllen und brauche «eine Auftragsklärung», sagte Chefökonom Rudolf Minsch laut Redetext am Dienstag vor den Medien in Bern.

Economiesuisse stehe nach wie vor hinter der Harmonisierung der Bildung in der Schweiz (Projekt HarmoS) und der damit geplanten Festlegung von minimalen Bildungszielen. Es brauche aber auch ein Bildungsmonitoring, das Aussagen zum jeweiligen Bildungsnivau aller Schülerinnen und Schüler mache.

Die Qualität der Schweizer Volksschule sei im internationalen Vergleich immer noch gut. Doch sei bei den PISA-Untersuchungen die Messlatte für ein hochentwickeltes Land wie die Schweiz eventuell zu tief gelegt worden.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Immerlernender am 22.06.2010 14:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wir haben eine solch gute Meinung

    Ich war in der glücklichen Lage,strenge Schulen erfolgreich abzuschliessen.Bin kein Genie,habe aber hart gearbeitet.Was meine Kinder im Sek leisten müssen ist wahrlich ein Witz,der allg.Bildungsniveau ist so tief und fallend dass ich mich frage,wieviel tiefer soll's noch fallen?!Ausserdem ist's schwer die Schüler zu motivieren,wenn die Lehrkräften so antriebslos vor der Klasse den Stoff mahlen... Also lassen wir es, typisch CH uns zu beruhigen dass wir immer noch gut dran sind.Sind wir nicht (mehr)-und die Folgen werden sich auch sehen lassen.

  • sun am 22.06.2010 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    kann ich nur ...

    ... bestätigen... leider... unsere lernende im 1. lehrjahr ist genau in deutsch und mathe so was von miserabel... kann man leider nicht anders ausdrücken. obwohl die zeugnisnoten der sek etwas ganz anderes "gesagt" haben...

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  • Martin Fischer am 22.06.2010 23:39 Report Diesen Beitrag melden

    Kinder haben erweiterte Kompetenzen

    Mir wurde immer gesagt, dass frühere Maturanden viiiil mehr Stoff zu bewältigen hatten. Da fragte ich meinen Lehrer, ob sie "damals" auch von der Kernspaltung in Physik und von der Genetik in Biologie was wissen mussten: "Ähm, ähm... Nein natürlich nicht. Damals musste man viel auswendig lernen und hatte kein Mitspracherecht. Sozialkompetenzen erlangte man dann im Militär...."

Die neusten Leser-Kommentare

  • hans am 03.07.2010 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Praxisnähe ist gefragt

    Meiner Meinung nach sind fast alle Schulen überhaupt nicht praxisnah. Der Grund: Die meisten Lehrer kommen von der eigenen Schule in die Rolle als Lehrer und haben somit keine Ahnung vom richtigen Wirtschaftsleben. Dies ist auch der Grund für die fehlende Motivation bei den Schülern. Abhilfe: mehr Quereinsteiger aus der Beruftswelt zu Lehrern machen und im Unterricht den Stoff mit realer Projektarbeit gestalten. Wenn der Schüler nämlich merkt, dass es ohne Mathe Fähigkeiten und Sprache nicht weiterkommt sieht er schnell ein, weshalb er das lernen sollte

  • Jürg Schuler am 02.07.2010 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ja sowas

    Früher wurden rückkehrende Söldner zu Lehrern. Hat es keine überzähligen Instruktoren jedwelchen Grades, die man für das Beibringen der Grundkompetenzen Lesen, Rechnen und Schreiben einsetzen könnte. Und noch ein wenig Turnen. Den Rest weglassen, da wie viele Kommentare oben, sowieso nur für die "Füchse".

  • frank moser am 23.06.2010 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    dumme eltern = dumme kinder

    viele eltern erziehen ihre kinder nicht richtig, weil sie selber zu dumm sind und glauben das sei die arbeit der lehrer oder lehrmeister. da fehlt dann die zeit um den lehrstoff zu erklären. also: vor dem kinderkriegen, prüfung ablegen!

  • Mario Zuppiger am 23.06.2010 07:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ich sag nur:

    Party, Party, Party, Saufen, Krakelen bis in die späte Nacht, Gamen...DAS ist der heutige Lebenszwek eines Grossteils unserer "Jugend". Lernen? Wozu denn? Das Sozialamt bezahlt doch auch so! Und die "Eltern" stehen regungs- und machtlos daneben, weil sie keine Ahnung haben, wie sie ihren Nachwuchs in den Griff bekommen sollen ( wollen ? ).

    • peter bickel am 23.06.2010 11:49 Report Diesen Beitrag melden

      elternverantwortung

      die eltern sind nicht machtlos, sondern zu faul um für die kinder zu sorgen. sich um sie zu kümmern und, wenn nicht zu dumm, ihnen bei den aufgaben beistehen. dumme eltern haben dumme kinder.

    • Natascha am 23.06.2010 16:04 Report Diesen Beitrag melden

      Na na... mal langsam Jungs

      Nur weil niemand zugeben will, das die Pädagogen mit der heutigen Jugend nicht klarkommt oder mithalten kann, heisst das noch lange nicht, das wir Eltern dumm oder nachlässig sind. Im gegenteil.. ich hab meine pupertierende Tochter immer noch im Griff! Und ich weiss was sie macht und welchen Stoff sie zu lernen hat. Es gibt bestimmt Eltern denen das egal ist, vor allem bei der oberen Schicht. Kindermädchen die überfordert sind und Eltern die nur an der Stripe hängen, zur Nail-Designerin oder Masseurin gehen usw.

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  • Ad absurdum am 23.06.2010 05:35 Report Diesen Beitrag melden

    Na sowas

    Das heutige Schulwesen "doziert" doch nach überalterter Pädagogik und dem Zukunftsbedarf vorbei. Nach dem Soziologen Pareto sind dabei 80% für die "Füchse" und die restlichen brauchbaren 20% erst noch mangelhaft vermittelt. Für die Lehrerschaft gibt es nur noch dumme Kinder und die sind noch selber schuld, dass sie in der Schule zu wenig lernen. Die Jugend kann nichts dafür, wenn sie dem pathetischen Schulprogramm/ -System heute (dank PC/Internet) weit voraus ist.